US-Präsident tobt wegen Corona-Impfstoff

US-Wahl: Trump erwartet in Georgia einen Sieg - und weckt neue Sorgen

Die US-Wahl 2020 ist entschieden - doch Donald Trump gibt auch Tage nach seiner Niederlage gegen Joe Biden nicht auf. Alle Infos im News-Ticker. 

  • Die US-Wahl 2020 ist nach Tagen des Wartens entschieden - Joe Biden wird der 46. Präsident der USA.
  • Donald Trump* zeigt sich noch immer kämpferisch und hat Biden noch nicht gratuliert.
  • Trump hofft auf einen juristischen Weg zum Sieg - und hat nun offenbar seinen Justizminister autorisiert, eine ungeschriebene Regel zu brechen (Update vom 10. November, 9.36 Uhr).
  • Dieser Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 12. November, 16.55 Uhr: Nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl hat Amtsinhaber Donald Trump am Donnerstag seinen politischen Gegnern erneut Betrug unterstellt. Auf Twitter äußerte er sich über die noch nicht beendete Stimmenauszählung in North Carolina, wo der Republikaner deutlich in Führung liegt. „Warum dauert es in North Carolina so lange? Suchen sie nach mehr Stimmen, um auch das zu reparieren?“, schrieb Trump. In North Carolina könnte die Auszählung bis zum Wochenende andauern - das ist seit längerem bekannt.

Zugleich wiederholte er die mehrfach von den zuständigen Behörden zurückgewiesenen Vorwürfe, dass in Pennsylvania und Michigan keine Wahlbeobachter zur Auszählung zugelassen worden seien. Zudem äußerte Trump die Erwartung, dass er nach der angekündigten Neuauszählung der Stimmen in Georgia die Mehrheit erhalten werde. Der Wahlsieger Joe Biden hat dort nach vorläufigen Ergebnissen einen Vorsprung von mehr als 14.000 Stimmen. Bei Nachzählungen im Anschluss an vergangene Präsidentschaftswahlen kam es bisher höchstens zu Änderungen im dreistelligen Bereich.

Biden steht als Wahlsieger fest, mit 279 Stimmen für die Wahlversammlung am 14. Dezember. Für die Mehrheit reichen 270 dieser Wahlleute. Trump hat bisher 217 Wahlleute hinter sich. Der noch amtierende US-Präsident weckt unterdessen auch an anderer Stelle neue Sorgen - er tauschte im Pentagon mehrere hochrangige Mitarbeiter aus.

Trump zeigt sich nach der Wahl-Niederlage erstmals öffentlich - und liefert sich Fernduell mit Biden

Update vom 11. November, 18.25 Uhr: Am vergangenen Samstag wurde der demokratische Herausforderer Joe Biden von den US-Medien zum Sieger der Präsidentschaftswahlen ausgerufen. Der amtierende Präsident Donald Trump weigert sich, seine Niederlage anzuerkennen und spricht von Wahlbetrug - ohne diesen beweisen zu können.

Nun legte der 74-Jährige seinen ersten öffentlichen Auftritt seit dem Feststehen seiner Wahlniederlage hin. Am Mittwoch wohnte Trump gemeinsam mit Vize-Präsident Mike Pence und der First Lady einer Gedenkfeier am Tag der Veteranen bei. Auf dem Nationalfriedhof in Arlington bei Washington salutierten beide, während die US-Nationalhymne gespielt wurde. Trump verließ nach einer kurzen Zeremonie die Gedenkstätte wieder.

Zeitgleich mit Trump nahm auch das künftige Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten eine Veteranen-Gedenkfeier teil. Joe Biden besuchte zusammen mit Ehefrau Jill das Mahnmal zum Koreakrieg in Philadelphia in Pennsylvania. „An diesem Tag der Veteranen spüre ich das volle Gewicht der Ehre und der Verantwortung, die mir das amerikanische Volk als dem nächsten Präsidenten anvertraut hat“, sagte der Demokrat.

US-Präsident Trump glaubt weiter an seinen Wahlsieg

Update vom 10. November, 16.40 Uhr: Auch mehrere Tage nach der Siegesfeier von Herausforderer Joe Biden glaubt Donald Trump weiter an seinen Verbleib im Weißen Haus: „Wir werden gewinnen“, twitterte Trump am Dienstag, wobei er ausschließlich Großbuchstaben verwendete. Es gebe „große Fortschritte“, wie sich in der nächsten Woche zeigen werde. Der US-Präsident setzte noch drei weitere Tweets in durchgängiger Großschreibung ab.

