Nach Niederlage

US-Republikaner Moore ficht Wahlergebnis in Alabama an

Republikaner Moore will die Niederlage bei der Senats-Nachwahl in Alabama anfechten.
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Republikaner Moore will die Niederlage bei der Senats-Nachwahl in Alabama anfechten.

Der republikanische US-Politiker Roy Moore hatte im Republikaner-Stammland Alabama überraschend verloren - nun will er diese Niederlage wegen angeblichem Wahlbetrugs anfechten.

Montgomery - Der bei der Senatswahl im US-Bundesstaat Alabama unterlegene republikanische Kandidat Roy Moore hat Einspruch gegen das Ergebnis erhoben. Der 70-Jährige reichte am späten Mittwochabend (Ortszeit) eine Beschwerde bei einem Gericht in Montgomery ein und forderte eine Untersuchung auf möglichen Wahlbetrug. Es habe Unregelmäßigkeiten gegeben, erklärte er.

Der Ex-Richter wollte damit in letzter Minute verhindern, dass der Demokrat Doug Jones offiziell zum Sieger der Wahl erklärt wird. Eine Kommission des Bundesstaates wollte sich am Donnerstag um 13.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MEZ) treffen, um dies zu tun. Alabamas oberster Wahlbeamter John Merrill sagte dem Sender CNN, dass Moores Beschwerde nichts daran ändern werde. Die Kommission werde Jones zum Sieger erklären. Vizepräsident Mike Pence werde den Demokraten am 3. Januar vereidigen.

Moore hatte die Nachwahl in dem Südstaat am 12. Dezember überraschend gegen Jones verloren. Er weigert sich seither, die Niederlage anzuerkennen. Der Abstimmung war ein erbitterter Wahlkampf vorausgegangen. Moore ist wegen seiner stramm konservativen Positionen höchst umstritten. Mehrere Frauen werfen ihm zudem sexuelle Belästigung vor. Er bestreitet das und spricht von einer Schmierkampagne seiner politischen Gegner.

Lügendetektortest soll Moores Unschuld bezeugen

Seiner Beschwerde bei Gericht fügte Moore eine eidesstaatliche Erklärung bei, wonach er sich einem Lügendetektortest unterzogen habe. Dieser habe bestätigt, dass die Vorwürfe „komplett falsch“ seien.

Viele Republikaner in Washington waren im Wahlkampf auf Distanz zu dem ehemaligen Richter gegangen. Auch US-Präsident Donald Trump hatte sich nach der Niederlage kritisch über Moore geäußert, etwas überraschend, da er ihm in dessen Wahlkampf noch öffentlichkeitswirksam zur Seite gestanden war. Für die Konservativen ist Moores Niederlage schmerzlich: Ihre Mehrheit im Senat schrumpft damit auf 51 zu 49 Stimmen.

dpa

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