USA

Schüsse bei Anti-Rassismus-Demonstration in Louisville – ein Mann stirbt

Die Proteste nach dem Tod von George Floyd ebben nicht ab. Auf einer Demonstration gegen Rassismus in Louisville wurde am Samstag ein Mann erschossen.

Update vom Sonntag, 28.06.2020, 8.52 Uhr: In Louisville im US-Bundesstaat Kentucky ist ein Mann bei einer Demonstration gegen Rassismus erschossen worden. Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Samstagabend gegen 21 Uhr (Ortszeit) im Jefferson Square Park im Zentrum der Stadt. Menschen hätten noch versucht, erste Hilfe bei dem angeschossenen Mann zu leisten, doch er sei noch am Tatort verstorben.

Kurz darauf sei ein weiterer Mensch in unmittelbarer Nähe angeschossen worden, der nicht lebensgefährlich verletzt wurde. Wie viele Schützen es gab, war unklar. Auch zu den Opfern machte die Polizei keine weiteren Angaben. Der Bürgermeister von Louisville, Greg Fischer, erklärte seine „tiefe Trauer angesichts der Gewalt“. Im Vorfeld der Anti-Rassismus-Kundgebung hatte Fischer rechte Gegendemonstranten aufgefordert, sich von dem Protest im Jefferson Square Park fernzuhalten. 

Zuvor hatte die Lokalzeitung „Louisville Courier Journal“ berichtet, „bewaffnete Patrioten-Gruppen“ wollten den Anti-Rassismus-Demonstranten entgegentreten. In Louisville gibt es seit Wochen Demonstrationen gegen den Tod der Afroamerikanerin Breonna Taylor bei einem Polizeieinsatz in ihrer eigenen Wohnung vor drei Monaten. Zusätzlich befeuert wurden die Proteste durch den Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis Ende Mai, der landesweit Massenproteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst hat.

Schwarze Amerikaner setzen Hoffnung in die Proteste

+++13.23 Uhr: Schwarze Amerikaner setzen große Hoffnungen auf Veränderungen in den USA durch die landesweiten Proteste* nach dem durch Polizisten verursachten gewaltsamen Tod von George Floyd. Das ergab eine Ipsos-Umfrage für die „Washington Post“.

59 Prozent der befragten schwarzen Amerikaner glauben, dass die Proteste einen Unterschied machen werden, wie sehr weiße Amerikaner sich künftig mit Diskriminierung beschäftigen. Immerhin noch 54 Prozent glauben, dass sich die Behandlung von Schwarzen durch die Polizei zum Positiven verändern wird.

Eine Veränderung, die dringend notwendig wäre, denn derzeit glauben 95 Prozent der schwarzen Amerikaner, dass sie von der Polizei weniger fair behandelt werden als andere Bevölkerungsgruppen. Diese Ungleichbehandlung von Schwarzen nehmen immerhin auch 60 Prozent der weißen Amerikaner wahr.

Der Status Quo ist hingegen ernüchternd: In den vergangenen Jahren hatten 36 Prozent der schwarzen Amerikaner bei mindestens einer Gelegenheit Angst, von einem Polizisten körperlich verletzt zu werden. Bei weißen Amerikanern hatten nur fünf Prozent diese Befürchtung.

Twitter versieht neuen Trump-Tweet mit Warnhinweis

Update vom Mittwoch, 24.06.2020, 6.40 Uhr: Twitter hat erneut einen Tweet von US-Präsident Donald Trump mit einem Warnhinweis versehen. Trump hatte am Dienstag (Ortszeit) per Kurznachricht Demonstranten in der Hauptstadt gedroht, dass sie mit„massiver Gewalt“ rechnen müssten, sollten sie versuchen, eine „autonome Zone“ in Washington zu errichten. 

„Solange ich Ihr Präsident bin, wird es in Washington, D.C., niemals eine ‚autonome Zone‘ geben“, schrieb Trump. Das soziale Netzwerk versteckte den Tweet hinter einem Hinweis, in dem es hieß, dass dieser gegen Regeln des Netzwerks zu „missbräuchlichem Verhalten“ verstoße. Da möglicherweise ein öffentliches Interesse daran bestehe, bleibe er aber zugänglich.

Am Montag hatten Demonstranten unweit des Weißen Hauses einige Barrikaden und Zelte aufgestellt und versucht, eine „autonome Zone“ einzurichten, in der die Polizei keinen Zutritt hätte. In der Großstadt Seattle an der Westküste war dies Demonstranten gelungen, was Trump wiederholt scharf verurteilt hatte.

Demo-Verbot wegen Corona-Infektionen

Update vom Dienstag, 23.06.2020, 14.32 Uhr: Nach dem Tod von George Floyd geht in den USA kaum ein Tag ohne Proteste und Demonstrationen vorüber. Doch damit soll in South Carolina erst einmal Schluss sein. Grund dafür sind mehrere Corona-Infektionen unter Demonstranten und Organisatoren.

Auch in Columbia, South Carolina, kam es nach dem Tod von George Floyd immer wieder zu Protesten. Doch jetzt wollen Aktivisten vorerst auf Demonstrationen verzichten.

Proteste in den USA: Mehrere Infektionen unter Aktivisten in South Carolina

In einem Facebook-Video verkündete der Organisator Lawrence Dishawn Nathaniel, dass mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, die am 30. Mai in Columbia in South Carolina demonstrieren waren. Darunter seien vier Organisatoren, drei Fotografen und sechs Demonstranten.

„Lasst euch testen und kommt nicht zu einem Protest, bevor ihr euch habt testen lassen“, sagt der Organisator eindringlich in dem Video auf Facebook. Man wolle abwarten, bis man ein besseres Sicherheitskonzept für weitere Proteste entwickelt habe oder bis die Anzahl an Corona-Fällen wieder abnehme, so Nathaniel. Bis dahin würden die Proteste online stattfinden und seine Gruppe würde nach der Demonstration am Mittwoch (24.06.2020) vorerst keine weiteren mehr unterstützen.

Tod von George Floyd: Beteiligter Polizist kommt auf Kaution aus dem Gefängnis 

Update vom Samstag, 20.06.2020, 20:11 Uhr: Ein weißer Ex-Polizist, der ebenfalls wegen Beihilfe zur Tötung von George Floyd angeklagt wurde, ist auf Kaution aus dem Gefängnis gekommen. Laut Gefängnisdatenbank des Bezirks Hennepin im US-Bundesstaat Minnesota ist der 26-Jährige am Freitagabend aus der Haft entlassen worden. Demnach hinterlegte der frühere Polizist eine Kaution in Höhe von 750.000 US-Dollar (knapp 660.000 Euro), um unter Auflagen bis zu einem möglichen Urteil freizukommen. Bereits am 10. Juni war ein ebenfalls an dem Einsatz gegen Floyd beteiligter Ex-Polizist nach Hinterlegung einer Kaution unter Auflagen freigekommen.

Polizeigewalt in den USA: Donald Trump beschließt Reformen

Update, 10:47 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat begrenzte Polizeireformen beschlossen. Trump unterzeichnete im Weißen Haus eine Verfügung, die Polizeibehörden Mittel des Justizministeriums in Aussicht stellt. Die Behörden müssten sich dafür zur Einhaltung bestimmter Standards beim Einsatz von Gewalt verpflichten, sagte der Präsident. Unter anderem dürften Würgegriffe bei Verdächtigen nach diesen Standards nur bei Lebensgefahr für den betroffenen Polizisten zur Anwendung kommen.

Update vom Mittwoch, 17.06.2020, 10.33 Uhr: Nachdem der 27 Jahre alte Afroamerikaner Rayshard Brooks am vergangenen Wochenende getötet wurde, meldet sich ein schwarzer Sheriff aus Georgia zu Wort. Er behauptet, die Schüsse gegen Brooks wären gerechtfertigt gewesen, wie CNN berichtet. 

Sheriff Alfonzo Williams sagte: „Wir haben in dem Video gesehen, dass Brooks in einen Kampf mit den Polizisten verwickelt war. Brooks schafft es, dem Polizisten eine nicht tödliche Waffe, einen Taser, zu entwenden und anschließend zu flüchten“, so der Sheriff von Burke County. 

„Dann drehte Brooks sich um und schoss mit dem Taser auf die Polizisten.“ Auf dem Videomaterial war zu sehen, dass der Taser keinen der beiden Polizisten getroffen hatte. „Wenn ein Polizist von einem Taser getroffen wird, versteifen sich seine Muskeln und er kann sich nicht mehr bewegen. Deshalb waren die Schüsse absolut gerechtfertigt.“ 

Polizeigewalt in den USA: Appell von Pop-Star Beyoncé drei Monate nach Tod von Breonna Taylor

Update vom Montag, 15.06.2020, 20.30 Uhr: Drei Monate nach den tödlichen Polizeischüssen auf die Afroamerikanerin Breonna Taylor in ihrer eigenen Wohnung hat Pop-Star Beyoncé Konsequenzen für die beteiligten Polizisten gefordert. „Drei Monate sind vergangen - und niemand wurde festgenommen und kein Polizist wurde entlassen“, schrieb die Sängerin in einem Brief an den Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Kentucky. Die drei weißen Beamten müssten „zur Rechenschaft gezogen werden.

Generalstaatsanwalt Daniel Cameron müsse „für Gerechtigkeit für Breonna Taylor sorgen und den Wert des Lebens einer schwarzen Frau hervorheben“, forderte Beyoncé weiter. Notwendig sei auch eine transparente Untersuchung über den Umgang der örtlichen Polizei mit den tödlichen Schüssen in der Stadt Louisville in Kentucky. 

Polizisten in Zivil hatten Mitte März bei der Suche nach zwei mutmaßlichen Drogendealern kurz nach Mitternacht Taylors Wohnung gestürmt, während die 26-jährige Notfallsanitäterin in ihrem Bett schlief. Taylors ebenfalls in der Wohnung anwesender Freund eröffnete daraufhin das Feuer. Bei dem folgenden Schusswechsel wurde die junge Frau getötet. 

Nach Tod von George Floyd: Mehrere Polizisten quittierten Dienst in Minneapolis

+++ 21.31 Uhr: Nachdem der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA ums Leben kam, haben in Minneapolis (Minnesota) bislang mindestens sieben Beamte ihre Jobs aufgegeben und die dortige Polizeibehörde verlassen. Das berichtete die lokale Zeitung „Star Tribune“ unter Berufung auf den Sprecher der Stadt, Casper Hill. 

Genaue Details zu den Gründen nannte Hill jedoch nicht. Weitere Polizisten seien dabei, die Behörde zu verlassen, berichtete das Blatt unter Berufung auf die Polizei. Die Polizei in Minneapolis steht unter enormem Druck. Seit Floyds Tod am 25. Mai ist es in Minneapolis und im ganzen Land zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt, Rassismus und Diskriminierung gekommen.

Proteste in den USA: Nach tödlicher Polizeigewalt – Eskalation in Atlanta

Update vom Sonntag, 14.06.2020, 17.42 Uhr: Der Tod eines Afroamerikaners nach einer Polizeikontrolle in Atlanta hat die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA befeuert. In der Nacht auf Sonntag stand ein Schnellrestaurant in der Hauptstadt von Georgia in Flammen - davor hatte am Freitagabend ein Polizist den 27-jährigen Rayshard Brooks niedergeschossen. Örtliche Medien berichteten, es seien mindestens 36 Menschen bei Protesten festgenommen worden.

Nach Tod von George Floyd: Afroamerikaner in Atlanta durch Polizei getötet

Update vom Samstag, 13.06.2020, 20.17 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA, wird erneut ein Fall eines durch Polizisten erschossenen Afroamerikaners untersucht. Ein 27-jähriger Mann soll bei einer gescheiterten Festnahme am Freitagabend in Atlanta erschossen worden sein. Bei dem Opfer handele es sich nach der Tageszeitung AJC um Rayshard Brooks.

Laut dem Kriminalamt des Bundesstaates Georgia sei die Polizei zu einem Schnellrestaurant gerufen worden, in dessen Autoschlange ein Mann in einem Wagen eingeschlafen war. Andere Fahrzeuge hätten an ihm vorbei fahren müssen. Die Polizei wollte bei dem 27-jährigen Brooks aus Atlanta eine Alkoholkontrolle durchführen, dieser weigerte sich jedoch. Es sei zu einem Kampf gekommen, in dessen Folge Brooks getötet wurde. Im Netz kursierte ein nicht verifizierbares Video, das den Vorfall zeigen soll.

Proteste nach Tod von George Floyd in den USA: New York verhängt für Polizei-Würgegriff hohe Strafen

+++ 19.58 Uhr: Nach wochenlangen Protesten gegen Polizeibrutalität hat der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, ein erstes Gesetzespaket mit Reformen unterzeichnet. Es sieht unter anderem maximale Haftstrafen von bis zu 15 Jahren für Polizisten vor, die durch einen Würgegriff Menschen verletzen oder töten. Außerdem sollen künftig die Akten zu Fehlverhalten und Disziplinarverfahren von Polizisten leichter einsehbar sein.

+++ 15.13 Uhr: Nach dem Tod von George Floyd haben Demonstranten gegen Rassismus und Polizeigewalt in Seattle eine „Autonome Zone“ eingerichtet. Der konservative Sender – und Donald Trumps Lieblingskanal – versucht, aus der Zone ein Gebiet voller Chaos und Gewalt zu machen.

Während eines Interviews mit einem Reporter vor Ort, blendet der Sender ein einzelnes Video ein, in dem ein junger Mann von anderen Personen aufgefordert wird, ein offenbar gestohlenes Handy herauszugeben. Er wird als Dieb bezeichnet und hantiert mit einem Baseballschläger herum, um sich die umstehenden Menschen offenbar vom Hals zu halten. Das Video ist so kurz, der Zuschauer weiß gar nicht, um was es geht.

Aus dem Video zieht „Fox News“ die Erkenntnis: In der Zone gehe es nicht friedlich zu, es herrschen Gewalt und Anarchie.

Proteste nach Tod von George Floyd in den USA: Frau (22) stirbt nach Demonstration

+++ 13.20 Uhr: In den USA ist eine 22-jährige Frau gestorben, zwei Tage zuvor soll sie auf einer Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt Tränengas und Pfefferspray von der Polizei abbekommen haben. Dies berichtet die US-amerikanische Tageszeitung „Dayton Daily News“.

Demnach meldete der Vater der jungen Frau dem Büro der Gerichtsmedizin, dass seine Tochter an einer Demonstration am 28. Mai in Columbus (Ohio) teilgenommen habe und dort Tränengas und Pfefferspray ausgesetzt gewesen war. Dieses sei von den Einsatzkräften eingesetzt worden, um die Menge auseinanderzutreiben.

Am 30. Mai sei sie von der Familie zuhause leblos aufgefunden worden, Angehörige brachten sie ins Krankenhaus. Dem Autopsiebericht kam sie in der Klinik schon mit einem Herzstillstand an. Kurz nach diesem starb sie.

Dem Bericht der Zeitung nach hatte die 22-Jährige keine Vorerkrankungen, aussschließlich eine Erdnussallergie. Einen offiziellen Bericht zum Tod der 22-Jährigen gibt es noch nicht, laut Polizei werde die Todesursache untersucht.

Proteste in den USA nach Tod von George Floyd: Demonstranten richten „Autonome Zone„ ein

Update vom 12.06.2020, 09.40 Uhr: Demonstranten haben nach Tagen des Protests und Auseinandersetzungen mit der Polizei wegen des Todes von George Floyd in Seattle unweit des Kapitols eine „Autonome Zone“ eingerichtet. Am Eingang in das Stadtviertel findet sich nun ein Schild, auf dem steht: „Willkommen in der Autonomen Zone Capitol Hill“.

US-Präsident Donald Trump sieht die Proteste in Seattle außer Kontrolle - weshalb er mit Maßnahmen seiner Regierung gedroht hat: „Wenn sie die Situation nicht wieder in Ordnung bringen, werden wir sie in Ordnung bringen“, sagte Trump am Donnerstagabend bei Fox News mit Blick auf die lokalen Verantwortlichen.

Nach Tod von George Floyd: Mitangeklagter Polizist wieder auf freiem Fuß

+++ 11.15 Uhr: Ein wegen Beihilfe zur Tötung des Afroamerikaners George Floyd angeklagter weißer Polizist ist auf Kaution aus dem Gefängnis gekommen. Wie aus der Gefängnisdatenbank des Bezirks Hennepin hervorgeht, wurde der 37-Jährige am Mittwoch (Ortszeit) bis zu einem möglichen Urteil aus der Haft entlassen. Für den Beamten war zuvor eine Kaution von einer Million US-Dollar (rund 880 000 Euro) für eine auflagenfreie Freilassung oder 750 000 US-Dollar (knapp 660 000 Euro) gegen Bedingungen festgesetzt worden.

Weiterer Fall von Polizeigewalt wird untersucht

Update von Donnerstag, 11.06.2020, 09.09 Uhr: Im US-Bundesstaat Washington soll der Fall eines Afroamerikaners neu untersucht werden, der Anfang März im Polizeigewahrsam gestorben war. Dies kündigte Gouverneur Jay Inslee am Mittwoch an, nachdem ein neues Video des Vorfalls aufgetaucht war. Darin ist nach Angaben eines Anwalts der Hinterbliebenen zu hören, wie der 33-jährige Manuel Ellis bei seiner Festnahme in der Stadt Tacoma mehrfach sagt: „Ich kann nicht atmen.“ Die gleichen Worte hatte der Afroamerikaner George Floyd benutzt, der vor zweieinhalb Wochen bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötet worden war. 