„Achtet auf massiven Auszählungsbetrug und erinnert euch, dass ich es euch gleich gesagt habe - genau wie bei der frühzeitigen Impfung“, schrieb Trump unter anderem. Der US-Präsident hatte im Sommer einen Corona-Impfstoff „bis Oktober“ vorhergesagt. Eine optimistische Einschätzung, die sich allerdings nicht bewahrheitete.

Unterdessen hat einer von Trumps engeren Verbündeten Joe Biden bereits zum Wahlsieg gratuliert, sich dabei aber auf Twitter blamiert. Großbritanniens Premier Boris Johnson postete am Dienstag eine Grafik mit Glückwünschen an Biden. Dabei waren im Hintergrund des Textes noch Teile einer alternativen Fassung für den abgewählten Donald Trump erkennbar. Es habe einen „technischen Fehler“ gegeben, hieß es aus der Downing Street. Einen vielsagenden Flop gab es auch bei Trumps Haussender Fox News.

Trump feuert nach US-Wahl Minister: Brisantes Interview publik - „dann gnade uns Gott“

Update vom 10. November, 15.10 Uhr: Am Montagabend hat Donald Trump seinen Verteidigungsminister Mark Esper gefeuert - per Tweet. Nun wird bekannt: Der Ressortchef hat sein Schicksal offenbar geahnt. Kurz zuvor hatte Esper in einem Interview mit einem Fachmagazin indirekt aber drastisch vor Trump gewarnt.

Als Haupterrungenschaften seiner Amtszeit betrachte er neben der neuen „Nationalen Verteidigungsstrategie“ der USA auch, das Pentagon geschützt zu haben, sagte Esper dem Blatt Military Times. Gleiches gelte für seine „Integrität“. „Haben Sie mich auf einer Bühne gesehen und sagen hören, ‚unter der herausragenden Führung von bla-bla-bla, haben wir bla-bla-bla?‘“, fragte er rhetorisch.

Donald Trump (Mi.) und Mark Esper (2.v.r.) im Weißen Haus

Esper ließ in dem Interview auch durchblicken, er habe seinen Posten vor allem aus Pflichtgefühl den US-Soldaten gegenüber behalten. „Sehen Sie, meine Soldaten könne auch nicht zurücktreten.“ „Ich habe versucht zu tun, was ich immer tue und das ist zu versuchen, das Beste zu erreichen.“

Ob er mehr als andere Verteidigungsminister damit zu kämpfen hatte, Trumps Vorstellungen mit der Realität in Einklang zu bringen, wollte Esper nicht bewerten. Er habe sich überlegen müssen, zu welchen Streitpunkten er große Konflikte habe riskieren wollen, erklärte er. Denn: „Wer wird denn nach mir kommen? Es wird ein echter Ja-Sager sein. Und dann gnade uns Gott.“ Das Interview wurde am 4. November geführt - kurz nach der US-Wahl. Trump hatte zu diesem Zeitpunkt noch konkrete Chancen auf einen Sieg über Biden.

US-Wahl 2020: Trump will Biden mit Rechtsmitteln verhindern - so schätzen Experten die Chancen ein

Update vom 10. November, 13.55 Uhr: Nun sollen sich also (auch) Bundesermittler mit den Ergebnissen der Präsidentschaftswahl befassen (siehe Update von 9.36 Uhr) - und das Wahlergebnis womöglich auf juristischem Wege kippen. Doch hat Donald Trumps Ansinnen überhaupt Chancen? Experten verneinen das.

„Trumps Prozess-Strategie führt ins Leere“, sagt der Wahlrechtsexperte Richard Hasen von der University of California in Irvine. „Sie wird den Ausgang der Wahl nicht beeinflussen.“ Der Wahlrechtsexperte Steven Huefner von der Ohio State University betont laut der Nachrichtenagentur AFP, die Betrugsvorwürfe seien „vage“. „Man braucht Fakten, um Behauptungen zu unterlegen.“ Und selbst wenn in einzelnen Fällen ein Fehlverhalten aufgedeckt werden sollte: Klagen dürften nur dann Erfolgschancen haben, wenn diese Fälle das Wahlergebnis ändern könnten.

