Aschwolke verlängert Dienstreise

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Auch Mitarbeiter saßen auf Dienstreise am Flughafen fest.

Sitzen Mitarbeiter auf Dienstreise wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans fest, geht das nicht zulasten ihres Urlaubskontos.

Der Arbeitgeber dürfe ihnen in so einer Situation nicht einfach Urlaub verordnen, sagte der Arbeitsrechtler Michael Eckert aus Heidelberg dem dpa-Themendienst. “Arbeitnehmer können sich natürlich mit ihrem Chef darauf einigen, ein paar Urlaubstage an die Dienstreise anzuschließen, wenn ihnen das passt.“ Sie seien dazu aber nicht gezwungen.

Der Arbeitgeber dürfe Mitarbeitern auch nicht den Lohn streichen, wenn eine Dienstreise wegen der ausgefallenen Flüge länger als geplant dauert. Sie hätten dann weiter Anspruch auf ihre Vergütung, erläuterte Eckert, der Vorstandsmitglied im Deutschen Anwaltverein in Berlin ist. Das gelte zumindest für Angestellte - “freiberufliche Dienstleister haben Pech gehabt“.

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Ein angestellter IT-Administrator darf sich aber nicht einfach an den Strand legen, wenn er in einer Niederlassung seines Unternehmens in Ägypten eine neue Computeranlage installiert und wegen der ausgefallenen Flüge nicht zurückkommen kann.

Denn eine verlängerte Dienstreise bedeutet nicht, dass Mitarbeiter bezahlten Urlaub vom Arbeitgeber geschenkt bekommen. “Man ist ja weiter im Einsatz“, erklärte Eckert. “Der Arbeitgeber kann also sagen: Bevor Du Däumchen drehst, kannst Du auch in der Niederlassung im Ausland weiterarbeiten.“ Und selbst wenn dort nichts mehr zu tun ist, dürften Mitarbeiter kaum freihaben: Schließlich können viele dank Laptop und E-Mail heute ohnehin von überall aus Aufträge der Firma bearbeiten.

dpa

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