Nach der ersten Runde

Die wichtigsten Fakten zur Frankreich-Wahl im Überblick

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Der französische Präsident Emmanuel Macron.

Bei der Parlamentswahl in Frankreich hat das Lager von Staatschef Emmanuel Macron triumphiert. Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse der ersten Wahlrunde vom Sonntag.

  • Macrons Bündnis weit vorne

Mit 32,3 Prozent landeten Macrons Bewegung La République en Marche (Republik in Bewegung) und die verbündete Zentrumspartei MoDem weit vorne. Im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag könnte das Bündnis eine satte absolute Mehrheit erobern: Wahlforscher sagen ihm zwischen 400 und 455 der insgesamt 577 Abgeordneten voraus. Das wäre eine der deutlichsten Mehrheiten in der Geschichte von Frankreichs Fünfter Republik.

  • Sozialisten im Krisenmodus

Die einstige Regierungspartei erlitt bei der Parlamentswahl eine erneute demütigende Niederlage. Zusammen mit verbündeten linken Politikern kommen die Sozialisten auf nur 9,5 Prozent. In der künftigen Nationalversammlung dürften die Sozialisten weniger als 40 Abgeordnete stellen - nach 277 in der bisherigen Nationalversammlung. Parteigrößen wie Sozialistenchef Jean-Christophe Cambadélis und der gescheiterte Präsidentschaftskandidat Benoît Hamon schieden schon im ersten Wahlgang aus, ebenso wie eine Reihe früherer Minister.

Die Sozialisten schnitten zudem schlechter ab als die Bewegung Das unbeugsame Frankreich des Linkspolitikers Jean-Luc Mélenchon, die auf elf Prozent kam. Derweil landete der frühere sozialistische Premier Manuel Valls, der als unabhängiger Kandidat angetreten war, im ersten Wahlgang vorne.

Alle aktuellen Ereignisse können Sie in unserem Live-Ticker zur Wahl in Frankreich mitverfolgen. 

  • Den Konservativen gelingt keine Revanche

Den konservativen Republikanern gelang es nicht, nach der Pleite ihres Präsidentschaftskandidaten François Fillon Revanche zu nehmen. Das konservative Lager kommt auf 21,5 Prozent und dürfte in der neuen Nationalversammlung zwischen 70 und 130 Abgeordnete stellen.

  • Enttäuschung auch bei der Front National

Die Rechtspopulisten blieben mit 13,2 Prozent hinter den eigenen Erwartungen zurück und dürften in der neuen Nationalversammlung weniger als zehn Abgeordnete stellen. Parteichefin Marine Le Pen landete aber in ihrem nordfranzösischen Wahlkreis weit vorne und hat gute Chancen auf ein Abgeordnetenmandat.

  • Historisch niedrige Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung sank auf einen historischen Tiefstand: Weniger als jeder zweite Wahlberechtigte - 48,7 Prozent - gab seine Stimme ab. Traditionell sorgt die Parlamentswahl in Frankreich für deutlich weniger Interesse als die Präsidentschaftswahl. Ein klarer Sieg Macrons galt zudem als ausgemacht, die Konkurrenz als chancenlos. Viele Franzosen sahen deswegen offenbar keinen Grund, zur Wahl zu gehen.

  • Nur vier Kandidaten in der ersten Runde gewählt

Nur vier Kandidaten wurden schon in der ersten Runde gewählt: Zwei Kandidaten von Macrons Bewegung, ein linker und ein Mitte-Politiker. Für einen Sieg im ersten Wahlgang waren eine absolute Mehrheit und die Stimmen von mindestens 25 Prozent aller eingeschriebenen Wähler notwendig. In den anderen Wahlkreisen kommt es am kommenden Sonntag zu Duellen zwischen den beiden Bestplatzierten. Hier reicht eine relative Mehrheit. Nur in einem Wahlkreis qualifizierten sich drei Kandidaten für die zweite Runde.

AFP

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