Treffen in Genf

Zypern hofft auf Wiedervereinigung

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Der griechische Vertreter Zyperns, Nicos Anastasiades, bei den Verhandlungen in Genf.

Genf - Die Zyprer haben die Riesenchance, ihre geteilte Insel wieder zusammenzubringen: Nach bilateraler Vorarbeit in Genf suchen sie mit Hilfe der UN und der Partner aus Athen, Ankara und London den Durchbruch.

Unter Leitung des neuen UN-Generalsekretärs António Guterres hat in Genf eine historische Zypern-Konferenz begonnen. Neben den Vertretern der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, nehmen an den Beratungen über die Wiedervereinigung der seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu, der griechische Außenminister Nikos Kotzias und der britische Außenminister Boris Johnson teil. Die drei Länder sind Garantiemächte Zyperns.

Alle Teilnehmer sehen in den Verhandlungen hinter verschlossenen Türen einen letzten Versuch, die Teilung zu überwinden und einen föderalen Staat mit zwei gleichberechtigten Bundesstaaten einzurichten. „Die jüngeren Generationen entfremden sich immer mehr. Und sie konzentrieren sich dann nicht mehr auf eine föderale Lösung“, sagte der Leiter der türkisch-zyprischen Delegation, Akinci, in einem BBC-Interview. „Sie haben dann keine Vision für eine gemeinsame Zukunft mehr.“

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Der griechisch-zyprische Süden ist seit 2004 EU-Mitglied. Der türkisch-zyprische Norden wird nur von Ankara anerkannt.

Bei der internationalen Konferenz geht es vor allem um Sicherheitsfragen, etwa, ob die Türkei weiter Soldaten auf der Insel stationieren darf. Die anderen beiden Garantiemächte sind dagegen. Umstritten unter den Zypern ist auch der genaue Grenzverlauf zwischen beiden Seiten sowie die Frage, unter welchen Modalitäten eine rotierende Präsidentschaft funktionieren soll.

dpa

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