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Neuer Präsident von Frankreich

Kommentar zu Präsident Emmanuel Macron: Lichtgestalt auf Bewährung

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Alexander Weber kommentiert die Wahl von Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten von Frankreich.

München  - Wahl 2017 in Frankreich: Noch ist unklar, wie er die Probleme eigentlich lösen will. Der Kommentar von Alexander Weber zum Präsidenten Emmanuel Macron.

„Madame Le Pen, die Franzosen sind nicht so blöd, wie Sie meinen“, hatte Emmanuel Macron in dem legendären TV-Duell letzte Woche seiner Kontrahentin um das Präsidentenamt vor der Wahl zugerufen. Die Franzosen gaben ihm recht. Allerdings darf der Pariser Shooting-Star nun seinerseits seine Landsleute nicht unterschätzen: Er reüssierte als Lichtgestalt vor allem deshalb, weil die dunkle Macht, die Chefin des rechtsextremen Front National, als abschreckende Alternative zur Wahl stand.

Als 8. Präsident der Republik muss Macron nun beweisen, dass er Frankreich aus seiner Depression reißen, das tief gespaltene Land einen und, vor allem, wirtschaftlich auf Erfolgskurs bringen kann. Wie er das in der Realität genau bewerkstelligen will, ahnen nicht einmal viele jener Franzosen, die gestern ihr Kreuz hinter seinem Namen gemacht haben. Die wichtigste Hürde, die Macron bei der Umsetzung seiner Vision von einem erfolgreichen, weltoffenen Frankreich nehmen muss, ist die Wahl zur Nationalversammlung im Juni. Gelingt es dem 39-Jährigen nicht, sich dort eine handlungsfähige parlamentarische Mehrheit – etwa durch eine Koalition mit den Republikanern – zu verschaffen, ist er zum Scheitern verurteilt. Dann wird er zum Häuptling ohne Indianer.

Macron hat mit seiner Bewegung „En marche“ schon bewiesen, dass er das verkrustete Parteiensystem aufbrechen und die ununterbrochene Zwei-Parteien-Herrschaft von Sozialisten und Konservativen im Elysée-Palast beenden konnte. Jetzt gilt es, die Pulverfässer der Banlieus zu entschärfen, wo Kriminalität und Arbeitslosigkeit grassieren. Und jenen Regionen in Frankreich durch Arbeitsplätze wieder neues Leben einzuhauchen, die seit Jahrzehnten von der Pariser Politik vergessen wurden. Der Front National wurde besiegt. Aber er lebt weiter.

Wahl 2017 in Frankreich: Die wichtigsten Informationen

Emmanuel Macron hat die Präsidentenwahl klar gegen Marine Le Pen gewonnen. Alle Informationen zum Nachlesen finden Sie im Live-Ticker. Für Aufsehen sorgt seine Frau Brigitte: Sie ist 25 Jahre älter und begann eine Affäre mit ihm, als sie seine Lehrerin war. Wir haben die wichtigsten Informationen zu Brigitte Macron zusammengefasst.

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