CDU jubelt schon wieder

Wahlen in Schleswig-Holstein: Es läuft rund für Merkel

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Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem schleswig-holsteinischen CDU-Spitzenkandidaten Daniel Günther: Nach den Landtagswahlen im Saarland und in Schleswig-Holstein hat die CDU Rückenwind.

Berlin - Nach dem Sieg im Saarland jubelt die CDU im Norden schon wieder. Vor dem dritten Stimmungstest im großen NRW segelt die Kanzlerin klar voran. Kann Rivale Schulz mithalten?

Eine Küstenbrise hat die Berliner Wahlkämpfer kräftig durchgepustet - und bläst Martin Schulz jetzt voll ins Gesicht. Viereinhalb Monate vor der Bundestagswahl muss der Kanzlerkandidat der SPD am Sonntag in Schleswig-Holstein schon die zweite Schlappe 2017 einstecken. 

Für Kanzlerin Angela Merkel und ihre CDU macht das Superwahljahr seinem Namen dagegen weiter alle Ehre. Auf den Sieg an der Saar folgt ein überraschendes Hoch im Norden. Verfestigt sich der Trend für die ganze Republik? In einer Woche wählt das SPD-Stammland NRW. Dort lebt mehr als ein Fünftel aller deutschen Wahlberechtigten.

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  • SCHULZ-EUPHORIE VERPUFFT: Sozialdemokratische Wunschträume, auf einer Welle der Schulz-Euphorie gen Kanzleramt zu reiten, sind erst einmal ausgeträumt. Als personifizierter Glücksbringer für Landeswahlkämpfer hat der 100-Prozent-Parteichef wieder nicht gestochen. Auch wenn der Norden eher konservativ tickt, riss bei Ministerpräsident Torsten Albig sogar die Serie, dass immer wieder der Ministerpräsident den Unterschied macht. Folgt daraus ein Rutschbahneffekt? Im Bund hielt sich Schulz trotz bröckelnder Werte in Umfragen noch an der 30-Prozent-Marke, die für die SPD lange utopisch war. Nun muss er hoffen, dass Hannelore Kraft zumindest seine Heimat Nordrhein-Westfalen klar für die SPD verteidigen kann.
  • KANZLERBONUS TRÄGT: Für Merkel läuft es fast schon unverhofft rund. Nach Landtagswahlen führt sie inzwischen 2:0. Wie weggeblasen scheint das düstere Jahr 2016 mit Pleiten in den Ländern in Serie. Dass der erst kürzlich eingewechselte Spitzenkandidat Daniel Günther nun gute Chancen hat, die auf vier geschrumpfte Ministerpräsidenten-Riege der CDU endlich wieder zu vergrößern, war nicht eingepreist. Merkel kann sich in ihrer Linie bestärkt sehen, nicht schon früher mehr auf Wahlkampf-Attacke zu schalten - und erstmal weiter ihren Kanzlerbonus ausspielen. Auch an der internen Front zur CSU herrscht Ruhe. Dabei wissen sie in der Union, dass NRW kein Selbstläufer wird.
  • GRÜN KANN NOCH LACHEN: Die Grünen verschaffen sich im Norden, was sie sich nach dem Landtags-Aus im Saarland und bundesweit mauen Umfragewerten ersehnt hatten: endlich wieder ein Erfolgserlebnis. „Das ist jetzt hoffentlich das Ende vom Abgesang auf die Grünen“, rief denn auch der populäre Landes-Spitzenmann Robert Habeck in die Kameras. Ausstrahlen soll der Optimismus nun bis tief in den Westen, wo die ebenfalls in der Landesregierung sitzenden Grünen um den Parlamentseinzug zittern müssen. Auch im Bund soll Habeck mit in den Kampf ziehen, nachdem er die formelle Spitzenkandidatur beim Basis-Votum knapp verpasst hatte.
  • LIBERALER KOPF PUNKTET: Mit einem guten Abschneiden in Kiel hatte die FDP fest gerechnet - und fuhr sogar ein zweistelliges Ergebnis ein, auch wenn es nicht zur drittstärksten Kraft reichte. Ein persönlicher Triumph ist es für den liberalen Spitzenkandidaten Wolfgang Kubicki, der schon klar gemacht hat, im September in den Bundestag wechseln zu wollen. Dafür hat der 65-Jährige die Startrampe gelegt - und zugleich eine Messlatte für Parteichef Christian Lindner (38), der am Sonntag in Düsseldorf liefern muss. Nach dem Geschmack der FDP ist, dass sie in Kiel eine wichtige Rolle bei mehreren Koalitionsoptionen spielt.
  • AFD-BÄUME GESTUTZT: Die AfD schaffte den Sprung in den zwölften Landtag, wie Parteichef Jörg Meuthen hervorhob. Der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde gelang aber nur knapp, nachdem 2016 zweistellige Ergebnisse in Serie verbucht wurden. Laut Forschungsgruppe Wahlen spielte das AfD-Kernthema Flüchtlinge im Norden kaum noch eine Rolle. Das schwächere Ergebnis hat auch damit zu tun, dass die Partei dort nach der Spaltung von 2015 besonders viele Mitglieder verloren hatte, als der wirtschaftsorientierte Gründer Bernd Lucke die AfD verließ.
  • LINKE SCHWÄCHELT IM WESTEN: Für die Linkspartei gab es nicht viel zu zittern, die Rückkehr in den Kieler Landtag ging klar daneben. Dabei hatten die Sozialisten schon zum Start ins Jahr Einbußen wegstecken müssen - beim Heimspiel von Parteipatron Oskar Lafontaine an der Saar. Auch in NRW ist es laut Umfragen nicht sicher, wenigstens in der dritten Wahl im Westen der Republik Grund zum Jubeln zu haben.

dpa

Zum Nachlesen: Unser Ticker zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein

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