Wegen des sehr engen Wahlausgangs werden Neuauszählungen in den Bundesstaaten Georgia und Wisconsin erwartet. Allerdings dürfte auch das Experten zufolge wenig ändern. „Bei Wahlen in der jüngeren US-Geschichte haben Neuauszählungen fast nie mehr verändert als einige hundert Stimmen“, sagt Wahlrechtsexperte Huefner. Entscheidend könnte vor allem der Ausgang in Pennsylvania sein - hier hat Joe Biden mehr als 45.000 Stimmen Vorsprung.

US-Wahl 2020: Trump will Ermittlungen - und lässt Minister ungeschriebene Regel brechen

Update vom 10. November, 9.36 Uhr: US-Justizminister Bill Barr hat die ihm unterstellten Strafverfolger grundsätzlich zur Untersuchung möglicher Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl ermächtigt. Zugleich betonte Barr am Montag, das bedeute nicht, dass die Behörden derzeit über Belege für möglichen Wahlbetrug verfügen.

US-Medien hatten den Oppositionskandidaten Joe Biden am Samstag zum Wahlsieger gegen Amtsinhaber Donald Trump ausgerufen. Trump prangert jedoch ohne Präsentation irgendwelcher Belege vermeintlichen massiven Wahlbetrug an und erkennt seine Niederlage nicht an. Sein Wahlteam ging bereits in mehreren Bundesstaaten gegen die Auszählungen vor, einige dieser Klagen wurden jedoch inzwischen schon abgewiesen.

US-Wahl: Justizminister Barr will „Unregelmäßigkeiten bei Stimmabgabe und Stimmzählung“ nachgehen

Barr schrieb nun an die Bundesanwälte, sie sollten möglichen "substanziellen Vorwürfen der Unregelmäßigkeiten bei Stimmabgabe und Stimmzählung" nachgehen. Solche Untersuchungen und Überprüfungen dürften geführt werden, wenn "klare und offenkundig glaubwürdige Vorwürfe" vorlägen, die - falls sie sich bewahrheiteten - das Wahlergebnis in einzelnen Bundesstaaten "potenziell beeinflussen" könnten.

US-Justizminister William „Bill“ Barr.

Die Untersuchung möglicher Unsauberkeiten bei Wahlen liegt normalerweise in den Händen der Behörden der einzelnen Bundesstaaten. Barr führte nun jedoch ins Feld, dabei habe es sich nie um eine "feststehende Regel" gehandelt. "Ernsthaften Anschuldigungen" zur Wahl sollten die Bundesanwälte "mit großer Sorgfalt" nachgehen, "fadenscheinige, spekulative, abstruse oder weither geholte" Vorwürfe dürften für sie hingegen kein Anlass zu Untersuchungen sein, schrieb der Minister. Barr ist ein überaus umstrittener Minister. Kritiker werfen ihm vor, sein Amt als eine Art Ausputzer Trumps auszuüben und die Unabhängigkeit der Justiz nicht ausreichend zu wahren.

Trump tobt wegen Corona-Impfstoff - „wollten nicht, dass ich einen Erfolg habe“

Update vom 10. November, 6.37 Uhr: Der amtierende Präsident Donald Trump hat die Bekanntgabe vielversprechender Ergebnisse der Hersteller eines Corona-Impfstoffs wenige Tage nach der US-Wahl als politisch motiviert dargestellt. Der Pharmakonzern Pfizer „hatte nicht den Mut“, die guten Nachrichten vor der Wahl bekannt zu geben, kritisierte Trump auf Twitter. Das US-Unternehmen arbeitet bei dem Impfstoff mit der deutschen Firma Biontech zusammen.

Trump kritisierte in seinem Tweet auch die für die Zulassung zuständige Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) seiner Regierung. Die FDA hätte die Ergebnisse früher bekanntmachen sollen, klagte er. „Nicht aus politischen Gründen, sondern um Leben zu retten“, schrieb Trump. Er hatte während des Wahlkampfs immer wieder versprochen, dass es noch vor der Abstimmung gute Neuigkeiten zu Impfstoffen geben werde - und sich davon offenbar politischen Rückenwind erhofft.

Trump nach US-Wahl 2020: „...deswegen kam es fünf Tage später raus“

„Die FDA und die Demokraten wollten nicht, dass ich vor der Wahl einen Impfstoff-Erfolg habe, deswegen kam es fünf Tage später raus“, schrieb Trump auf Twitter weiter. Die FDA seiner Regierung wird von Stephen Hahn geleitet, den der Republikaner Trump selbst ernannt hat.