Floyds Tod löste zahlreiche Demonstrationen gegen Rassismus und exzessive Polizeigewalt in den USA und anderen Ländern aus. Die bisherigen gerichtsmedizinischen Untersuchungen zu Ellis' Tod ergaben, dass er an Atemstillstand aufgrund physischer Gewalteinwirkung starb. Die Einnahme von Methamphetamin und eine Herzkrankheit könnten demnach auch zu seinem Tod beigetragen haben. Die Bürgermeisterin von Tacoma, Victoria Woodards, forderte in der vergangenen Woche, strafrechtliche Ermittlungen gegen die vier an Ellis' Festnahme beteiligten Polizisten einzuleiten.

Nach Tod von George Floyd: Polizeichef von Minneapolis verspricht Reformen

+++ 19.00 Uhr: Nachdem der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis starb, hat der Polizeichef der Stadt umfangreiche Reformen versprochen. Er wolle in einem ersten Schritt sicherstellen, dass Polizisten bei Fehlverhalten leichter entlassen werden könnten, so Polizeichef Medaria Arradondo. Außerdem wolle er neue Systeme einführen, die dabei helfen sollten, frühe Warnzeichen von Fehlverhalten zu erkennen und dagegen vorzugehen. Gegen den weißen Polizisten, der Floyd sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken drückte, waren US-Medienberichten zufolge 17 Beschwerden in seinen fast 20 Dienstjahren eingereicht worden.

„Es wird viele weitere Reformen geben“, sagte Arradondo. „Es wird Zeit kosten, und es wird harte Arbeit werden.“ Der Polizeichef fügte hinzu, zahlreiche seiner Mitarbeiter hätten ihm gegenüber zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht so seien wie der inzwischen des Mordes angeklagte Polizist, dessen Namen er sich auszusprechen weigere. Arradondo ist der erste schwarze Polizeichef von Minneapolis im Bundesstaat Minnesota.

Bruder von George Floyd vor dem Justizausschuss im US-Repräsentantenhaus

+++ 17.45 Uhr: Vor dem Justizausschuss des US-Repräsentatenhauses fordert ein Bruder von George Floyd Gerechtigkeit: „Es liegt an Ihnen, sicherzustellen, dass sein Tod nicht umsonst ist“, sprach Philonise Floyd die Abgeordneten in Washington direkt an. George Floyd sei ein freundlicher, milder Mann gewesen. Auch in dem Video seiner Tötung sei zu sehen, dass er respektvoll zu den Polizisten war und sich nicht gewehrt habe. „Der Mann, der ihm das Leben nahm, der ihn acht Minuten und 46 Sekunden erstickte - er (Floyd) hat ihn noch immer „Sir“ genannt, als er ihn um sein Leben anflehte“, so Philonise Floyd.

George Floyd hätte niemandem etwas zuleide getan, so sein Bruder weiter. „Er hatte es nicht verdient, wegen zwanzig Dollar zu sterben.“ Floyd war wegen des Verdachts, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen worden. „Ich frage Sie, ist es das, was ein Schwarzer wert ist? Zwanzig Dollar?“, fragte Philonise Floyd im Justizausschuss.

Polizei nimmt Tausende bei Floyd-Protesten fest: „Miserable Zustände“ ohne Wasser und Masken

+++ 14.19 Uhr: Bei den landesweiten Protesten gegen Polizeigewalt, hat die Polizei mehr als 10 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer festgenommen. In New York sollen rund 2000 Festnahmen teils unter „miserablen Zuständen“ stattgefunden haben. Die Juristinnen und Juristen der gemeinnützigen „Legal Aid Society“ berichten im „Guardian“ von 48-stündigen Massenfestnahmen, ohne Schutzmasken, Nahrung oder Wasser. 

Die Festnahmen in New York erfolgten meist für störendes Verhalten, Widerstand gegen die Festnahme oder eine Verletzung der inzwischen wieder aufgehobenen Ausgangssperre. Auf dem Revier sei den festgenommenen Demonstrantinnen und Demonstranten das Recht auf einen Telefonanruf verwehrt worden. Die Anwältinnen und Anwälte äußern auch den Vorwurf, die Polizei habe währenddessen keine Schutzmasken getragen und sogar die Masken einiger festgenommener Personen konfisziert. Die Demonstrantinnen und Demonstranten seien teils in „voll gepackte“ Zellen eingeschlossen worden, in denen die Einhaltung von Abstandsregeln unmöglich war. Die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus mache die Lage in den Zellen daher noch bedrohlicher. 

Einige Personen wurden laut Rigodis Appling, einer Anwältin der Legal Aid Society, für bis zu 48 Stunden festgehalten. Unter normalen Umständen ist dies in New York illegal, doch die übliche 24-Stunden-Regel wurde während der Proteste aufgehoben. Sie betonte, dass vor allem Schwarze und aus Lateinamerika stammende Personen nach der Festnahme auch wirklich angeklagt werden. Häufig belastet mit schwereren Vergehen als andere. 

Proteste nach Tod von George Floyd: Langjährige Polizei-Serie abgesetzt

+++ Update vom Mittwoch, 10.06.20, 10.02 Uhr: Die Proteste gegen Polizeigewalt zeigen inzwischen auch im Fernsehgeschäft ihre Wirkung. Die US-Kabelsender Paramount Network hat seine langjährige Serie „Cops“ gestrichen. „Cops läuft nicht bei Paramount Network und wir haben keine aktuellen oder zukünftigen Pläne [die Serie] zurück zu holen.“ 

Die Serie „Cops“ lief seit 1989 mit rund 33 Staffeln und war eine der erfolgreichsten frühen Reality-TV-Shows in den USA. Sie zeigte Polizeistreifen bei ihrer täglichen Arbeit. Die Show wurde zunehmend kritisiert, mit dem Vorwurf sie würde Polizeiarbeit als Unterhaltung glorifizieren. Das Kamerateam nahm zudem als Teil der Streife immer nur die Perspektive der Polizeibeamten ein. Dabei filmten sie reale Verhaftungen, nicht selten auf erniedrigende Art und Weise. 

Auch wurden in der Serie, verglichen mit realen Kriminalitätsstatistiken, überdurchschnittlich häufig Schwarze oder Latinx (engl. Bezeichnung für Menschen aus Lateinamerika) Verdächtigte verfolgt. Aus Respekt gegenüber der Familie von George Floyd und anderen, die ihr Leben verloren haben, habe man daher die Serie vorerst aus dem Programm genommen, bevor sie nun endgültig gecancelt wurde. 

Trump bezeichnet Opfer von Polizeigewalt als „Agenten der Antifa“

+++ 16.55 Uhr: Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der landesweiten Proteste nach dem Tod von George Floyd in Polizeigewahrsam berichten von Übergriffen seitens der Einsatzkräfte. Ein Video aus Buffalo zeigt einen Polizisten, der einen 75 Jahre alten Mann heftig zu Boden schubst. Der Mann bleibt mit einer offensichtlichen Kopfverletzung bewusstlos liegen und wurde anschließend in ein Krankenhaus eingewiesen. Zwei Polizeibeamte wurden daraufhin suspendiert. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen angekündigt.

Proteste gegen Polizeigewalt: Donald Trump verbreitet Verschwörungstheorie

Donald Trump hat sich auf Twitter zu den Vorkommnissen in Buffalo geäußert. Dort mutmaßte der US-Präsident, bei dem Mann namens Martin Gugino könne es sich um einen „Provokateur der Antifa“ handeln. Gugino, der in dem Video mit erhobenen Händen vor den anrückenden Polizisten steht und sich nicht bewegt, habe laut Trump in Wirklichkeit deren Kommunikation abhören und anschließend stören wollen.

Donald Trump bezieht sich in seinem Artikel auf den ultrarechten Fernsehsender „One America News Network (OANN)“. Dort wurde kurz zuvor eine entsprechende Verschwörungstheorie verbreitet. Beweise für die Anschuldigungen lieferte OANN nicht.

Polizeigewalt in den USA: Aufregung um Fall in Philadelphia

+++ 12.48 Uhr: Die weltweiten Proteste nach dem Tod von George Floyd haben den Diskurs rund um Polizeigewalt verändert. Während immer mehr Videos von brutalen Übergriffen von Polizisten auf Demonstrierende veröffentlicht werden, fordern vor allem in den USA viele eine tiefgreifende Reform und die Entlassung von gewalttätigen Beamten.

So zum Beispiel auch im US-Bundesstaat Philadelphia, wo der Polizist Joseph Bologna wegen eines Angriffs angezeigt wurde. Der Fall erhielt Aufmerksamkeit, weil in einem weit verbreiteten Video zu sehen ist, wie Bologna bei Protesten einem jungen Demonstranten mit einer Metallstange auf den Kopf schlägt. 

Für seine Kollegen scheint der vorerst suspendierte Polizist Bologna dennoch klar im Recht zu sein. Hunderte haben ihm beim Verlassen der Polizeigewerkschaft in Philadelphia applaudiert. Die Gewerkschaft teilte ihm volle Unterstützung mit.

Polizeigewerkschaften in den USA sind traditionell konservative Organisationen, die es Polizeichefs schwer machen, größere Reformen durchzusetzen. Auch kämpfen sie häufig mit Erfolg dafür, dass Polizisten und Polizistinnen, die für ihr Fehlverhalten entlassen wurden, wieder eingestellt werden müssen. Die Untersützung, die Bologna derzeit innerhalb der Polizei erfährt, zeigt wie schwierig es in den USA sein wird, nachhaltige Polizeireformen einzuführen.

Jared Kushner lobt Polizei für Zusammenarbeit

+++11.18 Uhr: Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater des Präsidenten Donald Trump hat sich während einer Diskussion mit Polizeibeamten im Weißen Haus zu den Protesten geäußert. Die Polizei habe die Aufrufe der Gemeinschaft gehört und daraufhin gesehen, welche Ungerechtigkeiten im System behoben werden müssten. In Reaktion darauf, hätten die Sicherheitskräfte zusammen gearbeitet, um diese zu reparieren. „Hoffentlich kann die Polizei, in einer Zeit in der viele Menschen unterschiedlichen Schmerz empfinden, ein Vorbild für Zusammenarbeit sein und uns helfen Lösungen zu entwickeln, um das Land voran zu bringen“, sagte Kushner.

Dieses Statement der Gemeinschaft steht in scharfem Kontrast zu den Demonstrationen gegen Polizeigewalt, denen nicht selten mit weiterer Polizeigewalt begegnet wird. In einzelnen Städten haben lokale Regierungen unterdessen versprochen, finanzielle Mittel für die Polizei zu streichen.* In Minneapolis, wo die Proteste nach dem Tod von George Floyd begannen, versuchen lokale Regierungsmitglieder die gesamte Polizei aufzulösen. 

Polizisten schlitzen Autoreifen auf und demolieren Einsatzwagen

+++ 9.12 Uhr: Während der Proteste in den USA zirkulieren online zahlreiche Videos, die gewaltsames Vorgehen des Polizei gegen Demonstrierende dokumentieren. Nun haben mehrere Menschen festgehalten, wie Polizisten auch Fahrzeuge beschädigen. Das US-Magazin „Mother Jones“ berichtete, dass Polizisten in der Stadt Minneapolis die Reifen mehrerer Autos, nahe der Proteste eingeschlitzt hatten. Viele der Fahrzeuge gehörten dementsprechend den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Demonstration

USA: Polizei beschädigt Autos - auch ein eigenes

Laut der Zeitung „Star Tribune“ aus Minnesota soll es sich dabei um eine strategische Maßnahme der Polizisten gehandelt haben. Damit sollte verhindert werden, dass Menschen mit den Fahrzeugen auf gefährliche Weise in die Proteste oder die Polizisten fahren. Beides war im Laufe der Proteste schon vorgekommen. Zudem hätten die Wagen laut Polizeiberichten auch gefährliche Gegenstände wie Steine und Beton enthalten.

Ein weiteres Video zeigt allerdings auch, wie mehrere Polizisten mit Schlagstöcken ihr eigenes Fahrzeug zertrümmern. Ein Mann, der die Situation filmte, verdächtigte sie, danach die Demonstrierenden der Schäden beschuldigen zu wollen. 

Weiße Polizeichefin überlässt Posten Afroamerikaner 

+++ 7.10 Uhr: Wegen ihres Umgangs mit den Protesten nach dem Mord an dem Afroamerikaner George Floyd sah sie sich Kritik ausgesetzt. Nun ist die weiße Polizeichefin von Portland im US-Bundesstaat Oregon zurückgetreten und hat einen afroamerikanischen Kollegen als ihren Nachfolger bestimmt. 

Sie sei Forderungen nach Veränderungen gefolgt und die Veränderung in der Führung der Polizeibehörde „kommt von Herzen“, schrieb Jami Resch am Montag (Ortszeit) auf Twitter. Resch hatte nach lokalen Medienberichten ihren Job erst vor weniger als sechs Monaten begonnen und nun Leutnant Chuck Lovell gefragt, ob er sie ersetzen wolle. „Es wird schwierig. Ich mache mir keine Illusionen“, sagte Lovell am Montag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz.

Biden sieht einen Wendepunkt in der Geschichte 

Update Dienstag, 09.06.2020, 4.17 Uhr: Der Tod von George Floyd markiert nach Ansicht des designierten Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten, Joe Biden, einen Wendepunkt in der Geschichte der USA. Der Ex-Vizepräsident hatte am Montag mit seiner Frau Jill in der texanischen Stadt Houston für rund eine Stunde Angehörige Floyds getroffen, darunter dessen sechs Jahre alte Tochter Gianna. Sie hatte kürzlich gesagt, ihr Vater habe die Welt verändert. „Ich denke, ihr Vater wird die Welt verändern“, sagte Biden dem Sender CBS in Anspielung auf Giannas Aussage. „Ich denke, was hier passiert ist, ist einer dieser großen Wendepunkte in der amerikanischen Geschichte, was bürgerliche Freiheiten, Bürgerrechte und die gerechte Behandlung von Menschen mit Würde betrifft.“

Biden sprach sich klar gegen die drastische Einkürzung der Finanzierung der Polizeibehörden aus - eine Forderung, die bei den Protesten seit Floyds Tod zunehmend Widerhall findet. Vielmehr unterstütze er, Bundesmittel an Bedingungen zu knüpfen, nämlich daran, ob die Polizei „bestimmte grundlegende Standards von Anstand und Ehrenhaftigkeit“ erfülle, sagte Biden. Konkreter wurde er nicht. 

"Walk of Fame": Donald Trumps Stern übersprüht

+++ 21.55 Uhr:  Donald Trumps Stern auf dem berühmten "Walk of Fame" in Hollywoodist bei Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd schwarz übersprüht worden. Der Internet-Dienst "TMZ.com" und andere US-Medien veröffentlichten am Montag Fotos und Social-Media-Posts von der beschädigten Plakette. Mit Farbe waren auch die Buchstaben BLM (Black Lives Matter/Schwarze Leben zählen) auf den Bürgersteig geschrieben worden.

Zehntausende Menschen hatten am Sonntag an einer "Black Lives Matter"-Demonstration in Hollywood teilgenommen. Dem Sender CBS zufolge wurde die Plakette am Montag (Ortszeit) gereinigt. Der "Walk of Fame" mit fast 2700 Sternen, der durch das Zentrum von Hollywood verläuft, wird von der örtlichen Handelskammer verwaltet.

Tod von George Floyd: Polizist könnte auf Kaution freikommen

+++ 21.33 Uhr: Ein wegen der Tötung des Afroamerikaners George Floyd angeklagter weißer Polizist könnte bis zu einem möglichen Urteil auf Kaution aus dem Gefängnis kommen. Mindestens eine Million Dollar müssten für seine vorläufige Freilassung als Sicherheit hinterlegt werden, teilte das zuständige Gericht im Bundesstaat Minnesota am Montag zu Beginn der ersten Anhörung des Polizisten mit. Einem entsprechenden Dokument zufolge wurde dabei festgesetzt, dass der Angeklagte den Bundesstaat nicht verlassen und nicht als Polizist arbeiten dürfe. Außerdem ist es ihm demnach verboten, Kontakt zu Floyds Familie zu haben, auch muss er seine Schusswaffen abgeben.

Der 46-Jährige Floyd war am 25. Mai in Minneapolis bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Die Ermittler klagten den Polizisten daraufhin unter anderem wegen Mordes zweiten Grades an. Darauf steht in den USA eine Haftstrafe bis zu 40 Jahren. Auch drei weitere beteiligte Polizisten wurden angeklagt.

