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Geschichtsprojekt

Alter Bunkerstollen auf Helgoland öffnet bald für Touristen

Jörg Andres
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Jörg Andres, Direktor des Museums Helgoland, steht in einem alten Bunkerstollen. Hier soll eine Ausstellung Besucher über das Leben im Bunker informieren.

Lange war der alte Bunkerstollen verschüttet. Doch für ein neues Geschichtsprojekt auf Helgoland wird er nun wieder für Besucher zugänglich gemacht. Die Ausstellung will von traurigen und hoffnungsvollen Momenten erzählen.

Helgoland - In einem alten Bunkerstollen sollen Touristen ab Ende des Sommers mehr über die Geschichte von Helgoland erfahren. Derzeit laufen die Arbeiten auch Hochtouren, der Eingang wird am Fahrstuhl mitten im Ort im sogenannten Unterland sein.

„Das wird eine fantastische neue Attraktion für die Insel werden“, sagte der Leiter des Museums Helgoland, Jörg Andres, der Deutschen Presse-Agentur. „Insgesamt gehen wir von rund 3,5 Millionen Euro Kosten aus.“

Der Tunnel war nach Angaben von Andres durch Sprengungen der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg verschüttet worden. 250 Meter dieses Stollens werden für Besucher wieder begehbar sein. Doch dafür musste erst einmal über viele Monate ein Zugang in den Fels gebaut werden, um den bestehenden Tunnel zu erreichen. Dieser Bunkerstollen sei eigentlich ein Verbindungsgang gewesen, berichtete Andres. „In diesen konnten die Leute im Unterland hineinflüchten und dann unterirdisch zu ihren Bunkerplätzen im Oberland gelangen.“

Besucher dürfen selbstständig den Bunker erkunden

Im Zweiten Weltkrieg wollten die Nationalsozialisten mit dem Projekt „Hummerschere“ durch Aufspülungen und Betonbauten einen riesigen Marinehafen als Flottenstützpunkt errichten. Es kam zu Luftangriffen, die die Insel unbewohnbar machten. Schließlich übernahmen die Briten die Kontrolle und nutzten die Nordseeinsel jahrelang als Bomben-Übungsgelände. 1947 sprengten die Briten zudem mit 6700 Tonnen Munition beim „Big Bang“ alle militärischen Anlagen. Als Helgoland 1952 freigegeben wurde, war die Insel nur noch eine Ruinenlandschaft.

Geplant ist, dass die Besucher selbstständig durch den Stollen gehen und Informationen mittels Szenen, Exponaten, Bildern oder Tafeln erhalten. Der Ausgang ist an der Siemensterrasse. Nach Worten von Bürgermeister Jörg Singer (parteilos) richtet sich das neue Angebot vor allem an Tagestouristen, die es zeitlich nicht zu den Führungen im Bunker im Oberland schaffen. Es solle keine Konkurrenz zwischen Stollen und Bunker geben, betonte Museumsleiter Andres. „Das eine ergänzt das andere.“

Ein guter Einblick in die Vergangenheit von Helgoland

Die Arbeiten kommen gut voran, ab Mai sollen die Ausstellungsstücke eingebaut werden. Es wird laut Andres verschiedene Stationen geben, in denen es etwa um Zwangsarbeit auf Helgoland oder die Angst der Menschen geht. Zum Ende solle mit dem Thema Hoffnung etwas Positives stehen, erklärte Tourismusdirektor Stephan Hauke.

Die Finanzierung des Projektes: „Gut 2,5 Millionen Euro übernimmt die Gemeinde Helgoland“, sagte Andres. „Der Rest wird gefördert durch die EU und das Land Schleswig-Holstein.“ Der Eintritt wird nach derzeitiger Planung sieben Euro kosten. Angestrebt sei eine tägliche Öffnung, immer dann wenn auch der Fahrstuhl geöffnet ist, erklärte der Museumsleiter weiter. „Also im Sommer von morgens um 07.00 bis abends um 23.00 Uhr.“ dpa

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