Als erste westliche Hersteller hatten Biontech und Pfizer am Montag vielversprechende - aber im Umfang der Details begrenzte - Ergebnisse veröffentlicht. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19. Die Unternehmen wollen wohl ab der kommenden Woche eine Notfallzulassung bei der FDA beantragen.

„Absolut schockierende Dinge“: Trumps Betrugsvorwürfe nehmen weiter Fahrt auf - Minister per Tweet gefeuert

Update vom 9. November: Donald Trump schießt am Montagabend einen Tweet nach dem anderen ins Netz. Kaum einer davon wird von der Plattform Twitter nicht als mögliche Falschmeldung gekennzeichnet. Die Updates zum angeblichen Wahl-Geschehen sind diskutabel, die Aussage über Bundesstaat Nevada sticht besonders hervor.

Nevada stellt sich als Jauchegrube falscher Stimmen heraus“, feuert Trump, „Matt Schlapp (Politischer Aktivist, d.R.) und Adam Laxalt (Rechtsanwalt, d.R.) finden Dinge heraus, die, wenn sie veröffentlicht werden, absolut schockierend sein werden.

In Wisconsin sehe es derweil gut aus, fährt Trump fort, es brauche gesetzlich noch etwas Zeit, „wird bald passieren“. Heftiger fallen seine Worte zu Pennsylvania aus. „Pennsylvania hat uns daran gehindert die Auszählung zu beobachten“, klagt er, „undenkbar und illegal in diesem Land.“ In Georgia, da ist sich Trump sicher, wird er einen „großen, präsidialen Sieg“, feiern.

Update vom 9. November: Nach der Bekanntgabe, seinen Verteidigungsminister ersetzt zu haben, nimmt sich Donald Trump direkt wieder der US-Wahl an und verschärft seine Betrugsvorwürfe. „Die Nachweisgrenze der Stimmzettel hat sich als noch größer als Anfangs angenommen herausgestellt“, twittert er, „eine große Anzahl von Stimmzetteln ist betroffen. Bleibt dran!“

Einige Klagen des Trump-Teams waren in den vergangenen Tagen bereits abgewiesen worden. Doch der amtierende US-Präsident wird augenscheinlich nicht so schnell aufgeben.

US-Wahl: Trump wehrt sich weiter gegen Niederlage - und feuert Pentagon-Chef

Update vom 9. November, 19.06 Uhr: Donald Trump wehrt sich nach wie vor gegen die Wahlniederlage und will das Ergebnis nicht akzeptieren. Wohl spätestens im Januar wird er das tun müssen und sein Amt an Joe Biden übergeben. Bis dahin aber bleibt Donald Trump aber Staatschef.

Dass er nach wie vor regiert, beweist Donald Trump jetzt mit einer sehr überraschenden und großen Entscheidung. „Ich freue mich, bekannt geben zu können, dass Christopher C. Miller, der hoch respektierte Direktor des nationalen Zentrums für Anti-Terrorismus, Verteidigungsminister wird, mit sofortiger Wirkung“, twittert Trump am Montagabend.

Gehen muss damit der bisherige Verteidigungsminister Mark Esper. „Chris wird einen großartigen Job machen“, fährt Donald Trump fort, „Mark Esper ist gekündigt. Ich möchte ihm für seine Arbeit danken.

Dass es zwischen Esper und Trump rumort, berichten US-amerikanische Medien schon seit längerer Zeit. Gerüchte um eine Entlassung gab es zwar bereits, doch kommt sie nun aus heiterem Himmel, schließlich wurde sie eher bei einem Wahlsieg von Donald Trump erwartet. „Mit sofortiger Wirkung“, also ohne Vorankündigung ersetzt Donald Trump den Verteidigungsminister.

US-Wahl 2020: Trump will Niederlage nicht eingestehen - Putins Sprecher äußert sich

Update vom 9. November, 12.57 Uhr: Einige Regierungschefs der Welt haben Joe Biden und Kamala Harris bereits zu ihrem Sieg bei der US-Wahl gratuliert. Aus Russland kamen bisher keine Gratulationswünsche, jedoch ein Statement: „Wir halten es für richtig, bis zur offiziellen Verkündung der Ergebnisse der Wahl zu warten“, sagte Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow am Montag mehreren Medienberichten zufolge in Moskau. Putin sei aber zur Zusammenarbeit mit jedem Präsidenten bereit und achte die Wahl der amerikanischen Bevölkerung, zitiert ihn die Deutsche Presse-Agentur. Kurz vor der Wahl kamen immer mal wieder falsche Informationen auf, Russland versuche sich in die Wahl einzumischen*.

