Dreharbeiten in Thailand

Christine Neubauer - Zeit für Bangkok

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„Mein verrücktes Jahr in Bangkok“ mit Christine Neubauer in der Hauptrolle (Szenenfoto) zeigt die ARD am Freitag, 14. Dezember, um 20.15 Uhr.

Acht Millionen Einwohner, 1500 Quadratkilometer Stadtgebiet, 400 Tempelanlagen und Klöster: Bangkok ist einfach gigantisch. Wo anfangen, wo aufhören? „Alles zu seiner Zeit“, kann Schauspielerin Christine Neubauer da nur raten.

Am 14. Dezember ist sie in der ARD-Komödie „Mein verrücktes Jahr in Bangkok“ zu sehen. Wie sie die Millionenmetropole bei den Dreharbeiten erlebte, erzählt sie uns im Interview.

Frau Neubauer, was würden Sie einem Urlauber, der das erste Mal nach Bangkok kommt, raten. Wo anfangen?

Bangkok ist eine wunderbare Stadt, aber es stimmt, so eine Riesenmetropole kann einen schon mal überfordern. Man sollte sich deshalb auf jeden Fall vor Reisebeginn so viel wie möglich anlesen. Das habe ich getan. Das Angebot an Reiseführern ist ja wirklich reichhaltig.

Wie lange haben Sie gebraucht, um sich in der Stadt einigermaßen auszukennen?

Ich brauchte eine Woche, bis ich die wichtigsten Wege einigermaßen verinnerlicht hatte.

Was zuerst tun? Wie nähert man sich der Stadt am besten?

Ich kann nur jedem empfehlen, sich die genaue Adresse vom Hotel schriftlich geben zu lassen, unbedingt auch auf Thai, um später wieder zum Ausgangspunkt zurückzufinden.

Wie erfährt man Bangkok am besten? Gibt es zuverlässige und für Ausländer überschaubare öffentliche Verkehrsmittel. Sollte man sich ein Auto mieten?

Christine Neubauer in Bangkok.

Ein Auto zu mieten, lohnt sich auf gar keinen Fall, da stundenlange Staus zum Alltag in Bangkok gehören und man als Ortsunkundiger kaum vorwärts kommt. Am besten fährt man mit dem Taxi, einem Tuk-Tuk oder dem Sky-Train, um dem Verkehrsstau, dem auch die Busse ausgesetzt sind, zu entgehen.

Wie lange sollte man sich für diese Stadt mindestens Zeit nehmen?

Das ist individuell verschieden und hängt auch vom Zeitbudget ab, das man insgesamt für den Urlaub hat. Meine Empfehlung wäre, in Bangkok ein paar Tage einzuplanen, mehr nicht. Denn so schön die Stadt auch ist, sie ist tumultig und laut. Im Anschluss sollte man auf einer der wunderschönen thailändischen Inseln mit ihren Traumstränden die Eindrücke verarbeiten.

Was sind Ihre persönlichen Lieblingsplätze in Bangkok?

Die Tempel und Märkte. In den rund 400 Wats (= Tempel) findet man Ruhe und innere Einkehr, auf den Märkten so manches lohnenswerte Schnäppchen. Hier spürt man das pralle Leben. Bangkok ist eine Stadt der Gegensätze, man sollte alles zu seiner Zeit auf sich wirken lassen.

Thai-Küche hat Kultstatus. Wo isst man in Bangkok am besten?

Suchen und finden: Christine Neubauer in Bangkok.

Zu meinen Lieblingsrestaurants gehört das Thai-Restaurant des Hotels Mandarin Oriental. Es liegt gegenüber des Hotels und bietet einen traumhaften Blick auf den Fluss Chao Phraya. Man wird mit Dschunken über den Fluss gebracht, was eine wunderbare Einstimmung auf den Abend ist. Das Hotel selbst zählt zu den besten der Welt und gleiches kann ich für das Essen bestätigen. Aber mit einem genau so guten Gefühl kann ich auch eine Fahrt auf einem der unzähligen Restaurantboote empfehlen, wo man mit asiatischer Gastlichkeit verwöhnt wird.