+++ 19.33 Uhr: Mit einemKniefall und minutenlangem Schweigen haben Parlamentarier der oppositionellen US-Demokraten an den bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaner George Floyd erinnert. Führende Oppositionsvertreter wie Nancy Pelosi und Chuck Schumer gingen am Montag im Kongress in Washington auf die Knie und hielten 8:46 Minuten lang schweigend inne. So lange hatte ein weißer Polizist sein Knie auf Floyds Nacken gedrückt, obwohl der Afroamerikaner wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

Die demokratischen Vertreter von Repräsentantenhaus und Senat trugen Schals mit afrikanischen Mustern, als sie in der sogenannten Emancipation Hall des US-Kongresses zusammenkamen. Der Saal erinnert an Sklaven, die beim Bau des Kapitolgebäudes ab Ende des 18. Jahrhundert eingesetzt wurden. Die afroamerikanische Abgeordnete Karen Bass sagte, die Schals aus sogenanntem Kente-Stoff stünden für die Wurzeln von Schwarzen in den USA.

Mitt Romney nimmt an Protesten gegen Polizeigewalt teil – Donald Trump verspottet ihn

Update, 16.51 Uhr: Der republikanische US-Senator Mitt Romney - ein prominenter parteiinterner Kritiker von Präsident Donald Trump - hat an einer Demonstration gegen Polizeigewalt und Rassismus teilgenommen. Romney marschierte am Sonntag gemeinsam mit christlichen Demonstranten in der Hauptstadt Washington zum Weißen Haus. Im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichte Romney, der im Februar als einziger republikanischer Senator für eine Amtsenthebung Trumps gestimmt hatte, Fotos von sich und schrieb dazu „Black Lives Matter“.

„Das Leben von Schwarzen zählt“ ist seit Jahren ein Motto bei Protesten gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner. Seit dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Einsatz in der Großstadt Minneapolis gehen landesweit Demonstranten unter diesem Motto auf die Straße, zuletzt an diesem Wochenende.

Trump reagierte mit Spott auf Romneys Teilnahme an der Demonstration. „Unglaubliche Ehrlichkeit, was für ein Kerl“, schrieb der Präsident am Montag auf Twitter. Es sei kaum zu glauben, dass Romney mit so einem „politischen Talent“ in seinem Heimat-Bundesstaat Utah so miserable Zahlen - gemeint sind womöglich Umfragewerte - habe.

Proteste gegen Polizeigewalt in Seattle: Auto durchbricht Absperrung - Fahrer schießt auf Demonstranten

Update, 11 Uhr: Bei einer Demonstration gegen rassistische Polizeigewalt in Seattle hat ein Mann mit seinem Auto eine Absperrung der Polizei durchbrochen. Der Mann fuhr mit dem Auto auf Demonstranten zu, kam aber kurz vor der Menschenmenge zum Stehen. Beim Verlassen des Autos zog er offenbar eine Handfeuerwaffe, schoss auf einen der Demonstranten und verletzte ihn. Anschließend flüchtete er vom Tatort.

Laut mehreren US-Medien soll sich der Mann mittlerweile in Polizeigewahrsam befinden. Der angeschossene Mann, ein 26 Jahre alter Schwarzer, wurde am Arm verletzt, befindet sich allem Anschein nach aber nicht in Lebensgefahr.

Proteste nach Tod von George Floyd: Polizeistation in Minneapolis aufgelöst

Update 08.06.2020, 4.25 Uhr: Als Konsequenz aus dem gewaltsamen Tod von George Floyd soll die Polizeiarbeit in der US-Großstadt Minneapolis völlig neu organisiert werden. Der Stadtrat beschloss am Sonntag, die örtliche Polizeibehörde komplett aufzulösen und eine neue Struktur für die Polizeiarbeit zu schaffen, wie Mitglieder des Rats mitteilten.

In dem Gremium habe Einigkeit darüber geherrscht, dass die Polizeibehörde „nicht reformierbar“ sei, schrieb das Mitglied Alondra Cano im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Stadtratsvorsitzende Lisa Bender sagte im Nachrichtensender CNN, in Minneapolis solle ein „neues Modell der öffentlichen Sicherheit“ geschaffen werden, „das unsere Gemeinde tatsächlich sicher hält“. Wie die bisherige Polizeibehörde ersetzt werden solle, werde der Stadtrat noch diskutieren.

Trump zieht Nationalgarde zurück

+++ 17.42 Uhr: Tagelang hatte US-Präsident Donald Trump die Gouverneure in den Bundesstaaten dazu gedrängt, die Nationalgarde gegen die Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd einzusetzen. Nun macht Trump einen Rückzieher. Via Twitter verkündete er am Sonntag: „Ich habe gerade den Befehl gegeben, dass unsere Nationalgarde den Rückzug aus Washington einleitet - jetzt, da alles unter perfekter Kontrolle ist. Sie werden nach Hause gehen, können aber bei Bedarf schnell zurückkehren.” 

Seiner Ansicht nach seien am Samstag weit weniger Demonstranten auf die Straße gegangen als erwartet. In den USA kommt es seit einigen Tagen zu Demos gegen Rassismus und Polizeigewalt. Auslöser war der Tod von Floyd in Zuge eines Polizeieinsatzes gewesen. 

Nach Tod von George Floyd in USA: Polizeichef sieht „größte Proteste“, die er je gesehen hat

+++ 15.28 Uhr: Nachdem bei einer Kundgebung gegen Polizeigewalt in Buffalo Beamte einen älteren Demonstranten heftig gestoßen hatten, wurden zwei US-Polizisten vom Dienst suspendiert. Ihre Kollegen reagierten jetzt darauf mit Protest. Das 57 Mann starke „Emergency Response Team“ der Polizei von Buffalo ist zurück getreten. 

Die Polizisten wollen mit dieser Aktion Solidarität und Unterstützung für ihre Kollegen zeigen, wie der britische „Guardian“ berichtet. 

Bei der Demonstration hatten Beamte einen 75-jährigen Demonstranten gestoßen. Dieser war daraufhin gefallen und hatte sich am Kopf verletzt. Wie ein am Donnerstagabend (Ortszeit) veröffentlichtes Video des Senders WBFO zeigte, blieb der Mann mit Blutungen am Kopf auf dem Bürgersteig liegen. Der Mann sei in einem ernsten, aber stabilen Zustand. Das Video hatte weltweit für große Empörung gesorgt und zu weiteren Spannungen bei den Protesten gegen die Ermordung des Afroamerikaners George Floyd geführt. 

Die suspendierten Polizisten sind mittlerweile angeklagt worden. Ihnen wird schwere Tätlichkeit vorgeworfen, berichteten US-Medien am Samstag. 

Unterdessen ist es bei einer Demo in Hamburg gegen rassistische Polizeigewalt* zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Die Polizei hielt 36 Jugendliche mehrere Stunden fest.

Nach Tod von George Floyd: Polizeichef sieht größte Proteste, die er je gesehen hat

+++ 13.43 Uhr: Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch rassistische Polizeigewalt in den USA gehen die Menschen nach wie vor auf die Straße und fordern Veränderungen. Allein in Philadelphia waren örtlichen Medienberichten zufolge Zehntausende auf der Straße, um gegen Polizeigewalt und Rassismus zu demonstrieren. 

Auch in New York, Washington, Atlanta und vielen weiteren Städten halten die Proteste an. Am Samstag (Ortszeit) demonstrierten tausende Menschen in Washington unter anderem vor dem Weißen Haus, dem Kapitol und am Lincoln Memorial.

Polizeichef Peter Newsham hatte vorab betont, die Proteste könnten zu den größten zählen, die er bislang gesehen habe. Insbesondere eine erst am Freitag zum „Black Lives Matter“-Platz benannte Kreuzung vor dem Weißen Haus ist zum Demo-Magnet mutiert. Auf einer dorthin führenden Straße steht in riesigen gelben Buchstaben das Motto „Black Lives Matter“ geschrieben.  

Nach Tod von Floyd: Biden kündigt Kommission für Polizeireformen in USA an

Update vom Sonntag, 07.06.2020, 7.45 Uhr: Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, will George Floyds brutalen Tod und die anhaltenden Proteste zum Anlass für Polizeireformen und einen entschlossenen Kampf gegen Rassismus nehmen. Es brauche „längst fällige konkrete Maßnahmen“, um dem „systematischen Rassismus“ in den USA ein Ende zu bereiten, forderte Biden in einem am Samstag (Ortszeit) veröffentlichten Gastbeitrag in der „Los Angeles Times“. 

Biden versprach, als Präsident in seinen ersten 100 Tagen im Amt eine Kommission für Polizeireformen einzusetzen. Zudem solle der Kongress schon jetzt handeln und umstrittene Polizeimethoden wie Würgegriffe bei Festnahmen verbieten. Auch müsse der Transfer von Waffen und Ausrüstung des Militärs an die Polizei gestoppt und die Kontrolle über örtliche Sicherheitskräfte verstärkt werden, forderte Biden. 

Nach Tod von George Floyd: Trump empört mit Lüge über Arbeitslosenquote 

+++ 18.25 Uhr: Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt in den USA zeigt sich Barack Obama von der aktuellen Präsenz der Rassismus-Thematik beeindruckt. So habe der Tod von Floyd eine „ehrliche“ Debatte über Rassismus in den USA ausgelöst, erklärte Obama am Freitag (Ortszeit) in einem Videochat. 

„Es hat in der vergangenen Woche in diesem Land so viel ehrliche Gespräche zum Thema Rassismus gegeben wie nie zuvor in der Zeit, an die ich mich erinnern kann“, betonte der 58-Jährige. Diese gebe es nicht nur von Seiten einer Minderheit, sondern von „einem großen Teil des Landes“. Die Proteste würden zwar keine „Erfolgsgarantie“ geben. Doch es sei inspirierend, dass es im ganzen Land zu Demonstrationen komme. 

Nach Tod von George Floyd in USA: Künstler Banksy mit klarem Statement gegen Rassismus

+++ 16.01 Uhr: Jetzt hat sich auch Künstler Banksy zum Tod von George Floyd und dem Rassismus in den USA zu Wort gemeldet. Er teilte ein Bild bei Instagram. Dabei zu sehen: Sein neues Kunstwerk, das von der Ermordung Floyds inspiriert ist. Es zeigt einen kleinen Schrein für eine anonyme schwarze Figur. Daneben steht eine Kerze, die die US-Flagge in Brand steckt. 

Dazu schreibt Banksy bei Instagram: „Zuerst dachte ich, ich sollte einfach den Mund halten und Schwarzen bei diesem Thema zuhören. Aber warum sollte ich das tun? Es ist nicht ihr Problem. Es ist meines. Farbige Menschen werden vom System im Stich gelassen. Vom weißen System.“ 

Es sei nicht ihre Aufgabe, das „System zu reparieren“, schreibt Banksy weiter. Vielmehr sei es „wie ein gebrochenes Rohr, das die Wohnung der Leute im Erdgeschoss überflutet. Dieses fehlerhafte System macht ihnen das Leben zur Qual, aber es ist nicht ihre Aufgabe, es zu reparieren. Das können sie nicht - niemand wird sie in die Wohnung oben lassen“. Und: „Das ist ein weißes Problem, und wenn weiße Menschen es nicht beheben, wird jemand nach oben kommen und die Tür eintreten müssen.“ 

Nach Tod von George Floyd in USA: Trump schockt mit Lüge über Arbeitslosenquote - „Großartiger Tag für ihn“

+++ 13.25 Uhr: Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in Zuge von Polizeigewalt in den USA hat US-Präsident Donald Trump mit einer Aussage mal wieder für reichlich Unruhe gesorgt. So behauptete er am Freitag (05.06.2020), Floyd würde sich über die guten Arbeitsmarktzahlen freuen. Trump betonte: „Hoffentlich schaut George genau jetzt herab und sagt: 'Unserem Land passiert eine großartige Sache'". 

Die Arbeitslosenquote war in den USA während der Corona-Krise überraschend gesunken. „Das ist ein großartiger Tag für ihn, das ist ein großartiger Tag für alle“, fuhr der US-Präsident bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses fort. Trump ging sogar noch weiter und erklärte, dass sei ein „großartiger, großartiger Tag mit Blick auf die Gleichheit“. 

Nach Tod von George Floyd in USA: Trump empört mit Lüge über Arbeitslosenquote

Tatsächlich war die Arbeitslosenquote in den USA im Mai auf 13,3 Prozent gesunken. Das ist zwar immer noch ein sehr hoher Wert, im Vergleich zum April (14,7 Prozent) aber ein Rückgang. Was Trump aber nicht erwähnte: Afroamerikaner profitieren keinesfalls von dieser Entwicklung. Die Arbeitslosenquote von Dunkelhäutigen stieg im Mai auf 16,6 Prozent. Ein Journalist konfrontierte Trump damit, der US-Präsident reagierte: gar nicht. 

Auf der ganzen Welt erinnern Wandgemälde an den von Polizisten getöteten George Floyd.

Bei den oppositionellen US-Demokraten erntete Trump für seine falschen Aussagen scharfe Kritik. Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, schrieb am Freitag bei Twitter, Floyds letzte Worte „Ich kann nicht atmen“ hätten in den USA und in der ganzen Welt widergehallt. „Dass der Präsident versucht, ihm andere Worte in den Mund zu legen, ist wahrhaft verachtenswert.“

Auch die demokratische Senatorin Kamala Harris polterte gegen Trump und forderte, er solle Floyds Namen „nicht in den Mund nehmen“, bevor er nicht den Satz „Black Lives Matter“ sagen könne. 

Antirassismus-Proteste: Tod von George Floyd - Polizeireformen in Minneapolis

+++ 9.00 Uhr: Nach dem Tod von George Floyd bei einer brutalen Festnahme hat die StadtMinneapolis erste Reformen ihrer Polizei auf den Weg gebracht. Künftig dürften Beamte keine Würgegriffe mehr anwenden und Verdächtige nicht am Nacken festhalten, erklärte Bürgermeister Jacob Frey am Freitagnachmittag (Ortszeit) in Anschluss an eine Stadtratssitzung. Zudem müssten alle Polizeibeamte, die Zeugen einer „ungenehmigten Gewaltanwendung“ ihrer Kollegen würden, dies unter Strafandrohung melden. Alle Beamte seien zudem verpflichtet, in solchen Fällen einzuschreiten, andernfalls drohe ihnen die gleichen disziplinarischen Konsequenzen wie dem Täter. 

Die mit dem Bundesstaat Minnesota juristisch bindend vereinbarten Reformen seien ein guter Schritt, um die Kultur der Polizei zu ändern und „systematischen Rassismus zu entwurzeln“, schrieb Frey auf Twitter.

Premierminister Justin Trudeau protestiert gegen Rassismus

Update vom 06.06.2020, 7.00 Uhr: Kanadas Premierminister Justin Trudeau ist bei einem Protest gegen Rassismus nach dem Tod des AfroamerikanersGeorge Floyd aus Solidarität auf die Knie gegangen. Trudeau war gemeinsam mit Bodyguards, alle mit Masken, zu der Demonstration in der kanadischen Hauptstadt Ottawa erschienen, wie kanadische Medien berichteten. 

Der Premierminister hörte demnach einigen Rednern zu, nickte und klatschte. Als bei der Veranstaltung eine Schweigeminute eingelegt wurde, setzte Trudeau wie auch viele Menschen um ihn herum ein Knie auf den Boden und beugte seinen Kopf nach vorne. Durch die Geste wird Solidarität mit den Protesten gegen Rassismus und Polizeibrutalität gezeigt.

+++ 17.02 Uhr: Der Tod des Afroamerikaners George Floyd rückt nicht nur problematische Zustände in den USA ins Rampenlicht. Ähnliche Fälle auf der ganzen Welt bekommen durch den Fall ihre dringend nötige Öffentlichkeit. So beispielsweise der Tod von Adama Traoré in Paris. Der 24-Jährige verlor vor sechs Jahren das Bewusstsein und starb, nachdem Polizisten ihn auf dem Bauch liegend fixiert hatten.

Tod von George Floyd: Proteste gegen Polizeigewalt nehmen auch in Frankreich zu

Gegenüber dem Sender CNN sagte seine Schwester, Assa Traoré, dass auch die letzten Worte von Adama Traoré ebenfalls „I can't breathe.“ (ich kann nicht atmen) gewesen seien. Sowohl ihr Bruder als auch George Floyd seien auf die exakt gleiche Weise gestorben, sie trugen das Gewicht von Polizisten und sagten die selben Worte.

Tausende gingen diese Woche bei Demos in Paris auf die Straße, um den Tod von George Floyd zu betrauern und gleichzeitig Gerechtigkeit zu fordern. Auch für den Tod von Adamar Traoré. Und auch in anderen Teilen der Welt wie Australien oder Europa kam es vermehrt zu Protesten. Mitglieder von Minderheiten solidarisieren sich untereinander. Für sie sei Floyd nicht irgendein abstrakter Fall in den USA. Es könnte ebenso sie selbst oder ein Familienmitglied treffen, so Professor Kehinde Andrews gegenüber CNN.

Auch in Frankfurt war es am Freitag (05.06.2020) auf dem Römerberg zu Solidaritäts-Kundgebungen mit den Anti-Rassismus-Protesten in den USA gekommen. Mehrere Tausend Menschen demonstrierten.

Verstörendes Video aus Buffalo: Zwei Polizisten nach Angriff auf  Demonstranten suspendiert

+++ 10.50 Uhr: Noch immer halten die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus die USA in Atem. Nun sorgte ein Vorfall bei einer Kundgebung in der Stadt Buffalo im US-Bundesstaat New York für Aufregung. Dort haben zwei US-Polizisten einen Demonstranten ohne ersichtlichen Grund so heftig weggestoßen, dass dieser zu Boden ging und sich dabei schwer am Kopf verletzte.