Mehrere große TV-Sender hatten am Samstag Biden als Sieger ausgerufen. Dennoch werden weiter Stimmen ausgezählt, außerdem kündigte der amtierende Präsident Donald Trump mehrere Klagen gegen die Stimmauszählung an. Der russische Oppositionsführer Alexei Navalny hatte bereits am Sonntag gratuliert. Auf Twitter schrieb er: "Ich freue mich auf die neue Ebene der Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA."

Update vom 9. November, 8.38 Uhr: Die erste Trump-Behörde behindert die friedliche Machtübergabe an den Wahlsieger Joe Biden. US-Präsident Donald Trump will nun über eine Neuauszählung der Briefwahlstimmen im Amt bleiben. Er will beweisen, dass auch ungültige Wahlzettel in das Ergebnis mit eingeflossen seien - etwa die Stimmen bereits verstorbener US-Bürger. Derweil verweigert die US-Verwaltungsbehörde der Bundesgebäude (General Services Administration) dem Biden Team offenbar eine notwendige Unterschrift.

Die Verwaltungsbehörde ist für die Freigabe zuständig, dem neuen Regierungsteam Zugang zu Büroräumen, Geräten und auch Beamten zu gewähren. Dazu müsste die Behörde ein entsprechendes Papier unterzeichnen. Neben dem Zugriff auf die nötigen Verwaltungseinheiten würden dem Biden-Team damit in einem Verwaltungsakt Millionen von Dollar zugesprochen. Bisher habe man die Unterschrift verweigert, berichtet Focus.de unter Berufung auf die Washington Post.

US-Wahl 2020: Trump will Niederlage gegen Biden nicht eingestehen - und twittert bis in die Nacht hinein

Update vom 9. November 6.54 Uhr: Der noch amtierende US-Präsident Donald Trump wäre nun aufgerufen, seinen Nachfolger Joe Biden in die Regierungsgeschäfte einzuweihen. Doch Trump will die Wahl in den USA noch immer nicht anerkennen - das raubt ihm scheinbar den Schlaf. Bis etwa 0.40 Uhr Washingtoner Zeit twitterte der US-Präsident Medienbeiträge, die seinen Anspruch auf das Amt scheinbar stützen.

„Die Forderung jede Stimme zu zählen ist ein Verbrechen“, wirft etwa der ehemalige Rechtsanwalt Ken Starr in einem Interview mit dem Sender Fox News dem frisch gewählten Präsidenten Biden vor. Hatte selbst der Trump-nahe Fernsehsender Fox News Trump in den vergangenen Monaten immer wieder Verfehlungen in der Corona-Krise vorgeworfen, so versucht man nun scheinbar wieder die Wogen zu glätten.

Der TV-Beitrag in Trumps Post spricht Biden jedoch nicht den Wahlsieg ab. Lediglich wird die Aussage Bidens, jede Stimme solle gezählt werden, so interpretiert, als habe Biden dies auch auf ungültige Stimmen bezogen. Also solche Wahlzettel, die etwa Ehefrauen für ihren gestorbenen Mann abgeben würden.

Bidens Aufruf dürfte jedoch wenig mit einem solchen Szenario zu tun haben. Unter dem Motto „Jede Stimme zählt“, waren in den vergangenen Tagen und Wochen Tausende Amerikaner auf die Straße gegangen, die ihre Briefwahlstimmen zu verteidigen suchten. Zuvor hatte Donald Trump versucht die Auszählung der Briefwahlzettel zu verhindern.

US-Wahl 2020: Trump will Niederlage gegen Biden nicht eingestehen - nun meldet sich Melania Trump zu Wort 

Update vom 8. November, 21.21 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich nach seiner Niederlage über das in den USA seit dem 19. Jahrhundert etablierte System beklagt, dass große Medienhäuser einen Wahlsieger ausrufen. „Seit wann bestimmen die Lamestream-Medien, wer unser nächster Präsident sein wird?“, schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. „Wir alle haben in den vergangenen zwei Wochen viel gelernt.“ „Lamestream-Medien“ ist ein Kunstbegriff Trumps, der die von ihm kritisierten Mainstream-Medien und „lame“ (lahm) verquicken soll. 

