Harsche Kritik am SPD-Kanzlerkandidaten

Kauder: Schulz fehlt Qualifikation fürs Kanzleramt

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Breitseite gegen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz: Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU)

Berlin - Angesichts des Umfrage-Hochs für die SPD geht die CDU in die Wahlkampfoffensive. Unionsfraktionschef Volker Kauder ist sich sicher, dass SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nicht als Regierungschef geeignet ist. 

Unionsfraktionschef Volker Kauder hat dem SPD-Kandidaten Martin Schulz die Qualifikation für das Kanzleramt abgesprochen. „Jemand, der auch in Europa nicht zuerst die Interessen Deutschlands vertritt, kann nicht deutscher Bundeskanzler werden“, sagte der CDU-Politiker dem Magazin „Focus“. Schulz wolle, dass Deutschland die Schulden anderer bezahle. Das sei „untragbar, auch wenn man für Europa ist“.

Kauder warnte auch vor einer rot-rot-grünen Koalition im Bund. Die Entwicklung im Land Berlin, wo ein Bündnis der drei Parteien regiert, zeige beispielhaft die Auswirkungen: „Keine Videoüberwachung, keine Abschiebungen, kein Ausbau von Gefängnissen - das gefährdet die Sicherheit der Bevölkerung“, sagte Kauder. „So sieht rot-rot-grüne Politik konkret aus.“

SPD-Generalsekretärin kontert Kauders Attacke

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley verwahrte sich gegen Verbalattacken Kauders. „Angesichts der Begeisterung für Martin Schulz schlägt Volker Kauder jetzt auf die nationalistische Trommel“, sagte Barley am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der Unionsfraktionschef zeige, dass er von Europa weder etwas halte noch verstehe. „Es gibt keinen Gegensatz zwischen europäischen und deutschen Interessen.“ Nach Ansicht Barleys stellt sich Kauder mit seiner Haltung klar gegen Kanzlerin Angela Merkel und andere in der Union, die immer die Bedeutung Europas hochgehalten hätten.

Kritik an Schulz auch von den Grünen

Auch die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, kritisierte Schulz. „Ich habe bisher keine innovativen Ideen gehört“, sagte sie der „Welt“. „Und zentrale Fragen spart er aus - Klimaschutz ist für ihn kein Thema, genauso wenig wie die Gleichberechtigung von Frauen oder von Minderheiten.“ Schulz stehe bei den Sozialdemokraten nicht für die große Veränderung. Er stehe „für die alte Tante SPD“.

Sowohl die Union als auch die Grünen verlieren in der Wählergunst, seitdem Schulz die SPD aus ihrem Umfragetief geführt hat. Laut dem jüngsten ZDF-Politbarometer zog Martin Schulz in der Kanzlerpräferenz der Wahlberechtigten rasant an Amtsinhaberin Angela Merkel vorbei. Nur noch 38 Prozent wollen lieber Merkel als Regierungschefin, 49 Prozent bevorzugen Schulz - ein Vorsprung von elf Punkten. Ende Januar hatte Merkel noch vier Punkte vor ihrem kurz zuvor ernannten Herausforderer gelegen (44 zu 40 Prozent).

SPD kann bei sozialer Gerechtigkeit wieder punkten

Die Trendwende bei der SPD geht einher mit einer sehr deutlichen Verbesserung ihrer Kompetenzzuweisung beim Thema Soziale Gerechtigkeit. Jetzt trauen 48 Prozent der SPD auf diesem Feld am meisten zu - gegenüber 29 Prozent im vergangenen November. Die Unionsparteien kommen hier nur noch auf 16 Prozent, die Linken auf 11, die Grünen auf 4 sowie FDP und AfD jeweils auf 1 Prozent.

Lesen Sie auch: CDU attackiert Schulz: "Keine Inhalte, kein Konzept"

dpa/AFP

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