In dem rund 40 Sekunden langen Videoclip des Senders WBFO ist zu sehen, wie der 75-jährige Demonstrant auf eine Gruppe uniformierter Polizisten zugeht, von zwei von ihnen umgestoßen wird und mit Blutungen am Kopf auf dem Bürgersteig liegen bleibt.

Die Beamten seien suspendiert worden, twitterte Bürgermeister Byron W. Brown. Der 75-jährige Demonstrant sei in einem ernsten, aber stabilen Zustand. Der Polizeichef der Stadt im Bundesstaat New York habe eine interne Untersuchung angeordnet.

Der Gouverneur des Bundesstaates zeigte sich entsetzt: „Dieser Vorfall ist völlig ungerechtfertigt und äußerst beschämend“, schrieb Andrew Cuomo auf Twitter

Tod von George Floyd: Emotionale Trauerfeier

Update vom Freitag, 05.06.2020, 06.00 Uhr: George Floyd war ein Familienvater, ein Bruder, ein Freund. Inzwischen wird der Afroamerikaner wegen seines brutalen Tods bei einem Polizeieinsatz von vielen als Held verehrt. Nun haben Familie, Freunde und Vertreter der Politik mit einer emotionalen Trauerfeier im US-Bundesstaat Minnesota Abschied von ihm genommen. 

Vor Floyds aufgebahrtem Sarg mischten sich persönliche Worte mit Appellen, den Kampf gegen die Benachteiligung von Afroamerikanern zu intensivieren. Der Bürgerrechtler und Prediger Al Sharpton sagte in seiner bewegenden Trauerrede, es sei endlich Zeit für Amerika, die Diskriminierung Schwarzer zu beenden, vor allem in der Polizei und Justiz. „Es ist Zeit für uns, in Georges Namen aufzustehen und zu sagen: Nehmt Euer Knie aus meinem Genick“, so Sharpton. Amerikaner müssten weiter friedlich demonstrieren, um wirkliche Veränderungen zu erzielen, forderte er: „Was George Floyd passiert ist, passiert jeden Tag in diesem Land.“

Floyds Bruder Philonise erklärte, es sei bewegend, wie viele Menschen George inzwischen berührt habe. „Alle wollen Gerechtigkeit für George, wir wollen Gerechtigkeit für George, er wird sie bekommen“, sagte er. „Ich habe meinen Bruder geliebt.“ Zum Abschluss der Trauerfeier in Minneapolisstand die Gemeinde für fast neun Minuten schweigend – so lange, wie der Polizist Derek Chauvin sein Knie brutal in Floyds Genick gedrückt hatte.

Tochter von George Floyd: „Papa hat die Welt verändert“

In sozialen Medien verbreitete sich unterdessen ein Video, das Floyds sechsjährige Tochter Gianna auf den Schultern des früheren NBA-Basketballspieler Stephen Jackson zeigte. „Papa hat die Welt verändert“, sagt das Mädchen darin. Jackson, der mit Floyd befreundet gewesen war, verlinkte in seinem Instagram-Profil auf eine Spendenkampagne für Gianna. Auf der Crowdfunding-Seite GoFundMe waren dort allein bis Donnerstagabend (Ortszeit) bereits mehr als 1,5 Millionen US-Dollar (1,34 Millionen Euro) zusammengekommen. 

Die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus gingen derweil weiter. In New York, Washington, Minneapolis, Atlanta und Los Angeles gingen jeweils Hunderte Menschen auf die Straßen. 

Tod von George Floyd: Weiterer mutmaßlicher Plünderer erschossen 

+++ 17.23 Uhr: Ein Polizeibeamter aus Vallejo (Kalifornien) soll am frühen Dienstagmorgen einen mutmaßlichen Plünderer erschossen haben, der vor einem Walgreens-Laden kniete. Der Polizeibeamte dachte, der Mann hätte eine Schusswaffe bei sich. Später wurde bekannt, dass der mutmaßliche Plünderer einen Hammer dabei hatte, so Shawny Williams, der Polizeichef der Stadt am Mittwoch (03.06.2020), wie das Nachrichtenportal „SFGate“ berichtet.

Der 22 Jahre alte Sean Monterrosa starb an den Folgen der Schüsse. Er soll die Hände gehoben und auf dem Boden gekniet haben, als ein Polizist den Hammer entdeckte und ihn mit einer Schusswaffe verwechselte. Der Anwalt der Familie bezeichnet die Schüsse als „ungeheuerlich“ und dass Monterrosa den Polizisten „nicht bedroht“ hätte. Polizeichef Williams beschrieb einen „schrecklichen“ Montagabend, der durch Plünderungen während der Demonstrationen anlässlich des Todes von George Floyd geprägt gewesen sei. Die Polizei in Vallejo will im Fall der tödlichen Schüsse weitere Untersuchungen anstellen. 

Tod von George Floyd: Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer stellt sich gegen Trump 

+++ 16.10 Uhr: Auch in Deutschland stößt der von Donald Trump vorgeschlagene Militäreinsatz gegen die Demonstranten in den USA auf Ablehnung. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer stellte sich am Donnerstag hinter ihren Amtskollegen Mark Esper, der sich von Trumps Vorschlag distanziert hatte. 

Teilnehmer einer Videokonferenz des CDU-Bundesvorstands erklärten, dass Kramp-Karrenbauer Espers Ablehnung eines Einsatzes der US-Armee gelobt habe. 

Tod von George Floyd: „Er hat sich nicht gewehrt“ - Augenzeuge schildert Festnahme

+++ 14.30 Uhr: Bei Protesten in Austin hat die Polizei mit Gummigeschossen auf einen schwarzen Studenten geschossen. Als Umstehende versuchten dem Schwerverletzten zu helfen, wurden auch sie von den Polizisten beschossen. Ein Video zeigt, wie brutal die Polizisten der texanischen Stadt gegen die Demonstranten vorgingen. 

 „Er hat sich nicht gewehrt“ - So hat ein Zeuge die Festnahme von George Floyd erlebt 

+++ 13.20 Uhr: Maurice Lester Hall, ein Freund von George Floyd, der Zeuge seines Todes wurde, äußerte sich in einem Interview mit der „New York Times“ erstmals öffentlich zu den Umständen der tödlichen Festnahme. Floyd habe von Anfang an gezeigt, dass er sich nicht gegen die Festnahme wehre, sagte Hall. Er habe gehört wie Floyd darum gebeten habe zu wissen, warum man ihn festnehme. “Dann hat er nur noch geschrien, dass irgendjemand ihm helfen soll, weil er sterbe“, berichtet Hall in der „Times“. 

Hall hatte den 25. Mai mit George Floyd verbracht und hatte in dessen Auto gesessen als die Polizei ihn verhaftete und kurz darauf tötete. In den Ermittlungen um seinen Tod gilt Hall daher als wichtiger Zeuge. Doch da er wegen früherer Delikte bereits polizeibekannt war, nannte er den Beamten vor Ort einen falschen Namen und fuhr per Anhalter nach Housten, wo er sich versteckte. Wie die „Times“ berichtet, wurde Hall am Montag verhaftet und über zehn Stunden lang befragt. 

Barack Obama zeigt Solidarität mit friedlichen Protesten

+++ 10.21 Uhr: Erneut hat sich der ehemalige US-Präsident Barack Obama zu den Protesten nach dem Tod von George Floyd geäußert - nach einem Blogbeitrag nun zum ersten Mal vor der Kamera. Er solidarisierte sich dabei mit den friedlichen Demonstrierenden, die in der großen Mehrheit seien. „Zur Erinnerung, dieses Land wurde mit einem Protest gegründet - dieser nennt sich die Amerikanische Revolution“, mahnte Obama. Sämtliche Fortschritte, die die Vereinigten Staaten gemacht hätten, seien nur geschehen, indem man den Status Quo herausgefordert hätte. An schwarze Zuschauerinnen und Zuschauer richtete er sich mit der Nachricht: „Ich will, dass ihr wisst, dass ihr von Bedeutung seid. Dass euer Leben etwas bedeutet. Dass eure Träume etwas bedeueten.“

Zudem wandte sich Obama an alle amerikanischen Bürgermeister und hielt sie an, sämtliche Gesetze, die Gewalt durch Polizei ermöglichen, zu untersuchen. Als Alternative bezog er sich auf eine achtteilige Reform, die auf Deeskalation und weniger Schüsse setzt. New York, Chicago, Atlanta und weitere Städte hätten sich laut dem ehemaligen Präsidenten schnell darauf eingelassen. 

Rechtsextreme wegen Anstachelung zur Gewalt festgenommen

+++ 8.15 Uhr: In Las Vegas sind drei mutmaßliche Rechtsextremisten unter dem Verdacht festgenommen worden, sich unter die derzeitigen Demonstrationen gegen Rassismus gemischt und zu Gewalt angestachelt zu haben. Die drei Männer im Alter zwischen 23 und 40 Jahren hätten die „legitime Wut“ der friedlichen Demonstranten für ihre eigenen „extremistischen Bestrebungen“ ausnutzen wollen, erklärte am Mittwoch der für den Bundesstaat Nevada zuständige Bundesanwalt Nicholas Trutanich. Die Festgenommenen gehören den Angaben zufolge der sogenannten Boogaloo-Bewegung an. Mit „Boogaloo“ bezeichnen Rechtsextremisten einen von ihnen angestrebten Bürgerkrieg. Die drei Männer waren nach Angaben der Ermittler im Besitz eines Molotow-Cocktails.

Tod von George Floyd: Mehr als 60 Anklagen nach Protesten in L.A.

+++ 7.50 Uhr: Nach mehrtägigen Massenprotesten gegen Polizeibrutalität und Rassismus sind im Raum Los Angeles mehr als 60 Menschen wegen Plünderungen, Raub oder Körperverletzung angeklagt worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft in der kalifornischen Millionenmetropole am Mittwoch mit. Sie unterstütze friedliche Demonstrationen, müsse aber gegen Leute vorgehen, die plündern und zerstören, sagte Bezirksstaatsanwältin Jackie Lacey. Es drohen ihnen bis zu dreijährige Haftstrafen. 

Am Mittwochabend (Ortszeit) sollte im Bezirk Los Angeles die vierte nächtliche Ausgangssperre in Folge in Kraft treten. Nach schweren Ausschreitungen und Plünderungen in vielen Geschäftsvierteln am Wochenende waren die Proteste am Dienstag und Mittwoch weitgehend friedlich verlaufen.

+++ 7.30 Uhr: Der bei einem brutalen Polizeieinsatz getötete AfroamerikanerGeorge Floyd ist einer offiziellen Autopsie zufolge mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Die Infektion stand jedoch nicht in Zusammenhang mit seinem Tod, zumal sie seit April bekannt war und er „höchstwahrscheinlich“ keine Symptome mehr hatte, wie es in dem am Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlichten Autopsiebericht hieß. Floyds Familie habe der Veröffentlichung zugestimmt, hieß es.

Weitere Polizisten festgenommen 

Update vom Donnerstag, 04.06.2020, 6.50 Uhr: Die US-Justiz will ihre Gangart gegen die Beamten, die an der Festnahme von George Floyd beteiligt waren, deutlich verschärfen. Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Minnesota klagte am Mittwoch (Ortszeit) drei Ex-Polizisten wegen Mittäterschaft an und ließ sie festnehmen. 

Die Anklage gegen denPolizisten, der für den Tod Floyds verantwortlich gemacht wird, wurde verschärft. Ihm droht nun eine deutlich längere Haftstrafe. Die vier Polizisten waren nach Bekanntwerden des Vorfalls umgehend entlassen worden. Der Justizminister des Bundesstaats, Keith Ellison, sagte, die Strafverfolgung in Fällen von Polizeigewalt gegen schwarze Amerikaner sei zu lange ungenügend gewesen. Die Vergangenheit könne nicht geändert werden, aber er verspreche, die Justiz werde ihr „Bestes tun, um in dieser Lage Gerechtigkeit zu bringen“. Dies sei das Land Floyd und seiner Familie schuldig. Gouverneur Tim Walz erklärte, der Bundesstaat und das ganze Land müssten Floyd zu Ehren nun hart daran arbeiten, „systematischen Rassismus“ zu bekämpfen.

Verteidigungsminister spricht sich gegen Militäreinsatz aus

+++ 18.30 Uhr: US-Verteidigungsminister Mark Esper hat sich gegen einen Einsatz des US-Militärs ausgesprochen, um Unruhen im Land zu beenden. Der Pentagon-Chef ging damit klar auf Distanz zu US-Präsident Donald Trump. Esper sagte am Mittwoch in Washington, er sei dagegen, in dieser Frage ein entsprechendes Gesetz, den „Insurrection Act“, zu aktivieren. 

Die Nationalgarde sei am besten geeignet, um in Situationen wie diesen die örtlichen Strafverfolgungsbehörden zu unterstützen. Die Option, aktive Einsatzkräfte des Militärs in einer Strafverfolgungsrolle einzusetzen, „sollte nur als letztes Mittel und nur in den dringendsten und schlimmsten Situationen genutzt werden“, mahnte er und betonte: „Wir sind derzeit nicht in einer solchen Situation.“ Der „Insurrection Act“ von 1807 erlaubt es dem US-Präsidenten, unter bestimmten Umständen das US-Militär im Inland einzusetzen, um Gesetzlosigkeit und Aufstände niederzuschlagen. 

Die Aktivierung dieser Regelung wurde zuletzt diskutiert, nachdem Trump gedroht hatte, die aktuellen Unruhen im Land notfalls mit militärischer Gewalt zu stoppen. „Wenn eine Stadt oder ein Bundesstaat sich weigern, Maßnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um das Leben und den Besitz ihrer Bürger zu schützen, dann werde ich das Militär der Vereinigten Staaten einsetzen und das Problem schnell für sie lösen“, hatte Trump am Montag angekündigt. Mehrere demokratische Gouverneure hatten empört auf diese Ansage reagiert.

Proteste in den USA: Trump bezeichnet Demonstrierende als „Terroristen“

+++ 15.29 Uhr: Während der andauernden Proteste in den USA holt US-Präsident Donald Trump via Twitter zum verbalen Schlag gegen die Demonstranten aus. „Wenn man Fake News-Sender wie CNN oder MSDNC schaut, könnte der Eindruck entstehen, dass die Mörder, Terroristen, Brandstifter, Anarchisten, Schläger, Gangster, Antifa und weitere, die freundlichsten, nettesten Menschen in der Welt wären. Nein, sie sind was sie sind – sehr schlecht für unser Land.“ Dem Tweet nach hat es den Anschein, als würde Trump die Demonstranten mit „Terroristen“ gleichsetzen und sie auf gewalttätige Unruhestifter reduzieren. 

Die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA ebben nicht ab: Erneut haben am Dienstag landesweit Demonstranten das brutale Vorgehen von Polizisten gegen Afroamerikaner angeprangert. Dabei setzten sie sich teilweise über Ausgangssperren hinweg. Alleine in Houston strömten zehntausende Demonstranten zusammen.

Proteste in den USA: Polizei beleidigt, schubst und behindert Journalisten

+++13.45 Uhr: Während der Proteste in New York haben Polizeibeamte zwei Journalisten beschimpft und von der Arbeit abgehalten. Der Videojournalist Robert Bumsted und der Fotograf Maye-E Wong von der Nachrichtenagentur Associated Press berichten, Dienstagnacht von Polizisten geschubst worden zu sein. Die Beamten wollten dabei die Proteste auflösen und die Ausgangssperre ab 20 Uhr durchsetzen. 

Proteste in New York: Polizei greift Journalisten an

Als Medienvertreter hätten Bumsted und Wong vor Ort bleiben dürfen, um zu berichten. Bumsted hatte die Konfrontation währenddessen gefilmt. In dem Video ist zu hören, wie die Journalisten beschimpft und eingeschränkt werden. Basierend auf den Bildern lässt sich auch erahnen, dass Bumsted von den Polizisten gegen sein Auto gepresst wurde.

Es ist nicht das erste Mal, dass im Zuge der Proteste nach dem Tod von George Floyd auch Journalistinnen und Journalisten von der Polizei konfrontiert wurden. Zu Beginn der landesweiten Demonstrationen wurde zum Beispiel auch ein Kamerateam des Senders CNN während einer Live-Übertragung verhaftet

Floyd war kein Einzelfall: Rassistische Polizeigewalt hat in Minneapolis System

+++12.41 Uhr: Laut einer Recherche der New York Times sind schwarze Menschen in Minneapolis sieben Mal so häufig von Polizeigewalt betroffen, wie Weiße. In der Stadt des Bundesstaats Minnesota sind nur rund 20 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner schwarz, das entspricht etwa 430 000 Personen. Umso schockierender, dass in Fällen von Polizeigewalt, die Opfer zu fast 60 Prozent schwarz sind. 

Die Zeitung beruft sich dabei auf Zahlen der Stadt. Seit 2015 habe die in Polizei in  Minneapolis ungefähr 11 500 Mal Gewalt angewendet - davon in 6 650 Fällen gegen schwarze Amerikanerinnen und Amerikaner. Zum Vergleich: In rund 2 750 Fällen wurde Gewalt gegen Weiße ausgeübt, obwohl diese rund 60 Prozent der Stadtbevölkerung ausmachen. Zu beachten ist, das bei diesen Zahlen alle gewaltsamen Eingriffe einzeln gezählt werden, also zählen etwa ein Tritt und ein Schlag eines Polizisten gegen eine Person als zwei Fälle von Gewaltanwendung.