US-Wahl 2020 im Ticker: Kamala Harris erinnert an Corona-Regeln

Update vom 8. November, 21.16 Uhr: Corona ist noch nicht vorbei. Daran will die neu gewählte Vize-Präsidentin Kamala Harris erinnern. Sie bittet deswegen auf Twitter alle weiterhin an ihre Masken zu denken: „Covid-19 ist immer noch hier. Bitte tragt weiter eine Maske und haltet Abstand.“

Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany hatte am Samstag eine Siegesfeier von Anhängern Bidens als Corona-Infektionsrisiko bezeichnet. Auf ihrem privaten Account verbreitete sie bei Twitter ein Video der jubelnden Menschenmenge vor dem Weißen Haus in Washington und schrieb: „Wo ist Joe Biden und ruft dazu auf, die massiven Super-Spreader-Events, die in seinem Namen abgehalten werden, zu beenden?“ 

US-Wahl 2020 im Ticker: Trump will Niederlage gegen Biden nicht akzeptieren - nun meldet sich Melania Trump das erste Mal

Update vom 8. November, 20.22 Uhr: Melania Trump meldet sich nun das erste Mal offiziell auf Twitter zu Wort. Ähnlich wie auch Ivanka Trump vor zwei Tagen, postet sie etwas Allgemeingültiges, das aber auch als Unterstützung von Donald Trump verstanden werden kann. „Das amerikanische Volk verdient faire Wahlen. Jede legale - nicht illegale - Stimme soll gezählt werden. Wir müssen unsere Demokratie durch komplette Transparenz schützen.“ Von Betrug und Korruption ist in keinerlei Hinsicht die Rede.

US-Wahl live: Joe Biden besucht Friedhof in der Nähe von Wilmington

Update vom 8. November, 19.25 Uhr: Trump tweetet und was macht Joe Biden nach der für ihn erfolgreichen US-Wahl? Er besucht den Gottesdienst und Gräber von Familienangehörigen in der Nähe seines Wohnortes Wilmington. Auf dem Friedhof in Greenville sind Bidens Sohn Beau, seine erste Ehefrau Neilia und die Tochter Naomi begraben. Beau starb 2015 an den Folgen eines Hirntumors. Neilia und Naomi Biden kamen 1972 bei einem Autounfall ums Leben. Biden (77) war damals 30 Jahre alt.

Nach der US-Wahl 2020 besucht Joe Biden den Friedhof St. Joseph on the Brandywine Church in Greenville nahe Wilmington. Dort liegen seine erste Ehefrau Neilia und die Tochter Naomi sowie Sohn Beau begraben.

Update vom 8. November, 19.12 Uhr: Der Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentenwahl ermöglicht aus Sicht von Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow die Rettung des letzten großen Abrüstungsvertrags zwischen Moskau und Washington. Biden sei ein aufrichtiger Mensch, der einen vernünftigen Weg gehe, sagte der frühere sowjetische Präsident der Agentur Interfax zufolge am Sonntag. „Jetzt wird es leichter“, sagte der 89-Jährige angesichts der bisher kaum erfolgreichen Versuche, den New-Start-Vertrag zur Begrenzung von Atomwaffen zu verlängern.

Unter US-Präsident Donald Trump hatte Russland zuletzt kaum noch Chancen für das Abkommen gesehen, das Anfang Februar endet.

US-Wahl 2020 im Ticker: Lindsey Graham stellt sich hinter Donald Trump

Update vom 8. November, 19.09 Uhr: Im Gegensatz zu Senator Mitt Romeny positioniert sich Senator Lindsey Graham ganz anders. Dieser bestärkt den amtierenden Präsidenten nach der vermeintlich verlorenen US-Wahl rechtliche Schritte einzuleiten. „Präsident Trump sollte sich nicht geschlagen geben“, sagte Graham am Sonntag im Interview mit dem TV-Sender Fox News.

„Dies ist eine umstrittene Wahl. Die Medien entscheiden nicht, wer Präsident wird. Wenn sie dies tun würden, gäbe es niemals einen republikanischen Präsidenten“, sagte Graham weiter. Trump müsse vor Gericht ziehen. Der Senator, der als Trump-Vertrauter gilt, führte den Fall von Personen an, die im Schlüsselstaat Pennsylvania angeblich gewählt hätten, obwohl sie bereits tot gewesen seien. Biden führt in dem Bundesstaat vor Ende der Auszählung mit 40 000 Stimmen.

