Bundeswehr-Skandal

Kaserne mit "Nazis raus"-Sprüchen beschmiert

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Das Jägerbataillon 292 in Donaueschingen

In einer Kaserne Nazi-Devotionalien wurden gefunden, im Zuge der Ermittlungen um den rechtsextremen Franco A.. Nun wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Kaserne in Donaueschingen beschmiert.

"Nazis raus" auf Zaun um Bundeswehrkaserne in Donaueschingen gesprüht Nach dem jüngsten Bundeswehrskandal sind an einer Kaserne im baden-württembergischen Donaueschingen Farbschmierereien mit dem Spruch "Nazis raus" entdeckt worden. Unbekannte Täter sprühten dies in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf drei Mauerpfeiler des Sicherheitszauns, wie die Polizei in Tuttlingen am Montag mitteilte. 

Das Verteidigungsministerium hatte am Samstag den Fund von Wehrmachtsdevotionalien in der Fürstenberg-Kaserne in Donaueschingen bestätigt. Nach der Festnahme des rechtsextremen Oberleutnants Franco A. waren bereits in der Kaserne im elsässischen Illkirch Wehrmachtsdevotionalien in einem Freizeitraum entdeckt worden. Der Ende April festgenommene Franco A. war dort stationiert. Er hatte sich monatelang als syrischer Flüchtling ausgegeben und plante offenbar einen Anschlag. Der Bundeswehr lagen schon seit 2014 Hinweise auf eine rechtsextreme Gesinnung des Offiziers vor, ohne dass Konsequenzen folgten.

Von der Leyen: "Es wird noch viel hochkommen"

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen erwartet noch weitere Enthüllungen.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen erwartet bei der Aufklärung von Missständen in der Bundeswehr noch weitere schwere Fälle.

"Es wird noch viel hochkommen, das ist gar keine Frage. Da warne ich auch gleich alle, dass wir uns da nicht zurücklehnen", sagte die CDU-Politikerin am Sonntag in der ARD-Talkshow "Anne Will". "Wir sind noch nicht durch das Schlimmste durch."

Notwendig sei, die Sensibilität dafür zu schärfen, was man verfolgen und ahnden müsse und was man in der Truppe tolerieren könne. Es müsse mit "aller Härte" und Offenheit aufgeklärt werden, sagte die Ministerin. "Aber es lohnt sich. Denn diese Truppe hat es verdient, auch dass wir diesen Säuberungs- und Reinigungsprozess miteinander durchleben."

Von der Leyen hatte nach den Enthüllungen in der Affäre um den rechtsextremen Bundeswehroffizier Franco A. gesagt, sie rechne mit dem Bekanntwerden weiterer rechtsextremer Vorfälle. Von ihrer pauschalen Kritik an "Haltungsproblemen" in der Bundeswehr und einer verbreiteten "Führungsschwäche" rückte sie ein wenig ab. Sie habe sich bewusst bei den Soldatinnen und Soldaten entschuldigt und bereue, dass sie nicht genug betont habe, dass die ganz überwiegende Mehrheit loyal sei und einen hervorragenden Dienst mache.

dpa/AFP

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