Angesichts dieses Systems ist es kaum eine Überraschung, dass Derek Chauvin, der Polizist aus Minneapolis, der George Floyd tötete, schon mehrfach im Dienst gewalttätig wurde

Proteste in Seattle: Regenschirme gegen Tränengas

+++ 12.04 Uhr: Bei Protesten in Seattle haben sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Regenschirmen vor dem Tränengas und Pfefferspray der Polizei geschützt. In Videos, die ein Journalist vor Ort veröffentlichte, ist zu hören wie die Demonstranten laut „No more gas!“, also „Kein Gas mehr!“ rufen.

Der Protest ähnelte damit den Demonstrationen in Hong Kong, bei denen sich Aktivistinnen und Aktivisten ebenfalls mit Regenschirmen gegen die Polizei wappneten.

US-Verband verteidigt offiziellen Autopsiebericht

+++ 10.53 Uhr: In der Frage nach der genauen Todesursache von George Floyd vertieft sich der Graben zwischen den beiden widersprüchlichen Autopsieberichten. Der US-amerikanische Verband der Gerichtsmediziner hat den offiziellen Autopsiebericht nun verteidigt. Dieser Bericht der offiziellen Gerichtsmediziner wies bei Floyd einen Herz-Kreislauf-Stillstand nach, der infolge von Druck auf den Nacken durch die Polizeibeamten letztlich zu seinem Tod geführt hatte. Zudem fanden die Mediziner laut Bericht in seinem Körper eine „Fentanylvergiftung“ (Opioid, welches als Schmerzmittel verabreicht wird) vor, sowie Spuren der Einnahme von Methamphetaminen. Noch dazu sei der 46-Jährige herzkrank gewesen und hätte an Bluthochdruck gelitten. 

Streit um Autopsiebericht von George Floyd 

Floyds Familie hatte daraufhin eine unabhängige Autopsie in Auftrag gegeben, dass dem offiziellen Bericht widerspricht. Der beauftragte Gutachter stellte als Todesursache eine Erstickung durch anhaltenden Druck war. Auch die Angaben zu Vorerkrankungen wies er zurück. Der Verband verkündete in seiner Unterstützung des offiziellen Autopsieberichts, dass es übliche Praxis sei, Vorerkrankungen und Drogenkonsum als „zum Tod beitragend“ in die Todesurkunde einzutragen. Dennoch wurde die sogenannte „Todesart“ als Totschlag definiert. Die Organisation sprach sich zudem für die Integrität des Gerichtsmediziners in Minneapolis aus. Offizielle Mediziner hätten - im Gegenzug zu privaten Pathologen - keinen Anreiz bestimmte Ansichten zu entwickeln.

Ben Crump, der Anwalt der Familie von George Floyd hatte zuvor in einem offiziellen Stellungnahme die Umstände seines Todes betont: „Was wir wissen ist folgendes: George Floyd war am Leben bevor er Derek Chauvin und den anderen Polizisten begegnete und starb kurz darauf.“

Washington: Nationalgarde verhindert Proteste am Lincoln Memorial 

+++9.56 Uhr: In der US-Hauptstadt Washington D.C. wurden gestern friedliche Demonstrierende durch die Nationalgarde daran gehindert vor dem Lincoln Memorial zu protestieren. Der Generalstaatsanwalt William Barr hatte besonders viele Truppen für den Ort angefordert, berichtete die New York Times

Wie einige Nutzerinnen und Nutzer in Sozialen Medien angemerkt haben, ist das auf traurige Weise besonders ironisch, da gerade Präsident Abraham Lincoln sich für die Befreiung schwarzer Sklavinnen und Sklaven in den USA einsetzte.

+++9.05 Uhr: Nach Trumps Ankündigung am Montag „abertausende“ Soldaten der US-Armee gegen die Proteste nach dem Tod von George Floyd einsetzen zu wollen, zieht die Armee nun nach. Rund 1600 Soldaten wurden auf die Militärstützpunkte rund um die Hauptstadt Washington D.C. verlegt. Dort sollen sie die Sicherheitskräfte vor Ort bei Bedarf unterstützen, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. 

Der Einsatz der hochgerüsteten Armee im eigenen Land - zusätzlich zur Polizei und der Nationalgarde - wäre höchst ungewöhnlich. Doch Präsident Trump zeigte sich zuletzt sehr entschlossen die Ausschreitungen am Rand der größtenteils friedlichen Proteste zu beenden.

Anhaltende Proteste gegen Polizeigewalt weitestgehend friedlich

+++ 8.00 Uhr: Erneut haben am Dienstag landesweit Demonstranten das immer wieder brutale rassistische Vorgehen von Polizisten gegen Afroamerikaner angeprangert. Dabei setzten sie sich teilweise über Ausgangssperren hinweg. Zu der wohl größten Demonstration des Tages strömten schätzungsweise 60.000 Menschen im texanischen Houston zusammen. Die erneuten Proteste blieben überwiegend friedlich. Die Demonstranten ließen sich nicht davon abschrecken, dass PräsidentDonald Trump am Vortag mit dem Einsatz der Armee gedroht hatte.

Schwarze rufen Polizei und werden verhaftet

Update, 3.6.2020, 6.20 Uhr: Im US-Bundesstaat Kalifornien ist eine Gruppe Afroamerikaner, die einen Laden vor Plünderern schützte, zeitweise festgenommen worden. Der Zwischenfall wurde live im Fernsehen übertragen. 

Drei Schwarze standen in Los Angeles im Viertel Van Nuys vor einem Laden, wehrten Plünderer ab und riefen die vorbeifahrende Polizei zur Hilfe, wie Aufnahmen des örtlichen Fernsehsenders Fox 11 zeigten. Einige Polizeibeamte nahmen die Verfolgung der mutmaßlichen Plünderer auf, andere weiße Polizisten richteten ihre Waffen aber gegen die Beschützer des Ladens und legten ihnen Handschellen an. 

Die live berichtende Reporterin wandte sich in dem Video daraufhin an die Polizisten und sagte ihnen, dass die Plünderer davonkämen, weil sie gerade die falschen Personen festnähmen. „Diese Leute haben nichts damit zu tun“, sagte Journalistin Christina Gonzalez zu einem der Polizeibeamten vor dem Spirituosengeschäft. Das Video verbreitete sich in den USA am Dienstag (Ortszeit) rasant in sozialen Medien. Viele Nutzer kommentierten, der Vorfall zeige erneut, dass die US-Polizei Schwarze immer noch vor allem als Täter sehe.

Trudeau ist wegen Trumps Drohungen fassungslos

+++ 20.53 Uhr: Kanadas Premierminister Justin Trudeau ist wegen einer Drohung Donald Trumps sprachlos geworden. Während einer Pressekonferenz wurde Trudeau gefragt, was er von der Drohung Trumps, notfalls militärische Gewalt gegen die Proteste in den USA einzusetzen, halte. Daraufhin reagierte Trudeau rund 20 Sekunden lang mit Schweigen. Er blickte während der Frage stur geradeaus und sagte nichts, während es mehrfach so wirkte, als würde er zu Sprechen ansetzen wollen. Schließlich sagte er in ernstem Tonfall: „Wir alle beobachten mit Entsetzen und Bestürzung, was in den USA passiert.“ 

+++ 14.35 Uhr: Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd und tagelangen Protesten in den USA hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau für sein Land mehr Engagement im Kampf gegen Rassismus versprochen. 

„Wir müssen besser werden in Kanada“, sagte Trudeau kanadischen Medien zufolge in der Nacht zum Dienstag in Ottawa. Rassismus sei nicht nur ein Problem der USA, auch in Kanada würden Menschen mit schwarzer oder brauner Hautfarbe und Ureinwohner immer noch zu oft systematisch ungerecht behandelt.

Proteste in den USA: Polizei erschießt den Schwarzen David McAtee – sein Körper bleibt stundenlang liegen

+++12.50 Uhr: Bei den Aufständen in Louisville im Bundesstaat Kentucky haben Polizeibeamte am Montag einen weiteren schwarzen Mann getötet. Das Opfer, ein Gastronom namens David McAtee wurde erschossen, als Polizei und Nationalgarde versuchten, eine Gruppe Demonstrierender aufzulösen. Louisvilles Bürgermeister Greg Fischer nannte den 53-jährigen David McAtee „einen wundervollen Bürger, Freund für viele und ein bekannter Grillmeister“. Odessa Riley, seine Mutter, sagte dem Fernsehsender CNN, dass die Polizei ihren Sohn „ohne jeden Grund“ getötet hätte. McAtees Körper soll nach Medienberichten noch stundenlang vor Ort gelegen haben. 

Dieser weitere Todesfall eines schwarzen Mannes durch die Polizei erregt inmitten der Proteste um die gewaltsame Tötung von George Floyd und Breonna Taylor besonders viel Wut. Insbesondere weil die zwei Polizisten, die an der Schießerei im Fall McAtee beteiligt waren, ihre sogenannten Bodycams ausgeschaltet hatten. Diese Kameras sollen Polizisten bei ihren Handlungen filmen, damit sie gegebenenfalls dafür zur Rechenschaft gezogen werden können. Als Konsequenz dessen wurde Steve Conrad, Polizeichef in Louisville, vom Bürgermeister entlassen.

#BlackOutTuesday: Protest in sozialen Netzwerken gegen Polizeigewalt

+++ 11.57 Uhr: Mit dem Hashtag #BlackOutTuesday machen Nutzerinnen und Nutzer in Sozialen Medien auf die Polizeigewalt in den USA aufmerksam. Statt auf Plattformen wie Instagram und Facebook reguläre Inhalte zu posten, veröffentlichen dort viele nur ein schwarzes Quadrat aus Solidarität mit der #BlackLivesMatter Bewegung. 

Aktivistinnen der Bewegung bitten jedoch darum, beim Posten der schwarzen Quadrate nicht das #BlackLivesMatter-Hashtag zu nutzen, da unter diesem neue Informationen zu den Protesten veröffentlicht werden. Die Idee hinter #BlackOutTuesday wurde von den Musikproduzentinnen Jamila Thomas und Brianna Agyemang als Aufforderung an die Musikbranche initiiert. Auch viele Influencerinnen und Influencer haben sich dem Aufruf angeschlossen.

Proteste in den USA nach Tod von George Floyd: Mehre Polizisten verletzt

+++ 11.38 Uhr: Im Zuge der Proteste wurden in der Nacht an mehreren Orten Polizisten verletzt. Die Polizei Las Vegas ermittelt nach eigenen Angaben derzeit zu Schüssen, bei denen ein Polizist verwundet wurde. In der Metropole New York wurde ein Polizist mit einem Auto angefahren und dabei verletzt. Der Polizist hatte zu diesem Zeitpunkt auf einen Einbruch reagiert. 

Ähnliches ereignete sich einem Zeugenvideo zufolge auch in Buffalo –ebenfalls im Bundesstaat New York. Dort fuhr ein Auto durch eine Gruppe von Polizisten und verletzte dabei mindestens zwei Personen. Laut offiziellen Angaben befinden sie sich in stabilem Zustand.

Kniefall bei Aufständen: Manche Polizisten zeigen Solidarität

+++ 11.22 Uhr: Landesweit protestieren Amerikanerinnen und Amerikaner nach dem Mord an George Floyd gegen rassistische Polizeigewalt. Im Zuge der Proteste wird klar, dass es sich bei den Gruppen nicht um zwei komplett homogene Gruppen handelt. Während die Aufstände in vielen US-Bundesstaaten extreme Brutalität seitens der Polizei hervorgerufen haben, versuchen manche Polizistinnen und Polizisten ihre Solidarität mit der Protestbewegung auszudrücken. So haben zum Beispiel in New York einige Beamte mit einem symbolischen Kniefall ihre Betroffenheit ausgedrückt. In der Gemeinte Flint in Michigan legte der Polizeichef Chris Swanson Helm und Schlagstöcke ab und schloss sich den Protesten an.

Auch in der Gruppe der Demonstrierenden gibt es durchaus verschiedene Positionen und Herangehensweisen. Zuletzt zirkulierten Videos, in denen Organisatorinnen der Demonstrationen versuchten, andere vom Plündern und Provozieren der Polizei abzuhalten. Dem breiten Bündnis, das zu großen Teilen aus der #BlackLivesMatter Bewegung besteht, haben sich inzwischen viele weitere Gruppen und individuelle Aktivistinnen und Aktivisten angeschlossen. 

Ex-Präsident Barack Obama schaltet sich ein

+++ 10.40 Uhr: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat in einem langen Blogpost die Demonstrierenden dazu aufgefordert, die Gewalt während der landesweiten Aufstände zu beenden und stattdessen friedlich weiter zu demonstrieren. Er betonte dabei, dass die gewalttätigen Demonstrierenden eine sehr kleine Gruppe seien. Diese würden mit ihrem Handeln unschuldige Menschen gefährden. „Wenn wir möchten, dass unser Strafsystem und die amerikanische Gesellschaft insgesamt nach besseren ethischen Regeln funktionieren, müssen wir diese Regeln selbst vorleben“, schrieb Obama in seinem Statement. 

Der amtierende Präsident Donald Trump hat bisher kein Statement veröffentlicht, dass die Legitimität der Proteste anerkennt. Im Gegenteil verlangte er in diversen Posts auf Twitter, dass die „Anarchisten“ durch Polizei und Militär „dominiert“ werden sollten. 

USA nach Tod von George Floyd im Ausnahmezustand: Weitere Tote bei Protesten – Schüsse auf Polizei

+++ 9.54 Uhr: Bei Protesten gegen Polizeigewalt in einem Vorort von Chicago sind zwei Menschen gestorben. Die Personen seien laut Polizei von zwei außenstehenden Unruhestiftern erschossen worden. Lokale Medien berichten, dass es in dem Ort Cicero im US-Bundesstaat Illinois zu Plünderungen und Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Polizeibeamten kam. Insgesamt verhaftete die Polizei rund 60 Personen vor Ort. 

Im angrenzenden Bundesstaat Missouri wurden laut Polizeiangaben vier Beamte von Schüssen getroffen. Die Polizisten schweben aber nicht in Lebensgefahr. Näheres über die Schüsse ist bisher nicht bekannt. 

Proteste nach Mord an George Floyd: New York verlängert Ausgangssperre

+++ 9.40 Uhr: Als Reaktion auf die Aufstände nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd verlängert der Bürgermeister von New York Bill de Blasio die nächtliche Ausgangssperre der US-Metropole um drei Stunden. Bewohnerinnen und Bewohner von New York müssen ab Dienstag (02.06.2020) schon ab 20 Uhr statt ab 23 Uhr die Straßen verlassen. 

Diese Ausgangssperren sind die härtesten Einschränkungen öffentlicher Proteste seit den sogenannten „Race Riots“ in 1943. 

Aufstände in den USA: Trump droht mit Armeeeinsatz

Update vom Dienstag, 02.06.2020, 06.20 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat angesichts der Ausschreitungen bei den Anti-Rassismus-Protesten ein hartes Vorgehen angekündigt. In einer Rede im Rosengarten des Weißen Hauses bezeichnete Trump die Ausschreitungen am Montag als „Akte von inländischem Terror“. 

Sollten die betroffenen Städte und Bundesstaaten nicht die notwendigen Maßnahmen ergreifen, werde er Soldaten einsetzen „und das Problem schnell für sie lösen“. In seiner kurzfristig anberaumten Ansprache kündigte Trump den Einsatz von „tausenden schwer bewaffneten“ Soldaten und Polizisten in der Hauptstadt Washington an, um „Randale, Plünderungen, Vandalismus, Angriffe und die mutwillige Zerstörung von Besitz zu stoppen“. 

Der Präsident bezeichnete die Gewaltausbrüche bei den Protesten in Washington als „totale Schande“. Zu den Ausschreitungen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz war es zuletzt auch in unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses gekommen.

Nach Tod von Floyd: Schwere Vorwürfe gegen die Polizei 

+++ 22.59 Uhr: Anwälte der Familie von George Floyd haben einen Autopsiebericht vorgelegt, der vorläufigen Erkenntnissen der Behörden widerspricht und die Polizei schwer belastet. Demnach seien unabhängige Gerichtsmediziner zu der Erkenntnis gekommen, dass Floyd bei dem brutalen Polizeieinsatz am Montag vergangener Woche in Minneapolis erstickt sei, teilte Anwalt Ben Crump mit. 

Der von den Anwälten mit Floyds Autopsie betraute Mediziner Michael Baden sagte: „Die Autopsie hat gezeigt, dass es keine Vorerkrankung gab, die zu seinem Tod geführt oder dazu beigetragen hat.“ Der offizielle Gerichtsmediziner hatte auf Grundlage vorläufiger Erkenntnisse Vorerkrankungen für Floyds Tod mitverantwortlich gemacht. Er ging davon aus, dass der 46-Jährige nicht erstickte.

