München fiebert mit

Wahlparty: Jubel für Clinton, Schweigen bei Trump

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Auf der Wahlparty in München wurde gewohnt amerikanisch mitgefiebert.

München - In den USA wird gewählt und im bayerischen Landtag fiebern US-Amerikaner und Deutsche mit. Die Präferenzen sind dabei ziemlich klar.

Die Präferenzen sind eindeutig in der Wahlnacht im bayerischen Landtag: Wann immer Hillary Clinton einen US-Bundesstaat gewinnt und CNN das über große Leinwände verkündet, brandet Jubel auf im Publikum - gewinnt Donald Trump, schweigt die Menge. Clinton nimmt an diesem Abend im bayerischen Landtag einen ähnlichen Platz ein wie sonst in Bayern meist die CSU: absolute Mehrheit. Ein anderes Bild ergeben die Anstecker, die auf allen Tischen liegen, hier führt Trump - weil ihn sich kaum jemand ansteckt.

Das US-Generalkonsulat in München und das Amerikahaus haben zur Wahlparty in den Landtag geladen - weil das Amerikahaus gerade renoviert wird. Es riecht nach Popcorn, am Eingang grüßen die großen US-amerikanischen Ikonen, Uncle Sam und die Freiheitsstatue, auf Stelzen. Innen bieten sich Wahlnachtsselfies mit Clinton und Trump als Pappaufsteller an.

Stimmung in München: Gegen Trump, aber nicht unbedingt für Clinton

Die FDP auf der Wahlparty im Landtag: Die Ex-Minister Daniel Bahr, Martin Zeil und FDP-Landesgeschäftsführer Martin Hagen.

Sie habe mit ein paar Trump-Unterstützern gesprochen, sagt eine 25 Jahre alte Frau aus New Hampshire, einem Swing-State. Aber sie freue sich über jeden Staat für Clinton. „Denn sie hat mehr Erfahrung in der internationalen Politik und wird im Ausland geachtet.“ Für Trump gelte das nicht, außerdem sei er sehr wankelmütig.
Der 39-jährige David Burnell IV., der als Fitness-Trainer in München arbeitet, will sich nicht auf einen Kandidaten festlegen. Allerdings habe er etwas gegen Menschen, die lange in der Politik mitmischen, ohne wirklich etwas zu verändern. Das darf als Anspielung auf Clinton verstanden werden.

Auch die US-Generalkonsulin in München, Jennifer Gavito, äußert sich nicht zu ihren Präferenzen, schließlich müsse sie aus Berufsgründen neutral bleiben. Ihrer Ansicht nach werden sich die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA nach den Präsidentschaftswahlen nicht ändern - egal, wer im Weißen Haus sitzt. „Amerika braucht starke Verbündete in Europa“, sagt sie. In der jüngsten Vergangenheit sei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) international die engste Vertraute von US-Präsident Barack Obama gewesen; die deutsch-amerikanischen Beziehungen seien stark. „Und daran wird sich rein gar nix ändern.“

Am frühen Mittwochmorgen sollte feststehen, ob Demokratin Clinton oder der republikanische Kandidat Trump als Nachfolger von Obama die USA regieren wird. US-Botschafter John B. Emerson sagt in einer Videobotschaft: „Dies war ein sehr ungewöhnlicher Präsidentschaftswahlkampf.“

Laut Statistischem Bundesamt leben 111 529 US-Amerikaner in Deutschland (Stand Dezember 2015) - Tendenz in den vergangenen Jahren steigend. Ende 2014 waren es 108 845, Ende 2010 waren nur 97 732. Die Zahl der US-Amerikaner in Bayern stieg nach Angaben des Statistischen Landesamtes von 21 786 im Jahr 2010 auf 24 596 im Jahr 2015.

Die Wahlnacht in den USA im Live-Ticker

Mehr Informationen, Ergebnisse, Hochrechnungen und Reaktionen gibt es in unserem Live-Ticker zur US-Wahl 2016.

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