Schwere Vorwürfe

USA beschuldigen Syrien der Tötung Tausender Gefangener

Washington - Berichte über Tötungen und Folter in syrischen Gefängnissen gab es bereits mehrfach, zuletzt von Amnesty. Nun sagen die USA, Syrien verbrenne getötete Gefangene systematisch.

Die USA beschuldigen die syrische Regierung, Tausende Gefangene getötet und in einem Krematorium verbrannt zu haben. Diese Vorwürfe erhob das US-Außenministerium am Montag in Washington. Das Ministerium kündigte an, zum Beweis Fotos des Krematoriums veröffentlichen zu wollen.

Es soll sich um das berüchtigte Gefängnis Saidnaja unweit von Damaskus handeln. Das Krematorium befinde sich auf dem Gelände des Gefängnisses.

Bereits im Februar hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen Bericht über systematische Massenhinrichtungen in syrischen Gefängnissen vorgelegt. Diesem Bericht zufolge ließ die syrische Regierung zwischen 5000 und 13.000 Gefangene bei Massenhinrichtungen töten. Die Menschen seien von 2011 bis 2015 ohne ein rechtsstaatliches Verfahren in Saidnaja gehängt worden.

Stuart Jones aus dem US-Außenministerium sagte, täglich seien bis zu 50 Gefangene verbrannt worden, um Spuren ihrer Tötung zu beseitigen. Andere Getötete seien in Massengräbern verscharrt worden.

In den Zellen des Gefängnisses würden bis zu 70 Gefangene in Zellen gepfercht, die für fünf Menschen vorgesehen seien, sagte Jones. Die Informationen, auf die sich das State Department beruft, seien von einer Reihe von Nichtregierungsorganisationen, Medien und Geheimdienstberichten zusammengetragen worden.

Jones sagte, Russland sehe den Gräueltaten in Syrien tatenlos zu oder unterstütze sie sogar.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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