Pretzell in WDR-“Wahlarena“

TV-Blamage: AfD-Mann kennt Wahlprogramm nicht

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Bei der TV-"Wahlarena" zur NRW-Landtagswahl kam Marcus Pretzell (rechts) beim Thema Kinderbetreuung in Erklärungsnot.

Köln - Ein TV-Duell zur NRW-Wahl sendete der WDR am Donnerstagabend. AfD-Mann Pretzell machte dabei einen unglücklichen Eindruck: Offenbar kennt er sein eigenes Wahlprogramm nicht.

Einen Schlagabtausch der Spitzenkandidaten derNRW-Wahl sendete am Donnerstagabend der WDR live. Mit dabei waren nicht nur Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ihr größter Herausforderer Armin Laschet (CDU), sondern auch Sylvia Löhrmann (Grüne), Christian Lindner (FDP), Michele Marsching (Piraten), Özlem Alev Demirel (Linke) und Marcus Pretzell (AfD).

Einem passierte dabei ein peinlicher Ausrutscher: Marcus Pretzell, AfD-Spitzenkandidat und Ehemann der hochschwangeren Parteichefin Frauke Petry, kam beim Thema Kinderbetreuung ganz schön ins Schlingern und offenbarte, dass er offenbar eine ganz andere Meinung vertritt als seine eigene Partei.

Thema Fremdbetreuung bringt Pretzell ins Schleudern

„Herr Pretzell, ihre Partei findet, dass Kinder unter drei Jahren grundsätzlich besser bei der Mutter aufgehoben sind als in einer Kita“, sagte Moderatorin Ellen Ehni. Doch Pretzell behauptete, das stimme nicht: „Wir wollen eine echte Wahlfreiheit“, sagte er kopfschüttelnd. Seinen eigenen Kindern habe eine frühe Fremdbetreuung jedenfalls nicht geschadet. 

Damit vertritt Pretzell eine komplett andere Meinung als seine eigene Partei: Im Programm der AfD steht, dass sie gegen eine Fremdbetreuung der unter Dreijährigen ist und dies nicht dem Familienbild der Partei entspreche.

Als Pretzell von der Moderatorin an sein eigenes Wahlprogramm zum Thema Kitas erinnert wurde, wurde er unsicher: „Das mag da durchaus drinstehen“, gab er schwammig zu. Auch auf die Frage, ob nach der Geburt seines Kindes Frauke Petry oder er selbst zu Hause bleibt, um das Baby zu betreuen, blieb der AfD-Mann eine Antwort schuldig.

Twitter-User spotten über Pretzell

Dass Pretzell im TV-Duell vor der NRW-Wahl seinem eigenen Wahlprogramm widersprach, sorgte auch auf Twitter für Spott.

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