Ende der Gewalt von Floyds Bruder gefordert

+++ 21.44 Uhr: Nach den Ausschreitungen infolge des Todes von George Floyd hat dessen Bruder Terrence Floyd ein Ende der Gewalt bei den Protesten in den USA gefordert. Die Demonstrationen müssten friedlich sein, sagte Terrence Floyd bei einer Mahnwache für seinen Bruder in Minneapolis. George Floyd hätte keine Gewalt gewollt. Terrence Floyd rief außerdem dazu auf, wählen zu gehen. In den USA stehen im November Präsidentschaftswahlen an.

+++ 20.05 Uhr: Mehr als 17.000 Kräfte der Nationalgarde sind laut CNN aufgrund der Proteste nach dem Tod von George Floyd in den USA im Einsatz. Das entspricht in etwa der Anzahl der aktiven Truppen im Irak, Syrien und Afghanistan. 

+++ 14.54 Uhr: Ein weiterer Mensch ist bei den Protesten in den USA gestorben. Nach Informationen des Fernsehsenders NBC erwiderten Polizei und Nationalgarde das Feuer bei einem Protest in Louisville (Kentucky). Laut einem Polizeisprecher wurden die Einsatzkräfte zu der Demonstration geschickt, um sie aufzulösen. Dann sei auf sie geschossen worden. Als Reaktion darauf, feuerten Polizei und Nationalgarde zurück.

Derzeit ist noch unklar, wer den tödlichen Schuss abgegeben hat. Zudem gaben die Behörden keine Informationen zu dem Opfer bekannt.

Proteste in den USA nach Tod von George Floyd: Zwei Tote in Iowa

+++ 14.11 Uhr: Der US-Fernsehsender CNN berichtet, dass zwei Menschen bei einer Serie von Schießereien in Davenport (Iowa) gestorben sind. Auch ein Polizist wurde verletzt. Dem Bericht nach, sagte der Polizeichef der Stadt, Paul Sikorski, dass bei einem Vorfall drei Polizisten bei einer Patrouille überfallen worden seien und dann auf sie geschossen wurde. Das Auto von ihnen sei getroffen worden, einer der Polizisten wurde demnach verletzt.

Sikorski sagte, es habe mehrere Vorfälle mit Randalierern in der Stadt gegeben, bei denen auch Schüsse gefallen seien. Insgesamt wurden vier Menschen von den Schüssen getroffen, zwei von ihnen starben an den Verletzungen.

Proteste in den USA: Tochter von New Yorks Bürgermeister festgenommen

+++ 13.36 Uhr: Nach einer Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt in New York ist es zu Plünderungen und zahlreichen Festnahmen gekommen. Unter den Festgenommenen war auch eine Tochter von Bürgermeister Bill de Blasio. Die Zeitung „The New York Post“ berichtete, Chiara de Blasio habe an einer Straßenblockade teilgenommen und verweigerte sich der polizeilichen Anordnung, sie wieder zu räumen.

+++ 9.23 Uhr: Wie der US-Nachrichtensender CCN meldet, soll der US-amerikanische Präsident Donald Trump während der Ausschreitungen am Freitag vor dem Weißen Haus für etwa einen Stunde samt seiner Familie in einen Bunker gebracht worden sein. Gegenüber CNN berichtet eine nicht weiter genannte Quelle, man habe die Situation als „rot“ eingestuft. Weiter berichtet CNN, dass die Mitarbeiter des Weißen Hauses ihre Zugangskarten verstecken müssen, bis sie den Eingangsbereich erreicht haben. 

Trump verhängt nächtliche Ausgangssperren für zehn Millionen Menschen

+++ 8.02 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz kommen die USA weiterhin nicht zur Ruhe. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll bei friedlichen Protesten auf einer gesperrten Fernstraße bei Minneapolis ein Lkw in eine Menschenmenge gefahren sein. Anschließend soll der Fahrer von den Protestierenden aus dem Führerhäuschen gezogen und angegriffen worden sein. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Laut offiziellen Angaben wurde bei dem Zwischenfall niemand schwer verletzt. 

„Das ist eine sehr beunruhigende Aktion eines Lkw-Fahrers auf der Interstate-35W, die die friedlichen Demonstranten anstachelte“, teilte die Abteilung für Öffentliche Sicherheit in Minneapolis auf Twitter mit.

"Das ist eine sehr beunruhigende Aktion eines Lkw-Fahrers auf der Interstate-35W, die die friedlichen Demonstranten anstachelte", teilte die Abteilung für Öffentliche Sicherheit in Minneapolis auf Twitter mit.

Update vom Montag, 01.06.2020, 6.53 Uhr: In der sechsten Nacht in Folge kam es in mehreren US-Metropolen zu teils gewalttätigen Protesten. Der Sender CNN berichtet, in New York seien Tausende Menschen auf die Straße gegangen. In Boston brannten Fahrzeuge, in Philadelphia gab es Plünderungen. Am Sonntagabend zogen Demonstrierende vor das Weiße Haus. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass es Feuer in der Nähe des Weißen Hauses gegeben haben soll. 

Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Demonstranten skandierten „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“, wie ein dpa-Reporter berichtete. CNN meldete, bereits am Freitag sei US-Präsident Donald Trump wegen der Proteste vor dem Weißen Haus für knapp eine Stunde in einen Bunker gebracht worden. Nach CNN-Angaben verhängten mindestens 40 Städte nächtliche Ausgangssperren, darunter auch Washington. Von den Maßnahmen waren demnach insgesamt zehn Millionen Menschen betroffen. Der Gouverneur des Bundesstaats Arizona, Doug Ducey, erließ sogar für die gesamte Woche bis zum 8. Juni eine nächtliche Ausgangssperre. Mindestens 15 der 50 US-Bundesstaaten und der Hauptstadtbezirk Washington mobilisierten die Nationalgarde, wie CNN berichtete. Die Nationalgarde gehört zur Reserve der US-Streitkräfte und kann in Bundesstaaten in Ausnahmesituationen zu Hilfe gerufen werden.

Proteste nach Tod von George Floyd: Texas ruft den Katastrophenzustand aus

+++ 20.00 Uhr: Nach den heftigen Ausschreitungen in Texas am Samstag hat der texanische Gouverneur Greg Abbott den Katastrophenzustand für den Staat ausgerufen. Das bedeutet unter anderem, dass Bundesbedienstete nun als „Friedensoffiziere“ dienen. „Jeder Texaner und jeder Amerikaner hat das Recht zu protestieren“, betonte Abbott. Jedoch seien Gewalt gegen andere und die Zerstörung von Eigentum „unakzeptabel und kontraproduktiv“. Es gehe jetzt darum, die Ordnung wiederherzustellen, die öffentliche Sicherheit zu garantieren und Eigentum zu schützen. Dazu sollten die Friedensoffiziere beitragen. Gleichzeitig sollten sie dafür sorgen, dass die Stimmen der friedlichen Demonstranten gehört werden könnten.

Ausschreitungen in den USA: Donald Trump will Antifa als Terrororganisation einstufen

+++ 19.55 Uhr: In zahlreichen Städten in den USA kommt es nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt, aber auch zu Ausschreitungen. US-Präsident Donald  Trump und andere Regierungsvertreter machen linksradikale Gruppen für die teils gewalttätigen Ausschreitungen verantwortlich, ohne dafür Belege zu liefern. „Die Gewalt und der Vandalismus werden von der Antifa und anderen gewaltsamen Gruppen des linken Flügels angeführt“, hatte Trump am Samstag betont.

Nun kündigt der US-Präsident auf Twitter an, dass die US-Regierung die Antifa-Bewegung in den USA als Terrororganisation einstufen will. Weitere Einzelheiten nannte er nicht, es bleibt offen, wie das mangels Organisationsstrukturen des losen Bündnisses funktionieren soll. Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump die Antifa im Visier hat: Bereits im vergangenen August hatte er erklärt, er erwäge, die Antifa zur Terrororganisation erklären zu lassen.

+++ 19.40 Uhr: Bei Ausschreitungen von Freitagnacht bis Sonntagmorgen (Ortszeit) in der Nähe des Weißen Hauses in Washington D.C. wurden mehr als 60 Secret-Service-Agenten verletzt. Nach Angaben des Secret Service wurden sie verletzt, als Demonstranten „Projektile wie Ziegel, Steine, Flaschen, Feuerwerk und andere Dinge“ warfen. Es gab auch direkte Angriffe auf den Secret Service, etwa durch Tritte, Stöße und „Körperflüssigkeiten“, heißt es in einer Mitteilung. Elf Secret-Service-Mitarbeiter wurden mit nicht lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, eine Person wurde festgenommen.

Nach Tod von George Floyd in Minneapolis: Protest gegen Polizeigewalt in Europa

Auch auf dem Trafalgar Square in London versammeln sich Menschen, um gegen Polizeigewalt und Rassismus zu demonstrieren. Auslöser war der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis.

+++ 17.25 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis gibt es nicht nur in den USA Proteste: Auch in London gibt es teilweise große Demonstrationen. Ein Protestzug mit mehr als tausend Menschen zog an der US-Botschaft in London vorbei, auch auf dem Trafalgar Square haben sich laut BBC hunderte Demonstranten mit Schildern mit Slogans wie „Black lives matter“ und „Justice for George Floyd“.

Am Samstagabend hatten sich auch vor der US-Botschaft in Berlin mehr als 2000 Menschen versammelt, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu protestieren. Auch am Sonntag soll in Berlin noch protestiert werden.

Unterdessen hat Amnesty International das Vorgehen der Polizei bei den Ausschreitungen und Protesten in vielen Städten in den USA als „unverhältnismäßig“ kritisiert. Die US-Polizei verletze landesweit ihre Pflichten, verschlimmere die Lage noch und gefährde das Leben von Demonstranten.

Nach Tod von George Floyd in Minneapolis: Hunderte Festnahmen bei Protesten 

+++ 15.17 Uhr: In der Nacht zum Sonntag sind bei Protesten gegen Polizeigewalt in den USA mehrere hundert Menschen festgenommen worden. Allein in New York City hat es dem Nachrichtensender CNN zufolge mehr als 340 Festnahmen gegeben. Laut einem leitenden Beamten der Polizei in New York sind bei den gewaltsamen Protesten 33 Polizeibeamte teils schwer verletzt und 48 Polizeiwagen beschädigt oder zerstört worden.

In zahlreichen US-Städten protestieren Menschen seit Tagen zum Teil gewaltsam. Auslöser war ein Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota, infolgedessen der Schwarze George Floyd (46) starb, nachdem ein Polizist minutenlang auf dessen Hals gekniet hatte.

Nach Tod von George Floyd in Minneapolis: Mindestens ein Toter bei Protesten

+++ 11.41 Uhr: Bei Protesten nach dem Tod von George Floyd ist in der US-Stadt Indianapolis nach einem TV-Bericht mindestens ein Mensch getötet worden. Der Fernsehsender NBC News stützte sich dabei am Sonntag auf Angaben der Polizei. Dem Vize-Polizeichef der Stadt, Josh Barker, zufolge gab es mindestens zwei Verletzte. Der Ablauf war zunächst unklar. Auf Twitter schrieb die Polizei, ihre Beamten seien nicht involviert gewesen und hätten nicht geschossen. Man untersuche nun zahlreiche Vorfälle.

In den USA kam es am Samstag und in der Nacht zum Sonntag in zahlreichen Städten zu Protesten gegen Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd. Mindestens 25 Städte in 16 Bundesstaaten verhängten Ausgangssperren. Trotzdem gab es vielerorts erneut Plünderungen. Zudem wurden Autos und Geschäfte in Brand gesetzt.

Nach dem Tod von George Floyds nehmen in den USA die Proteste gegen Polizeigewalt an Schärfe zu.

Floyd (46) war am Montag nach einem brutalen Polizeieinsatz in der Großstadt Minneapolis gestorben. Einer der vier beteiligten weißen Polizisten hatte ihm sein Knie minutenlang in den Nacken gedrückt. Der Afroamerikaner hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor. Im Krankenhaus wurde er dann für tot erklärt.

Tod von George Floyd in Minneapolis: Trotz Ausgangssperren erneut gewaltsame Proteste

Update vom Sonntag, 31.05.2020, 9.18 Uhr: Die USA kommen nach dem gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis nicht zur Ruhe: Auch in der Nacht zum Sonntag gab es vielerorts gewaltsame Proteste. Zuvor hatten neben Minneapolis 24 Städte in 16 US-Bundesstaaten Ausgangssperren verhängt, darunter Los Angeles, Atlanta und Philadelphia, über die sich die Protestierenden hinwegsetzten. Kalifornien hat CNN zufolge indes den Notstand für Los Angeles ausgerufen.

Minnesotas Gouverneur Tim Walz bat die Bürger auf Twitter inständig, zu Hause zu bleiben. Er kündigte außerdem an, die gesamte Nationalgarde von Minnesota zu mobilisieren, um den gewaltsamen Protesten Herr zu werden - das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Nationalgarde zufolge sind derzeit bereits 4100 Soldaten im Einsatz, es könne auf bis zu 10.800 Kräfte aufgestockt werden.

Der Nachrichtensender CNN berichtet von zahlreichen Festnahmen, Plünderungen und den Einsatz von Tränengas und Gummipatronen gegen Demonstranten. 

Tod von George Floyd in Minneapolis: Trump schreibt gewaltsame Proteste Linken zu

Update, 20.03 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat dem Bundesstaat Minnesota wegen der anhaltenden und teils gewaltsamen Proteste die Hilfe der Streitkräfte angeboten. Die Soldaten stünden bereit und könnten „sehr schnell“ vor Ort sein, sagte Trump. An die Behörden in den Städten Minneapolis und St. Paul gerichtet fügte er mit Blick auf die jüngste Gewaltwelle hinzu: „Sie müssen härter sein ... Sie können das nicht zulassen.“

Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, hatte zuvor erklärt, er habe mit Verteidigungsminister Mark Esper und Generalstabschef Mark Milley über Unterstützung gesprochen. Walz machte aber keine näheren Angaben zur möglichen Unterstützung.

Trump erklärte, den Demonstranten gehe es nicht darum, den am Montag infolge eines Polizeieinsatzes in Minneapolis gestorbenen Afroamerikaner George Floyd zu ehren. Vielmehr handle es sich um linke Chaoten, die es nur auf Krawall abgesehen hätten.

Polizeigewalt in den USA: Polizist und Demonstrant sterben bei Protesten

Update, 13.30 Uhr: In zahlreichen Städten der USA hat der Tod des Schwarzen George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz zu neuen Protesten mit Gewalt geführt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben.

Einem CNN-Bericht zufolge wurden in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien zwei Polizisten von Schüssen getroffen, einer der Beamten erlag später seinen Verletzungen. Etwa 7500 Menschen waren in Oakland auf die Straße gegangen, um gegen den Tod von George Floyd zu protestieren. Dabei kam es nach Angaben der Polizei zu Plünderungen und Vandalismus.  

Der „Bosten Globe“ meldete derweil unter Berufung einer Sprecherin der Polizei, dass in Detroit ein Demonstrant durch Schüsse aus einem fahrenden Fahrzeug getötet wurde. Kurz vor Mitternacht wurde demnach aus einem Sportgeländewagen auf Demonstranten gefeuert. Ein 19-Jähriger wurde dabei tödlich getroffen.

Proteste gegen Polizeigewalt in den USA: 1700 Soldaten in Minneapolis im Einsatz

Minnesotas Gouverneur Tim Walz sprach am Samstag von einer „unglaublich gefährlichen Situation“ in der US-Großstadt Minneapolis, wo Floyd vor wenigen Tagen sein Leben verlor. Der Chef der Nationalgarde des Bundesstaats Minnesota, General Jon Jensen, kündigte nach einem Bericht des Fernsehsenders CBS an, noch am Samstag solltenin der Stadt 1700 Soldaten einsatzbereit sein.

In Atlanta im US-Bundesstaat Georgia griffen unterdessen Demonstranten das Hauptquartier von CNN an. Der TV-Sender zeigte Live-Bilder aus der eigenen Zentrale, auf denen zu sehen war, wie aufgebrachte Menschen von außerhalb Objekte auf Polizisten im Eingangsbereich des Senders warfen. Das Gebäude beherbergt außer auch noch andere Büros, darunter eine Polizeiwache.

Der Gouverneur von Georgia, Brian Kemp, verhängte über Atlanta sowie weitere Städte im Umland den Ausnahmezustand. Etwa 500 Mitglieder der N ationalgarde von Georgia sollen eingesetzt werden, um Menschen und Eigentum zu schützen, schrieb Kemp auf Twitter. 

Polizeigewalt in den USA: US-Stars protestieren nach Tod von George Floyd in sozialen Medien

Update, 09.00 Uhr: Auch viele Stars reagieren auf den Tod von George Floyd.So nahm Oscar-Preisträger Jamie Foxx in Minneapolis an einer Kundgebung zum Protest gegen Polizeigewalt teil. Er sei nicht als Promi, sondern als Bruder gekommen, sagte der Schauspieler zu den überwiegend Schwarzen Demonstranten. „Wir wollen euch wissen lassen, ihr habt Unterstützung.“

Sänger John Legend verlinkte auf Twitter Worte des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King, dass nur mit sozialer Gerechtigkeit und Fortschritt Aufstände zu vermeiden seien. „Hamilton“-Star Lin-Manuel Miranda rief zu Spenden für Organisationen auf, die festgenommenen Demonstranten mit Geld und Anwälten helfen. Sängerin Beyoncé veröffentlichte ein Foto von Floyd auf ihrer Webseite und schrieb dazu „Rest in Power“ (etwa Ruhe in Macht, in Anlehnung an „Rest in Peace“, Ruhe in Frieden). 

