Trump hatte den Ausstieg verkündet

USA wegen Klimaschutz-Ausstiegs unter G7-Ministern isoliert

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Treffen der G7-Umweltminister in Bologna.

Der von Präsident Donald Trump verkündete Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen hat die USA auch unter den Umweltministern der sieben großen Industriestaaten (G7) isoliert.

Bologna/Berlin (dpa) - Die sechs anderen Länder machten am Sonntag deutlich, wie sehr sie über diesen Schritt enttäuscht sind, wie Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nach G7-Beratungen in Bologna berichtete. Zugleich seien alle Teilnehmer einig gewesen, weiter an einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes arbeiten zu wollen - auch die Vereinigten Staaten.

Nicht ganz klar sei indes, wie die USA weitere Emissionsminderungen umsetzen wollten, ohne geschaffene Instrumente weiterhin anzuwenden, sagte sie. Zum Abschluss des G7-Ministertreffens sei eine gemeinsame Erklärung vorgesehen, die aber „an einzelnen Stellen“ Unterschiede zum Ausdruck bringen werde. Sie soll Montag vorgestellt werden.

Hendricks betont: Die Hand bleibt ausgestreckt

„Die internationale Klimadiplomatie wird jetzt verzichten müssen auf die Führungsrolle der Vereinigten Staaten, die in den letzten Jahren besonders wichtig war“, sagte Hendricks. Sie begrüßte, dass Städte, Bundesstaaten und die Wirtschaft in den USA den Klimaschutz weiter vorantreiben wollten. In einem bilateralen Gespräch habe sie deutlich gemacht, dass die Hand ausgestreckt bleibe und man bei anderen Themen wie dem Kampf gegen Müll in den Meeren weiter zusammenarbeiten könne.

Die Ende 2015 beschlossene Vereinbarung von Paris sieht vor, die Erderwärmung auf klar unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die Staaten wollen dazu den Netto-Ausstoß ihrer Treibhausgase in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf Null bringen.

afp

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