Wachsendes Problem

Verbraucherschützer warnt: Fiese „Abzocke“ von Flüchtlingen

Berlin - Nach Deutschland gekommene Flüchtlinge werden nach Erkenntnissen der Verbraucherzentralen inzwischen auch Ziel illegaler Geschäftemacher. Und das mit hinterhältigen Methoden.

Seit einigen Wochen sei „eine neue Masche“ zu beobachten, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Dabei bekämen Flüchtlinge einen Anruf, in dem oft von einer gewonnenen Kreditkarte die Rede sei. Schon ein „Ja“ auf Fragen etwa zum Namen werde als Zustimmung zu einem Vertrag gewertet, worauf Zahlungsaufforderungen folgen. „Das sind ärgerliche Situationen, wo Unwissenheit, vielleicht auch ein kurzfristiges Glücksgefühl ausgenutzt wird“, sagte Müller.

Solche unerlaubte Telefonwerbung sei seit Jahren ein Problem auch für Verbraucher, die schon seit langem in Deutschland leben. „Jetzt wird versucht, Menschen mit einem Migrations- oder Fluchthintergrund in diese Fallen hineinzulocken“, berichtete der vzbv-Chef auch nach Rückmeldungen von Initiativen. Flüchtlinge seien mittlerweile teils selbst erwerbstätig oder wollten natürlich an Konsummöglichkeiten teilhaben. „Viele davon sind die Spielregeln hier nicht gewohnt. Und damit sind sie leider auch Opfer von manch einem Abzocker.“ Gebraucht werde insgesamt ein strenger Rechtsrahmen gegen illegale Praktiken.

Viele Flüchtlinge wüssten aber nicht um ihre Rechte und dass sie in Fällen unzulässiger Geschäfte etwa bei Verbraucherzentralen und Anwälten Unterstützung bekommen könnten. Daher sei es auch für Helfer von Kirchen, Gewerkschaften oder Wohlfahrtsverbänden wichtig zu sagen: „Hier muss keiner Scham haben, wenn ihm so was passiert ist.“

dpa

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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