Taylor Swift attackiert Donald Trump nach dem Tod von George Floyd: „Wir werden Dich abwählen“

Cardi B verteidigte die Demonstranten in einem Video. „So sehr ich diese Art von Gewalt nicht mag - es ist, was es ist“, sagte die Sängerin. „Zu viele friedliche Demonstrationen, zu viele Hashtags, die zu Trends werden, und keine Lösungen. Die Menschen haben keine andere Wahl.“ 

Oder, wie es Twitter-Nutzerin Ayesha gegenüber der rechtspopulistischen Polit-Kommentatorin Tomi Lahren, die sich über die Proteste echauffiert hatte, ganz schlicht ausdrückte: „Als sie es mit einem friedlichen Kniefall versuchten, seid ihr damit ja auch irgendwie nicht richtig klargekommen.“

Sängerin Taylor Swift ging derweil Donald Trump scharf an. Dass der US-Präsident den Demonstranten bei Plünderungen mit einem gewaltbereiten Militäreinsatz gedroht hatte, fand Swift geradezu. „Nachdem Du während Deiner gesamten Präsidentschaft die Feuer der weißen Vorherrschaft und des Rassismus angefacht hast, hast Du jetzt die Nerven dazu, moralische Überlegenheit vorzutäuschen und dann mit Gewalt zu drohen?“, schrieb Swift auf Twitter. Und weiter: „Wir werden Dich im November aus dem Amt wählen.“ Zur Erinnerung: Swift hat auf Twitter mehr Follower als Trump.

Polizeigewalt in de USA: Hunderte demonstrieren nach dem Tod von George Floyd vor dem Weißen Haus

Update vom Samstag, 30.05.2020, 07.25 Uhr: Die USA kommen nicht zur Ruhe. Nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz weiten sich die Proteste gegen Polizeigewalt gegen Schwarze immer weiter aus. 

Obwohl Minnesotas Gouverneur Tim Walz eine nächtliche Ausgangssperre verhängt hatte, dauerte die Proteste in der US-Großstadt Minneapolis weiter an. An den Protesten beteiligten sich Schwarze ebenso wie Weiße. Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie „Bin ich der nächste?“ und „Ohne Gerechtigkeit kein Frieden“. Die Proteste verliefen zumeist friedlich, allerdings wurden auch manche Autos in Brand gesteckt.

Auch in anderen US-Städten gingen wütende Demonstranten auf die Straße. Demonstrationen gab es unter anderem in New York, Houston, Los Angeles, Portland und Las Vegas. In Washington demonstrierten Hunderte Menschen vor dem Weißen Haus, marschierten anschließend zum Kapitol und legten sich mit Beamten des Secret Service an. Einige von ihnen stießen Barrikaden um.

Die Demonstranten hielten Plakate mit Aufschriften wie „Hört auf, uns zu töten“ oder „Ich bekomme keine Luft“ und forderten Gerechtigkeit für Floyd

Unterdessen begrüßte Floyds Familie die Festnahme eines Polizisten als einen „Schritt auf dem Weg zur Gerechtigkeit“. Sie forderte jedoch eine Anklage wegen Mordes statt wegen Totschlags.

Tod von George Floyd in Minneapolis: Polizist wegen Mordes angeklagt

+++ 23.02 Uhr: Nach den Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz hat der Bürgermeister der US-Großstadt eine Ausgangssperre erlassen. In der Proklamation von Bürgermeister Jacob Frey hieß es, die Ausgangssperre gelte jeweils in der Nacht zu Samstag und Sonntag von 20.00 Uhr (Ortszeit/2.00 Uhr MESZ) bis 6.00 Uhr. Begründet wurde die Ausgangssperre mit möglichen weiteren Unruhen.

+++ 20.32 Uhr: Der festgenommene Polizist Derek Chauvin ist im Fall George Floyd wegen Mordes und Totschlags angeklagt worden. Das teilte der Bezirksstaatsanwalt Mike Freeman am Freitag (29.05.2020) bei einer Pressekonferenz mit. Die Fälle der anderen drei beteiligten Polizisten würden noch untersucht.

Freeman sagte, so schnell habe seine Behörde in einem vergleichbaren Fall noch nie eine Anklage erhoben, normalerweise dauere das mehrere Monate. Er räumte ein, dass die Proteste dabei eine Rolle gespielt hätten. „Ich bin nicht unempfindlich demgegenüber, was auf den Straßen passiert“, so Freeman.

Tod von George Floyd in Minneapolis: Ex-Polizist festgenommen

+++ 20.05 Uhr: Nach dem tödlichen Polizeieinsatz gegen den Afroamerikaner George Floyd in Minneapolis ist ein beschuldigter Beamter festgenommen worden. Der Polizist Derek Chauvin sei am Freitag in Gewahrsam genommen worden, teilten die Sicherheitsbehörden im Bundesstaat mit.

Wie mehrere US-Medien berichten, handelt sich um den Polizisten, der sein Knie minutenlang an den Hals Floyds gedrückt hatte, während dieser am Boden lag. Floyd hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor, wie ein Augenzeugenvideo festgehalten hatte. Der 46-Jährige starb dann im Krankenhaus.

Die vier Polizisten, die an dem Einsatz beteiligt waren, wurden zwar entlassen, aber zunächst nicht festgenommen oder angeklagt. Das führte zu starken Protesten in Minnesota und anderen US-Städten.

Tod von George Floyd: Barack Obama verurteilt Rassismus

+++ 19.17 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis hat sich der frühere US-Präsident Barack Obama zu dem Vorfall geäußert. Obama schrieb auf Twitter, es dürfe in 2020 nicht „normal“ für Menschen sein, aufgrund ihrer Hautfarbe benachteiligt zu werden.

Es sei jetzt an den Behörden von Minnesota, den Fall sorgfältig zu untersuchen und Gerechtigkeit walten zu lassen. Obama betonte, dass alle, ungeachtet ihrer Hautfarbe, daran mitarbeiten sollten, dass „Fanatismus und Ungleichbehandlung nicht länger unsere Institutionen und unsere Herzen verseuchen.“

Minneapolis: Zweites Video dokumentiert Gewalt gegen George Floyd

Update, 15:07 Uhr: Inzwischen ist noch ein zweites Augenzeugenvideo der Polizeigewalt gegen den Afroamerikaner George Floyd aufgetaucht. Der kurze Videoclip zeigt eine andere Perspektive des Geschehens. In diesem Film knien drei Polizisten auf dem mit Handschellen gefesselten Floyd. In dem bisher bekannten Video war es nur ein Beamter, während die anderen Polizisten lediglich dabeistanden.

In dem neuen Video ist außerdem zu hören, wie George Floyd um Gnade bettelt – vergeblich. Wahrscheinlich wurde dieser Clip kurz nach dem bereits bekannten Video gefilmt.

Tod von George Floyd: CNN-Team bei Protesten in Minneapolis

Update, 14:25 Uhr: Bei den Protesten in Minneapolis nach dem Tod von George Floyd ist ein Fernsehteam des US-Nachrichtensenders CNN von der Polizei festgenommen worden. Zunächst wurde nach Angaben von CNN Korrespondent Oscar Jimenez festgenommen, anschließend auch seine Kollegen. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte Jimenez, wie der verstorbene George Floyd auch Afroamerikaner, im Anschluss.

Die Aufnahmen kurz vor der Festnahme zeigen Jimenez im Gespräch mit den Polizisten. Der CNN-Korrespondent sagte: „Wir können dahin zurückgehen, wohin ihr wollt.“ Kurz darauf wurde er festgenommen.

Unruhen in den USA nach Tod von George Floyd: Minneapolis in Flammen

Update, 13.30 Uhr: Nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis ist es auch in mehreren anderen Städten zu Protesten und teils schweren Ausschreitungen gekommen - so etwa in Denver, New York, Louisville, Memphis, Columbus und Phoenix

Bei friedlichen Protesten hatten viele Demonstranten Gerechtigkeit für Floyd und eine Verurteilung der involvierten Polizisten gefordert. Doch es kam auch zu Gewalt. außer in Louisville fielen auch in Denver Schüsse. Dort wurden laut Polizei zunächst keine Verletzten gemeldet. In New York seien Hunderte Menschen zusammengekommen, es habe mehrere Festnahmen gegeben, schrieb die „New York Times“.

Unruhen in Minneapolis: Donald Trump legt sich mit Bürgermeister an

Derweil hat sich der Bürgermeister von Minneapolis in einer Pressekonferenz zu den Angriffen von US-Präsident Donald Trump auf seine Person geäußert. „Schwäche ist, in einer Krise mit dem Finger auf jemand anderen zu zeigen“, konterte Jacob Frey kühl. „Donald Trump weiß nichts über die Stärke von Minneapolis. Wir sind verdammt stark." 

Frey zeigte Verständnis für den „Schmerz und die Wut“ in seiner Stadt. Die Plünderungen seien allerdings inakzeptabel. Mehr als 170 Geschäfte seien zerstört oder geplündert worden, twitterte die Polizei von Saint Paul, einer Nachbarstadt von Minneapolis. Dort waren die Polizisten mit Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Demonstranten vorgegangen.

Nahe der brennenden Polizeiwache protestierten in den frühen Morgenstunden noch immer Hunderte Menschen, an mehreren Stellen in der Stadt sind manche Feuer noch immer nicht gelöscht.

Polizeigewalt in USA: Breonna Taylors Tod sorgt für Unruhen und Proteste in Louisville

Update, 11:00 Uhr: Die Lage in Minneapolis scheint sich nach wie vor nicht zu beruhigen. Die Unruhen nach dem Tod von George Floyd infolge einer Festnahme in den USA halten an. 

Und auch in anderen Städten der Vereinigten Staaten wird den Polizeikräften Rassismus vorgeworfen. In Louisville (Kentucky) sind auf einer Demonstration mehrere Schüsse gefallen. Sieben Menschen wurden nach Angaben eines lokalen Nachrichtensenders verwundet. 

Der dortige Protest entzündete sich an dem Tod von Breonna Taylor, die am 13. März 2020 von Polizisten in ihrem Apartment erschossen wurde. Die Einsatzkräfte gaben acht Schüsse auf Taylor ab. Der Einsatz richtete sich eigentlich gegen einen Drogenring, der seine Zentrale aber 10 Meilen entfernt hatte.

Unruhen in den USA nach Tod von George Floyd: Minneapolis in Flammen, Schüsse in Louisville

Update, 09.05 Uhr: Während die US-Großstadt Minneapolis nach dem Tod von George Floyd in Flammen steht, gießt Donald Trump noch einmal richtig viel Öl ins Feuer. Auf Twitter kündigte der US-Präsident nun an, mit aller Härte gegen die Gewalttäter vorgehen zu wollen. „Diese GANGSTER entehren George Floyd. Das werde ich nicht zulassen. Wenn die Plünderungen losgehen, geht auch die Schießerei los.“ Das Militär sei einsatzbereit.

Unruhen in Minneapolis: Donald Trump droht mit der Armee

Trumps Spruch „When the looting starts, the shooting starts“ stammt nicht von ihm selbst diese Drohung gegen Schwarze Demonstranten hat 1967 der damalige Polizeichef von Miami ausgesprochen. Walter Headley war ein Freund der sogenannten „Stop-and-frisk“-Taktik, bei der Polizisten Menschen willkürlich kontrollieren und durchsuchen können. Headley war auch für eine andere Aussage bekannt: „ Es macht uns nichts aus, der Polizeibrutalität beschuldigt zu werden.“

In seinen Tweets feuerte Trump auch gegen Jacob Frey. Der „radikal linke“ Bürgermeister von Minneapolis sei „sehr schwach“ und zeige einen „völligen Mangel an Führungsstärke“. Im Falle eines Falles sei er, Trump, deshalb zu allem bereit: „Ich werde die Nationalgarde losschicken und die Arbeit erledigen.“ 

Zum Vergleich: Als bei einem Aufmarsch von Rechtsextremen im August 2017 in Charlottesville die 32-jährige Heather Heyer von einem Teilnehmer der Neonazi-Demonstration getötet wurde, benutzte Trump ganz andere Worte. Damals sprach er davon, dass für Gewaltexzesse immer viele Seiten verantwortlich seien und an der rechten Demo auch „sehr viele anständige Leute“ teilgenommen hätten. Er drohte auch nicht, die Nazis erschießen lassen zu wollen. Vom früheren Ku-Klux-Klan-Führer David Duke erntete Trump damals sehr viel Lob für seine Aussage.

Proteste gegen Poliziegewalt fanden nicht nur in Minneapolis statt

Proteste gegen Polizeigewalt gab es unterdessen auch in anderen Städten der USA. So gingen in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky Hunderte Menschen auf die Straße, um an Breonna Taylor zu erinnern, eine 26-jährige Afroamerikanerin, die im März zuhause von Polizisten erschossen worden war. Auch in Denver kam zu Protesten. Örtliche Medien berichteten dort über Schüsse. Laut Polizei wurden zunächst keine Verletzten gemeldet.

Proteste gegen Polizeigewalt in den USA eskalieren: Gebäude in Minneapolis in Flammen  

Update vom Freitag, 29.05.2020, 08.00 Uhr: Die US-Großstadt Minneapolis kommt nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz nicht zur Ruhe. Zunächst kam es zu Protesten und Ausschreitungen. In der Nacht zum Freitag hat es erneut schwere Ausschreitungen gegeben. Eine Polizeistation musste evakuiert werden, nachdem aufgebrachte Menschen zuvor dort eingedrungen waren. „Demonstranten sind gewaltsam in das Gebäude eingedrungen und haben mehrere Brände entzündet“, hieß es in einer Polizeimitteilung. 

Das Gebäude steht noch immer in Flammen, die Feuerwehr konnte noch nicht mit dem Löschen beginnen. Vor dem Polizeigebäude in Minneapolis riefen Dutzende Demonstranten „Keine Gerechtigkeit - kein Frieden“ („No Justice, No Peace“). 

Polizeigewalt in den USA: Nationalgarde nach Tod von George Floyd und Protesten mobilisiert 

Schon zuvor hatte der Gouverneur des US-Bundesstaats Minnesota aufgrund der anhaltenden Proteste die Nationalgarde mobilisiert. Tim Walz erklärte einen Notstand für Minneapolis und umliegende Gebiete, wie aus seiner Verfügung hervorging. In der Anordnung des Gouverneurs hieß es, friedliche Demonstrationen seien weiterhin erlaubt. Ausschreitungen bedrohten aber auch die Sicherheit friedlicher Demonstranten.

Die Nationalgarde zählt zur Reserve der US-Armee. In der Anordnung von Walz hieß es, die Bürgermeister der benachbarten Städte Minneapolis und St. Paul hätten nach den Ausschreitungen um die Mobilisierung gebeten, um Sicherheit zu gewährleisten. 

Bei einer Pressekonferenz rief die Bezirksstaatsanwältin von Minnesota, Erica MacDonald, Demonstranten dazu auf, friedlich zu bleiben. „Ich bitte die Menschen, Ruhe zu bewahren und uns diese Untersuchung durchführen zu lassen“, sagte MacDonald. „Es bricht mir das Herz zu sehen, was auf unseren Straßen in Minneapolis und St. Paul und einigen unserer Vororte passiert.“ 

Der örtliche FBI-Vertreter Rainer Drolshagen äußerte Verständnis für die „extreme Frustration, Wut und Traurigkeit“ über den Vorfall und sicherte eine umfassende Aufklärung zu.

Tod von George Floyd in den USA: Trump will für Gerechtigkeit sorgen 

Update vom Donnerstag, 28.05., 20.17 Uhr: Kayleigh McEnany hat sich auf einer Pressekonferenz zu den Geschehnissen in Minneapolis geäußert. Die Pressesprecherin von US-Präsident Donald Trump* sagte auf einer Pressekonferenz: „Wir alle haben das Video gesehen, ich, mein Team und auch der Präsident. Er war es, der persönlich angeordnet hat, dass das FBI eine Untersuchung einleitet.“

McEnany sagte, Trump habe das Video an Bord der Air Force One gesehen. „Er war sehr aufgeregt darüber“, beschrieb McEnany die Reaktion des Präsidenten. Der Präsident werde dafür sorgen, „dass Gerechtigkeit walten wird“.

Update vom Donnerstag, 28.05.2020, 17.35 Uhr: Die Proteste in Minneapolis eskalieren weiter. Zahlreiche Gebäude brannten bis in die Morgenstunden, Geschäfte wurden geplündert. Von „Chaos“ ist die Rede und von „Aufständen“, die sich im ganzen Stadtgebiet ereignen. Ausgelöst durch den Tod von George Floyd nach seiner Festnahme durch die Polizei.

Proteste nach Tod von George Floyd fordern erstes Todesopfer

Im Zuge der Proteste in Minneapolis scheint es nun auch ein erstes Todesopfer zu geben. Im Zentrum wurde die Leiche eines Mannes gefunden, der mit einer Schusswunde vor einem Pfandgeschäft gelegen hatte. Der Mann starb kurz nachdem ihn die Polizei gefunden hatte im Krankenhaus.

