Verschärfte Tonlage

Putin und Trump reden über Verbesserung ihrer Atomwaffen

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Donald Trump und Wladimir Putin. Fotos: Albin Lohr-Jones/CNP POOL (l)/Alexander Astafyev/Sputnik Pool Foto: A. Lohr-Jones/A. Astafyev

Wladimir Putin und Donald Trump reden von einer Verstärkung der nuklearen Fähigkeiten ihrer Streitkräfte. Das Wort "Rüstungswettlauf" macht schon wieder die Runde. Wortgeklingel oder Kurswechsel?

Washington (dpa) - Verschärfte Tonlage im Umgang mit Atomwaffen zwischen Russland und den USA. Der künftige US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag auf Twitter: "Die USA müssen ihre nuklearen Fähigkeiten erheblich verstärken, bis die Welt in Sachen Atomwaffen zur Vernunft kommt."

Nach Angaben der MSNBC-Moderatorin Mika Brzezinski erklärte Trump in einem Telefonat mit ihr: "Dann lassen wir es eben einen Rüstungswettlauf werden." Diesen würden die USA ohnehin gewinnen.

Ob Trump mit seinen Worten auf vorherige Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Verteidigungsminister Sergej Schoigu reagierte, blieb zunächst unklar. Putin hatte laut der russischen Nachrichtenagentur Itar-TASS erklärt: "Wir müssen die strategischen Atomwaffen stärken und dazu sollten wir Raketen entwickeln, die in der Lage sind, jedes gegenwärtige und künftige Raketenabwehrsystem zu überwinden."

Am Freitag bekräftigte Putin seine Aussage vom Vortag. Russland habe das Recht, seine Atomraketen weiterzuentwickeln. Schließlich seien die USA 2001 aus dem ABM-Vertrag zur Beschränkung von Raketenabwehrsystemen ausgestiegen. "Wenn jemand einen Rüstungswettlauf beginnt, dann sind das nicht wir."

Ein Sprecher Trumps hatte die Äußerungen des designierten US-Präsidenten zunächst relativiert. Trump habe sich auf die Bedrohung durch die Verbreitung von Kernwaffen insbesondere in den Händen von Terroristen und instabilen Regimes beziehen wollen.

Er habe deutlich machen wollen, dass dies verhindert werden müsse. "Er hat ebenfalls die Notwendigkeit betont, das Abschreckungspotenzial zu verbessern und zu modernisieren, als entscheidenden Weg, Frieden durch Stärke zu erzielen", erklärte der Sprecher. Die Wortwahl erinnert an die Zeit des Kalten Krieges, als von "Frieden durch Abschreckung" die Rede war.

Putin hatte zuvor erklärt, auch die nicht-nukleare Schlagkraft der russischen Streitkräfte müsse auf ein höheres Niveau gebracht werden, um alle militärischen Bedrohungen neutralisieren zu können. Dazu gehöre auch die Weiterentwicklung von Präzisionswaffen, modernen Möglichkeiten der Kommunikation und Aufklärung sowie Systemen der elektronischen Kriegsführung.

Die USA verfügen derzeit über das größte Arsenal an stationierten Atomwaffen auf der Welt mit knapp 2000 Atomsprengköpfen. Russland folgt knapp dahinter auf Rang zwei mit rund 1800 einsatzbereiten Sprengköpfen. Beide Länder haben zudem noch Tausende weiterer Sprengköpfe auf Lager, Russland mehr als die USA.

Als Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages sind beide Länder zur nuklearen Abrüstung verpflichtet. Kritiker hatten wiederholt bemängelt, dass dies höchstens numerisch geschehe, sich die Qualität und Flexibilität der zur Verfügung stehenden Kernwaffen aber sogar noch erhöhe. Beide Länder arbeiteten seit längerer Zeit an der Modernisierung ihrer strategischen Atomstreitmächte.

Trump auf Twitter

Auch Putin wartet gespannt: Wie wird es mit Donald Trump?

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