Animateur - Arbeit im Ferienparadies

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Gute Laune ist oberste Voraussetzung: Aber darüber hinaus muss der Animateur noch eine Reihe von Qualifikationen mitbringen.

Kinder bespaßen, Gäste zum Sport antreiben und sich zum Clown machen: Animateure müssen in viele Rollen schlüpfen. Die Arbeit im Ferienparadies ist deshalb vor allem eines: ein Knochenjob.

Sonne, Pool, Palmen und Meer: Wer sich entscheidet, Animateur zu sein, sollte sich von der Traumkulisse nicht beeindrucken lassen. Er ist zum Arbeiten da.

Animateur kann grundsätzlich jeder werden, der über 18 Jahre alt ist und Zeit hat, sich eine Saison, mindestens aber drei Monate zu verpflichten. „Auf jeden Fall sollte man kommunikativ und flexibel einsetzbar sein und Spaß am Umgang mit Menschen haben“, sagt Roswitha Schlesinger vom Bundesverband der Reiseleiter, Animateure und Gästeführer. Neben Deutsch wird meist Englisch als Fremdsprache verlangt. Auch sportliche, musikalische oder künstlerische Talente können von Vorteil sein.

Animateure werden heutzutage häufig nicht mehr als solche bezeichnet. Im Club Med heißen sie G. O. – aus dem Französischen Gentil Organisateur, was so viel wie „netter Organisator“ bedeutet. Manchmal werden sie aber auch schlicht Gästebetreuer genannt.

Viele Veranstalter rekrutieren die Animateure für die folgende Sommersaison im Herbst. Der Club Med sucht sein Team im Februar und März für die Sommersaison und im September und Oktober für die Wintersaison. Die verfügbaren Stellen werden jede Woche auf der Website aktualisiert.

Claudia Schlieper, Teamkoordinatorin bei Robinson Club

Auch bei Veranstaltern wie TUI kann man sich online bewerben. „Man füllt auf der Internetseite einen Bogen aus, worauf nach kurzer Zeit in den meisten Fällen eine Einladung zu den sogenannten Animation Job Days folgt“, erklärt Marion Glasmeyer von der TUI. Bei diesen Castings, die deutschlandweit stattfinden und ähnlich auch von anderen Reiseveranstaltern angeboten werden, geht es um alle wichtigen Informationen für den Job. „Außerdem muss sich der Bewerber in verschiedenen Übungen selbst präsentieren und seine Kommunikationsfähigkeit, Spontaneität und soziale Kompetenz unter Beweis stellen“, so Glasmeyer.

Wer sich für den Job entscheidet, sollte mit Begeisterung dabei sein. Animateure müssen häufig sechs Tage in der Woche arbeiten – und die Arbeitstage sind ziemlich lang. „Das ist ein richtiger Knochenjob“, sagt Glasmeyer. Die Bezahlung liegt bei durchschnittlich 900 bis 1500 Euro pro Monat. Verpflegung, Unterbringung und die An- und Abreise sind meist frei. Die meisten Einsatzmöglichkeiten gibt es in gefragten Urlaubsregionen wie Türkei, Spanien und Griechenland.

Aliki Nassoufis

ANIMATEUR WERDEN: SO GEHT’S

Es gibt unterschiedliche möglichkeiten, sich für den Job als Animateur ausbilden zu lassen – beispielsweise mit mehrmonatigen Lehrgängen am Bildungsinstitut H.C. in Rostock. Außerdem gibt es einen speziellen, 80-stündigen Lehrgang der Industrie und Handelskammer.

Einen festen weg, um einen Job als Gästebetreuer zu bekommen, gibt es dabei nicht. Der IHK-Abschluss ist laut Sophie Parisot von Club Med zwar empfehlenswert. „Oft werden aber spezifische Kompetenzen und berufliche Erfahrungen bevorzugt“, sagt die Recruiterin.

Informationen zur Ausbildung des Animateurs erteilt der Bundesverband der Reiseleiter, Animateure und Gästebetreuer, im Internet: www.brag-ev.de. homepage bei Club Med: http://dpaq.de/RBVX1. tuI: http://dpaq.de/Zymdo.

Informationen der Bundesagentur für Arbeit zum Job eines Animateurs: http://dpaq.de/91mdn.

„Die Mitarbeiter sind die Seele des Clubs“

Seit 1970 gibt es die Robinson Clubs, in denen Singles, Paare und Familien unter dem Motto „Zeit für Gefühle“ in Europa, Asien und Afrika Urlaub machen können. Wir sprachen mit Claudia Schlieper, Teamkoordinatorin bei Robinson Club, über die Menschen, die hinter dem Club-Konzept stehen.

Frau Schlieper, wie viele Animateure arbeiten bei Robinson?

Wir haben 23 Clubanlagen und ein Stadthaus. Insgesamt arbeiten bei Robinson rund 4500 Mitarbeiter – im Winter sind es etwas weniger.

Welche Aufgaben haben Animateure?

Die Mitarbeiter werden bei uns bewusst „Robins“ genannt und nicht Animateure. Sie sind die Seele des Clubs, schaffen die einzigartige Atmosphäre. Sie sind freundlich, hilfsbereit, herzlich, tolerant und großzügig – aber auch verantwortungsvoll und professionell.

Welches Anforderungsprofil stellen Sie an Bewerber?

Das Mindestalter beträgt in der Regel 18 Jahre. Die Anforderungsprofile sind so vielfältig wie die gesuchten Berufsfelder, Robinson bietet rund 50 Einsatzbereiche – vom Aerobic-Trainer bis zum Zimmermädchen. Wir erwarten aber in fast allen Bereichen eine abgeschlossene Ausbildung im jeweiligen Fachbereich. Grundsätzlich müssen unsere Robins offen, kommunikativ und teamfähig sein und sich durch viel Persönlichkeit auszeichnen.

Wie lange arbeiten die Animateure bei Robinson?

Die tägliche Arbeitszeit richtet sich nach dem jeweiligen Fachbereich und liegt meist bei sechs bis acht Stunden, darüber hinaus wirken manche Mitarbeiter noch bei den Shows mit. Pro Woche arbeiten unsere Robins fünf oder sechs Tage, grundsätzlich suchen wir Mitarbeiter für Einsätze von mindestens sechs Monaten. Dabei hat jeder Mitarbeiter Anspruch auf zwei Tage Urlaub pro Monat.

Darf man sich seinen Einsatzort bei Robinso selbst aussuchen?

Wir versuchen schon, auf die Wünsche der Mitarbeiter einzugehen. Wichtigste Kriterien sind jedoch der Bedarf in den Clubs und ob die Mitarbeiter mit ihrer Persönlichkeit und Fähigkeit in das Team vor Ort passen.

Interview: Volker Pfau

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