Medaria Arradondo, Polizeichef in der knapp 400.000 Einwohner zählenden Stadt, sagte gegenüber einem lokalen Nachrichtensender, die Polizei werde mit aller Härte gegen gewalttätige Demonstranten vorgehen. „Wir können dieses kriminelle Verhalten nicht tolerieren“, sagte Arradondo.

Proteste nach Tod von George Floyd in Minneapolis eskalieren erneut – Rauchschwaden über der Stadt

Update vom Donnerstag, 28.05.2020, 14.45 Uhr: Die Sportfans erinnern sich. Am 14. August 2016 setzte Colin Kaepernick ein Zeichen, das in de ganzen USA für Diskussionen sorgte. Der damals noch als Quarterback für San Francisco 49ers agierende NFL-Profi hatte sich während der US-Nationalhymne niedergekniet, um damit gegen Ungleichheit, Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze zu demonstrieren.* Kaepernick kam das teuer zu stehen, nach der Saison wurde er entlassen und ist seitdem arbeitslos.

Doch nach dem Tod von George Floyd ist Kaepernicks Protest in den USA wieder in aller Munde. Auch Basketball-Superstar LeBron James erinnerte jetzt auf Instagram daran. In einer Collage sind zwei Bilder von Männern auf Knien zu sehen: Der Polizist von Minneapolis und der protestierende Kaepernick. „Versteht ihr’s jetzt!!??!!??“, schrieb James. „Oder ist immer noch alles unklar?“

Polizeigewalt gegen George Floyd in den USA: Neue Videos enthüllen Details zum Tod des Afroamerikaners

Update vom Donnerstag, 28.05.2020, 12.30 Uhr: Die Konfrontation zwischen George Floyd und der Polizei von Minneapolis wurde ursprünglich durch ein Video von Darnella Frazier bekannt, das diese am Dienstagmorgen (26.05.) einen Tag auf Facebook eingestellt hatte. Inzwischen sind in den USA noch weitere Videos veröffentlicht worden. 

So zeigt ein Smartphone-Video, wie Floyd von der Polizei aus seinem Auto geholt wurde. Ein zweites Video, das mit einer Überwachungskamera aufgenommen wurde, stellt den Beginn der Auseinandersetzung zwischen der Polizei von George Floyd auf der Straße dar. Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass Floyd keinerlei Widerstand leistet – was im Polizeibericht noch ganz anders dargestellt worden ist.

Polizeigewalt gegen George Floyd: Bürgermeister fordert Anklage gegen Polizisten

Aufgrund der Videos forderte Bürgermeister Jacob Frey, dass der Polizist, der sein Knie auf Floyds Hals drückte, angeklagt werden sollte. Der 44-Jährige ist nach Angaben der einheimischen Zeitung „Star Tribune“ genauso wie ein zweiter beteiligter Beamter bereits früher beschuldigt worden, im Dienst gewalttätig gehandelt zu haben. „Ich habe in den vergangene 36 Stunden mehr als alles andere mit einer grundlegenden Frage gerungen: Warum sitzt der Mann, der George Floyd getötet hat, nicht im Gefängnis?", so Frey. „Da war nichts, was darauf hindeuten würde, dass diese Art von Gewalt notwendig war.“

Unterdessen wachsen die Sorgen, dass die Proteste gegen die Polizeigewalt in den USA ausufern könnten. Der Anwalt der Familie Floyd hat deshalb die Demonstranten aufgefordert, weiterhin friedlich zu protestieren und zusätzlich die Corona-Abstandsregeln einzuhalten

„Wir können nicht auf das Niveau unserer Unterdrücker sinken, und wir dürfen andere während dieser Pandemie nicht gefährden“, heißt es in der Erklärung von Benjamin Crump. „Dauerhafte Veränderungen werden wir dadurch erringen, dass wir immer wieder auf die schreckliche und inakzeptable Vorgehensweise hinweisen – und dadurch, dass die Gerechtigkeit siegen wird.“

Polizeigewalt gegen George Floyd in den USA: Gouverneur spricht von „extrem gefährlicher Lage“

Update vom Donnerstag, 28.05.2020, 06 .15 Uhr: Nach dem Tod von George Floyd sind die Menschen in den USA erneut auf die Straße gegangen, um die Polizeigewalt gegen Schwarze anzuprangern. Dabei ging es vor allem in der Stadt, in der Floyd bei einer Festnahme durch die Polizei sein Leben verlor, hoch her. 

Die Proteste in Minneapolis begannen zwar friedlich, bevor die Situation im Laufe der Nacht eskalierte. Die Demonstranten versammelten sich vor dem Polizeirevier, in dem die vier Beamten gearbeitet hatten, die wegen des brutalen Umgangs mit George Floyd entlassen worden waren. Polizisten reihten sich vor dem Revier auf, um das Gebäude gegen die Demonstranten abzuschirmen. Am Rande der Demonstrationen wurde ein Geschäft für Autoteile in Brand gesetzt. Ein Kaufhaus sowie weitere Geschäfte wurden geplündert, Rauchschwaden hingen über der Stadt.

Gouverneur Tim Walz sprach von einer „extrem gefährlichen Lage“ und forderte die Bewohner auf, das Gebiet zu verlassen. Polizeichef Medaria Arradondo teilte mit, dass er den Einsatz von Tränengas angeordnet habe. Damit drängte die Polizei die aufgebrachte Menschenmenge zurück. „Es geht nicht um Rassismus“, sagte ein Demonstrant. „Es geht nicht einmal um Kapitalismus. Es geht nicht einmal um Kolonialismus. Es geht um einen Mangel an Menschlichkeit.“

Auch in der Innenstadt von Los Angeles versammelten sich zahlreiche Demonstranten. Zeitweise befanden sie sich auf der Autobahn 101 und blockierten dort den Verkehr.

Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump eine Untersuchung des Justizministeriums und der Bundespolizei FBI angeordnet. Trump versicherte auf Twitter, dass der Gerechtigkeit Genüge getan werde. Er habe die Behörden zu beschleunigten Ermittlungen aufgefordert. Zugleich sprach Trump den Angehörigen und Freunden des Opfers George Floyd sein Mitgefühl aus. Der Präsident nannte den Tod Floyds „sehr taurig und tragisch“.

Polizeigewalt gegen George Floyd in USA: Bürgermeister fordert Festnahme des Polizisten

Update vom Mittwoch, 27.05.2020,  20.23 Uhr: Nach dem Tod von George Floyd in den USA fordert der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, die Festnahme des Polizisten, der Floyd am Montagabend (25.05.2020) brutal am Boden festgehalten hatte. Die vier Polizisten, die in den Fall involviert waren, sind laut Frey mit sofortiger Wirkung entlassen worden. 

Bürgermeister Frey forderte am Mittwoch (27.05.2020), der Polizeibeamte müsse festgenommen und angeklagt werden. „Wieso ist der Mann, der George Floyd getötet hat, nicht im Gefängnis?“, fragte er vor Journalisten. „Wenn Sie es getan hätten, oder ich es getan hätte, wären wir jetzt hinter Gittern.“

Polizeigewalt gegen George Floyd in den USA: „Sie haben meinen Bruder umgebracht“ - Schwester fordert Mordanklage

Update vom Mittwoch, 27.05.2020, 15.25 Uhr: Der Tod von George Floyd erinnert viele Menschen in den USA an den Tod von Eric Garner. Der damals 43-jährige asthmakranke Afroamerikaner hatte am 17. Juli 2014 in New York während einer Festnahme durch Polizisten sein Leben verloren. Genauso wie bei George Floyd reagierten auch damals die Beamten nicht auf die Worte des am Boden liegenden Opfers: Der hatte „Ich bekomme keine Luft“ gerufen – wie George Floyd auch. Beide wurden anschließend ins Krankenhaus gebracht, wo in beiden Fällen der Tod festgestellt wurde. Auch vom Tod Garners existieren Videos.

„Das ist aber noch viel, viel schlimmer als bei Eric Garner“, sagte nun der von Floyds Familie engagierte Bürgerrechtsanwalt Ben Crump in der Today Show des Fernsehsenders NBC. Crump sprach dabei von „brutaler, tödlicher und übermäßiger Gewalt“ seitens der Polizei. „Sie waren an seinem Hals: nicht eine Minute lang, nicht zwei Minuten, nicht drei Minuten, nicht vier Minuten, nicht fünf Minuten, nicht sechs Minuten, nicht sieben Minuten, nicht acht Minuten, sondern ganze neun Minuten lang. Und das, während er um sein Leben bettelt.“

Er hoffe, dass der Mord ein Wendepunkt für das Justizsystem in den USA sein würde. „Es kann nicht zwei Justizsysteme geben, eines für das schwarze Amerika und eines für das weiße Amerika.“

In derselben Sendung forderte Floyds Schwester scharfe Konsequenzen: „Ich will, dass diese Polizisten wegen Mordes angeklagt werden, denn genau das haben sie getan“, sagte Bridgett Floyd, die während der Aufnahme immer wieder mit den Tränen kämpfte. „Sie haben meinen Bruder ermordet. Er hat um Hilfe gerufen. Die Beamten sollten wegen Mordes im Gefängnis sitzen.“

Video zeigt Polizeigewalt in den USA: Tod eines Afroamerikaners löst schwere Proteste aus

Update vom Mittwoch, 27.05.2020, 10.45 Uhr: Der Tod des Afroamerikaners George Floyd sorgt in den USA für Unruhen auf den Straßen. Am Dienstagabend (26.05.) versammelten sich trotz der Corona-Pandemie Tausende Menschen in Minneapolis, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. 

Mit dem Ruf „Ich bekomme keine Luft“ marschierten sie von der Stelle aus, an der der 46-jährige Floyd am Montag starb, zum dritten Polizeirevier. Nach einem friedlichen Beginn eskalierten die Proteste plötzlich. Während die Polizei Tränengas und Rauchbomben einsetzte, versuchten sich die Demonstranten hinter einer improvisierten Barrikade aus Einkaufswagen zu verstecken.

„Wir Schwarze sind es leid“, sagte Kiara Nelson der Zeitung „The Daily Beast“: „Die Tatsache, dass dies immer wieder geschieht, ist einfach verrückt.“ 

Video zeigt Polizeigewalt in den USA: Vier Beamte nach Tod eines Afroamerikaners entlassen

Update vom Mittwoch, 27.05.2020, 08.45 Uhr: Das Video aus den USA schockiert. In den Straßen von Minneapolis ist ein weißer Polizist zu sehen, der sein Knie minutenlang an den Hals eines Afroamerikaners drückt. Der fleht wiederholt um Hilfe, ehe er schließlich das Bewusstsein verliert. Danach wurde er noch ins Krankenhaus gebracht, doch jede Hilfe kam zu spät. George Floyd war tot. 

Viele Politiker in den USA zeigten sich entsetzt, darunter Senatoren wie Sherrod Brown oder Abgeordnete des Repräsentantenhauses wie Ilhan Omar.  Besonders betroffen war der Bürgermeister von Minneapolis. Noch am Nachmittag gab Jacob Frey bekannt, dass die vier in den Fall involvierten Polizisten entlassen worden seien. 

„Es ist die richtige Entscheidung für unsere Stadt, die richtige Entscheidung für unsere Gemeinde. Es ist die richtige Entscheidung für die Polizei von Minneapolis“, sagte Frey bei einer Pressekonferenz mit Polizeichef Medaria Arradondo.  „Was wir gesehen haben, ist schrecklich. George Floyd hätte nicht sterben dürfen

Polizeigewalt in den USA: Familie von George Floyd schaltet Anwalt ein 

„Fünf Minuten lang sahen wir zu, wie ein weißer Polizist einem hilflosen Schwarzen sein Knie in den Nacken drückte“, sagte der Bürgermeister. „Fünf ganze Minuten lang. Das war keine Entscheidung, die im Bruchteil einer Sekunde zu fällen war.“

Arradondo sagte während der Pressekonferenz, er habe beschlossen, das FBI um Ermittlungen zu bitten, nachdem er „zusätzliche Informationen“ über den Vorfall erhalten habe, lehnte es jedoch ab, näher darauf einzugehen.

Floyds Familie hat unterdessen einen Anwalt engagiert. Benjamin Crump erklärte über Twitter, er sei engagiert worden, um die Familie des Opfers in diesem Fall von „missbräuchlicher, exzessiver und unmenschlicher Gewaltanwendung“ zu vertreten. Die Polizei müsse zur Rechenschaft gezogen werden.

Derweil kämpfen auch andere Teile der USA mit dem alltäglichen Rassismus. So hat jetzt eine Frau aus New York Empörung ausgelöst. Nach einemWortgefecht mit einem Afroamerikaner rief sie die Polizei: „Weil er schwarz ist.“

„Ich bekomme keine Luft“: Erschütterndes Video zeigt Polizeigewalt in den USA – Afroamerikaner stirbt

Erstmeldung vom Dienstag, 26.05.2020: Minneapolis – Die Szenen sind entsetzlich. Sie stammen aus den USA. Ein Polizist drückt sein Knie etwa dreieinhalb Minuten lang gegen den Hals eines bewegungslosen, stöhnenden Mannes, der so gut wie keine Luft bekommt. „Ich bekomme keine Luft!“, ist zu hören. „Ich bekomme keine Luft! Töte mich nicht!“ 

USA: Video zeigt die Szenen der Verhaftung

Doch genau das passierte am Ende. Der Mann, der verhaftet werden sollte, kam zwar noch ins Krankenhaus, erlag jedoch später seinen Verletzungen. Es handelt sich um einen Afroamerikaner. Der ganze Vorfall, der seit Dienstag (26.05.2020) die USA aufrüttelt, ist auf einem Video festgehalten worden, das auf Facebook veröffentlicht wurde. 

Das alles geschah am Montagabend gegen 20 Uhr Ortszeit im Süden von Minneapolis, der mit rund 382.500 Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadt im US-Bundesstaat Minnesota. Die Polizeibehörde von Minneapolis gab am frühen Dienstag bekannt, dass der namenlose Mann später an einem „medizinischen Vorfall“ gestorben sei. 

Rassismus in den USA: Das FBI untersucht den Tod des Afroamerikaners

„Zwei Beamte befahlen ihm, aus seinem Auto zu steigen“, hieß es vonseiten der US-Polizei. Nachdem er ausgestiegen sei, habe der Mann „physisch Widerstand geleistet. Die Beamten legten dem Afroamerikaner Handschellen an und stellten fest, dass anscheinend ein medizinischer Notfall vorliegt. Die Beamten forderten deshalb einen Krankenwagen an.“ 

Der Mann sei kurz darauf gestorben, heißt es in der Erklärung, und weiter: „Zu keinem Zeitpunkt wurden Waffen jeglicher Art von Personen verwendet, die an diesem Vorfall beteiligt waren.“ Jetzt untersuchen das FBI und die staatlichen Behörden den Tod des Mannes. Es scheint ein weiterer Fall von Polizeibrutalität in den USA.

Bürgermeister von Minneapolis reagiert geschockt auf den Vorfall von Polizeigewalt in den USA

Das Video stammt von der US-Amerikanerin Darnella Frazier. „Als ich hinging, war er bereits am Boden“, sagt Frazier in ihrem Facebook-Video. „Die Cops haben ihn an seinem Hals festgehalten und er hat geweint. Die Polizei hat ihn getötet, direkt vor allen. Er weinte und sagte ihnen, er bekomme keine Luft und alles. Sie haben diesen Mann getötet.“ 

Der Bürgermeister von Minneapolis reagierte geschockt: „Er hätte nicht sterben dürfen“, sagte Jacob Frey. „Was wir gesehen haben, war schrecklich. In den USA schwarz zu sein, sollte kein Todesurteil sein. ... Wenn Sie jemanden um Hilfe rufen hören, sollen Sie helfen. Dieser Offizier hat im grundlegendsten menschlichen Sinne versagt. “

USA kämpfen mit Rassismus: Erinnerungen an den Tod von Eric Garner werden wach

Social-Media-Nutzerinnen und -Nutzer stellten Ähnlichkeiten zwischen dem Tod des Mannes und dem von Eric Garner fest, einem unbewaffneten Schwarzen, der 2014 starb*, nachdem er von einem New Yorker Polizisten in einen Würgegriff gebracht worden war. 

Sein Tod verschaffte in den USA und darüber hinaus der ein Jahr zuvor gegründeten Bürgerrechtsbewegung „Black Lives Matter“ damals zu Bekanntheit. Die letzten Worte von Garner damals wurden auf einem Video festgehalten und lauteten: „Ich bekomme keine Luft.“ Dann starb er.

Von Christian Stör

Der Tod des schwarzen Jugendlichen Adama Traoré sorgt in Frankreichs Hauptstadt Paris schon seit 2016 für Proteste – auch jetzt wieder. Es gibt bei Adama Traoré erstaunliche Parallelen zum Fall George Floyd.

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Weltweit protestieren Tausende nach dem Tod von George Floyd gegen rassistische Polizeigewalt - Strukturen, die auch in Deutschland für Todesopfer gesorgt haben. 

Das Weiße Haus lässt durchsickern, dass US-Präsident Donald Trump wegen der fortdauernden Proteste in den USA eine „Rede zur Nation“ halten will.

Zahlreiche Statuen in den USA ehren umstrittene historische Persönlichkeiten. Die Kunstwerke geraten ins Visier der Proteste wegen des Todes von George Floyd.

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