US-Wahl 2020 im Ticker: Senator Mitt Romney stellt sich hinter Joe Biden als Präsidenten

Update vom 8. November, 18.47 Uhr: Auch weitere Republikaner versuchen Donald Trump dazu zu bringen, das „Richtige“ zu tun und Trumpwähler „versöhnlich“ zu stimmen, wie Biden es sich auch selbst wünscht. Einer von ihnen ist Mitt Romney. Er ruft dazu auf, sich hinter Joe Biden als Präsidenten zu stellen. Anzeichen von Wahlbetrug seien dem wiedergewählten Senator aus Utah nicht aufgefallen, wie er der CNN berichtet. „Ich glaube allerdings, dass es der Sache unserer Demokratie schadet, wenn wir von umfassendem Betrug und Korruption sprechen. Es gibt einfach zum jetzigen Zeitpunkt, keine Anzeichen dafür“, so der Senator.

US-Wahl im Ticker: Melania versucht Donald Trump zu beschwichtigen

Update vom 8. November, 17:46 Uhr: Auch wenn manche Republikaner einen versöhnlichen Ton anschlagen, Trumps Tweets, lassen dennoch nicht vermuten, dass er seine Niederlage so schnell eingestehen wird. Er zitiert auf Twitter Befürworter, die ebenfalls einen Wahlbetrug vermuten. Auch sein Sohn Donald Trump Jr. schürt weiter den Verdacht und gießt in vielerlei Hinsicht Öl ins Feuer. So tweetet er, dass gewalttätige Ausschreitungen ausblieben, obwohl so viele Republikaner sauer seien. Und auch Sohn Eric Trump retweetet fleißig Ansichten über einen Wahlbetrug. Nach einer friedlichen Einigung und Abgang von Trump und seiner Familie sieht das aktuell nicht aus.

Allerdings soll es zwei Personen aus Trumps inneren Kreis geben, die ihn dazu bringen wollen, die Niederlage zu akzeptieren. Einer davon ist Schwiegersohn Jared Kushner, wie bereits berichtet (siehe unten). Doch auch Melania Trump soll sich an ihren Mann nach CNN-Informationen gewandt und ihn gebeten haben, die Niederlage hinzunehmen. Eine CNN-Quelle soll die Konversation der beiden mitbekommen haben. Melania Trump soll ihm ihre Meinung „angeboten“ haben, wie sie es bereits oft zuvor getan haben soll.

US-Wahl 2020: Plötzlich kommen versöhnliche Töne aus Trump-Lager - Kommt es doch zu einer „friedlichen Machtübergabe“?

Erstmeldung vom 8. November: München - In der Geschichte Amerikas hat es wohl noch nie einen Präsidenten gegeben, der sich trotz einer offiziellen Wahlniederlage so uneinsichtig gezeigt hat. Noch immer kämpft Trump mit allen Mitteln - sei es mit Schimpftiraden auf Twitter oder mit Klagen - um sich die Pleite nicht eingestehen zu müssen.

Teils wurde in TV-Shows schon der Fall diskutiert, wie vorzugehen sei, wenn sich Trump auch nach dem 20. Januar weigere, das Weiße Haus zu verlassen. Doch bei all der Uneinsichtigkeit, die dem 74-Jährigen attestiert wird, sind nun auch versöhnliche Töne aus dem Trump-Lager zu vernehmen.

US-Wahl 2020: Ausgerechnet „Fox“ berichtet von Friedensplänen

So häufen sich nun die Berichte aus den USA, laut denen der noch amtierende US-Präsident am Ende vielleicht doch Einsicht zeigen könnte. So berichtet beispielsweise Fox News, bekannt für seine Nähe zum Trump-Lager, dass der Präsident „eine friedliche Machtübergabe garantieren“ will, „wenn die Klagen keine Aussicht auf eine weitere Amtszeit eröffnen“. Hierzu sei gesagt, dass Trump zahlreiche Klagen in umkämpften Staaten eingereicht hat und auch gewillt ist, weitere einzureichen.

Hinter der Idee einer „friedlichen Machtübergabe“ soll laut CNN vor allem Schwiegersohn Jared Kushner stehen. Weiter berichtet der Sender, dass es bisher jedoch noch keinen Kontakt zwischen Trump und seinem Nachfolger Joe Biden gegeben haben soll. (kus) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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