Chile: Es muss nicht immer Patagonien sein

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Wer einen Tag die Füße schonen will, kann hier bei geführten Ausritten die Gegend erkunden. Die ruhigen und robusten chilenischen Pferde sind trittsicher und mäßig groß.

Schneebedeckte Vulkane, Felder aus erstarrter Magma und Handteller große Tranteln - die Natur rund um die Hauptstadt Santiago ist der Frühsommer einfach spektakulär.

Der 3.125 Meter hohe Llaima ist einer der höchsten und aktivsten Feuerspucker Chiles. Die Lavafelder zu seinen Füßen beweisen es.

Der Vulkan Antuco ist bereits lange vor der Ankunft im Nationalpark Laguna del Laja vom Bus aus zu sehen. Anfang Dezember, im chilenischen Frühsommer, bedeckt Schnee noch einen großen Teil seines rund 2.900 Meter hohen, ebenmäßigen Kegels aus schwarzem Sand und Geröll. Je näher man dem Koloss kommt, umso mehr verschwindet die Vegetation aus struppigen Ginsterbüschen und gebückten Bäumen. Der Antuco steht inmitten eines riesigen Feldes von erstarrter Lava - mit der smaragdblauen Lagune zu seinen Füßen.

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Chile auf gut bayerisch

Der Parque Nacional Laguna del Laja liegt nur rund 500 Kilometer südlich von Santiago - für chilenische Verhältnisse ein Katzensprung. Zum Vergleich: Für den bekanntesten Nationalpark “Torres del Paine“ muss man rund 3.000 Straßenkilometer von der Hauptstadt aus bis Patagonien fahren. Doch auch die Nationalparks, die von Santiago innerhalb von ein bis zwei Tagen mit dem Auto oder Bus erreichbar sind, haben für Wanderer viel zu bieten.

Im chilenischen Frühsommer stapfen Wanderer hoch oben im Parque Nacional Conguillio noch durch Schneefelder.

Um den Gipfel des Antuco zu besteigen, sollte man ein fortgeschrittener Bergsteiger sein. Doch es gibt im Park eine Reihe weiterer Wege - vom lockeren Zwei-Stunden-Spaziergang bis zur kernigen Drei-Tages-Tour. Wenn der Schnee abgetaut ist, kann man sich an die Umrundung des Antuco wagen.

Besonders der erste Tag ist spektakulär: Nach einer steilen Passage durch halbhohes Gebüsch quert die Route ein Feld erstarrter Magma. Am Ende des Marsches wartet ein fantastischer Blick auf die Wasserfälle und den Hängegletscher der Gebirgskette Sierra Velluda.

Immer wieder krabbeln Handteller große Taranteln über den Weg.

Nochmal 250 Kilometer südlich des Antuco ragt im Parque Nacional Conguillio der 3.125 Meter hohe Llaima in den Himmel - einer der höchsten und aktivsten Feuerspucker Chiles. Die Araukarie-Nadelbäume bilden hier lichte Wälder, in denen viel Luft und Sonne bleibt für dichte Bambusstauden am Boden. Am Stamm und ihren schlangenförmigen Ästen hängen hellgrüne Flechten herab.

Ein kleiner Pfad führt von der Parkverwaltung die flachen fünf Kilometer zur kleinen Laguna Captren - eine schöne Nachmittagstour. Direkt an der Lagune Conguillio liegt der gut ausgestattete Campingplatz. Jede Parzelle hat einen eigenen Platz fürs Lagerfeuer.

Die Reserva Nacional Altos de Lircay liegen lediglich 320 Kilometer von Santiago entfernt.

Im Sonnenuntergang zeichnet sich auf der anderen Seite des Sees die Sierra Nevada markant vor dem Himmel ab. Die kleine Gebirgskette kann bis kurz vor dem Grad gut zu Fuß erkundet werden. Erst geht es durch den Araukarien-Märchenwald, der mit der Zeit immer niedriger wird, bis nur noch einzelne Bäume auf den sonst kargen Hängen ihre Äste in den Wind recken. Immer wieder krabbeln Handteller große Taranteln über den Weg.

Wer im Frühsommer der Südhalbkugel unterwegs ist, wird wenige Kilometer vor dem Kamm der Sierra Nevada von Schneefeldern gestoppt. Aber auch von hier ist der Blick auf die dunkelblaue Lagune, den Vulkan Llaima und seinen Nachbarvulkan Lanin beeindruckend.

In tiefen Lagen wandert man im Nationalpark Laguna del Laja noch durch struppige Ginsterbüsche und gebückte Bäume.

Die Reserva Nacional Altos de Lircay haben nur einen geköpften Vulkan zu bieten, dafür liegen sie lediglich 320 Kilometer von Santiago entfernt. Der rund 120 Quadratkilometer große Park eignet sich auch für eine Mehrtagestour - etwa zur Laguna oder zum Vulkan Descabezado, der seine Spitze eingebüßt hat. Großer Pluspunkt ist die gute Busanbindung - von Talca ist man in etwa zwei Stunden dort, die letzte Verbindung startet am späten Nachmittag direkt am Parkeingang. Talca ist eine der Städte, in denen die Zerstörungen des Erdbebens vom Februar 2010 noch gut zu sehen sind. In vielen Häusern klaffen breite Risse, der Bahnhof ist außer Betrieb.

Von Andrea Löbbecke, dpa

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REISEZIEL Chile im Südwesten Südamerikas ist das längste und schmalste Land der Welt (4300 Kilometer, durchschnittliche Breite 120 Kilometer). Es reicht von der Grenze zu Peru im Norden bis hinunter zum Kap Horn. Außerdem beansprucht Chile einen Teil der Antarktis. Der Parque Nacional Laguna del Laja liegt nur rund 500 Kilometer südlich von Santiago.

KLIMA/REISEZEIT  Beste Reisezeit ist im chilenischen Frühjahr, Sommer und Herbst, d.h. von September bis Anfang April. Angenehme, trockene Höhenluft, Tagestemperaturen von 23 bis 30 Grad, nachts 15 bis 20 Grad. Meist sternklarer Himmel.

REISETYP Chile ist kein Magnet für Massentourismus. Für Badeurlaub ist der Pazifik zu kalt, die Küste zu schroff. Aber das Land fasziniert Individualreisende und Entdeckertypen mit vier Klimazonen: von der trockensten Wüste der Welt im Norden (Atacama) bis zur Antarktis im Süden. Dazwischen erstrecken sich riesige Weinfelder, die schneebedeckte Andenkette und eine Seenlandschaft mit deutschen Namen an Hotels und Geschäften: Die Region zwischen Valdivia und Puerto Montt wurde ab 1851 von deutschen Einwanderern kultiviert.

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