Wo kauft man am besten ein?

Auf den örtlichen Märkten! Besonders empfehlenswert finde ich den Chatuchak Weekend Market.

Sollte man handeln?

Unbedingt! Wenn einem ein wenig Verhandlungsgeschick gegeben ist, kann man gut die Hälfte des Ausgangspreises sparen. Gleiches gilt übrigens für Taxis und Tuk-Tuks. Oder man lässt sich vom Hotel oder vom Restaurant ein Taxi rufen, da dann Touristen günstiger chauffiert werden und selbst nicht handeln müssen.

Thailänder sind sehr höflich und freundlich. Was sind die absoluten No-gos für uns Europäer, auch in Sachen Kleidung? Was sollte man auf keinen Fall tun?

Man sollte beim Betreten der Tempel die Schuhe ausziehen, sowie Oberarme und Beine bedecken. Hierfür eigenen sich am besten die luftigen landestypischen Wickelröcke oder Fischerhosen, die man überall kaufen kann und die später auch zu Hause im Sommer ein hübsches Outfit sind.

Gibt es einen klimatisch bedingte beste Jahreszeit für Bangkok? Monate etwa, an denen es weniger heiß und feucht ist?

Ich liebe die Wärme und mir macht auch die hohe Luftfeuchtigkeit nichts aus, ganz im Gegenteil, ich genieße sie. Aber die beste Jahreszeit, um nach Thailand zu reisen, ist unser Winter, also Dezember bis Februar. Dann ist das Klima für Europäer erträglicher. Die heißesten Monate sind der März und der April, daran anschließend beginnt in Thailand die Regenzeit.

Wie teuer ist Bangkok?

In Bangkok gibt es sehr gute und günstige Hotels. Und auch essen gehen ist im Vergleich zu Deutschland sehr günstig, darum überwintern ja auch viele Europäer hier.

Wenn Sie Bangkok in eine Reihe von Städten einordnen würden, die Sie in Ihrem Leben schon besucht haben, welchen Rang würde die Stadt einnehmen?

Auf einer Skala von 1 bis 10 läge Bangkok schon im oberen Bereich. Ich würde sagen auf Rang 7.

Was lieben Sie an der Stadt besonders?

Ich liebe die Leute, das Leben auf den Gemüse-, Blumen- und Shopping-Märkten.

Gibt es auch etwas, das Sie weniger mögen?

Weniger reizvoll finde ich den ohrenbetäubenden Lärm, die endlosen Staus und den durch das Verkehrschaos verursachten Dauersmog.

Zum Schluss: Wie würden Sie die Stadt mit wenigen Worten charakterisieren?

Bangkok ist für mich ein spannender, quirliger bunter sympathischer Schmelztiegel. Nicht umsonst nennen die Asiaten sie die Stadt der Engel.

Interview: Christine Hinkofer

INSIDER-TIPPS FÜR BANGKOK

WASSERSTRASSE Staus sind auf den Straßen vorprogrammiert. Schneller voran kommt man auf dem San-Sap-Kanal. Alle paar Minuten fahren Barkassen. Sie sind das Hauptverkehrsmittel. Auf einfachen Holzbänken eng gedrängt geht es mit viel Geknatter für ein paar Cent in die Altstadt. Am Kanal hängt Wäsche auf meterlangen Leinen, Hütten mit immer wieder auf- und angebauten Zimmern sind zu sehen, Märkte und Läden jenseits der Glitzermeilen in der Innenstadt.

FRISCHE LUFT Von der Endstation des San-Sap-Kanals sind es ein paar Minuten zu Fuß zum Goldenen Hügel, der gekrönt ist vom Saket-Tempel. Es ist die einzige nennenswerte Erhebung Bangkoks und oben angekommen weht eine willkommene frische Brise.

HOLZPALAST Von hier ist es mit dem Taxi nicht weit zum Vimanmek-Palast. Übersetzt heißt er soviel wie Wolkenwohnsitz. Die Besucher schlurfen in Schlappen durch die Räume, um den Holzboden zu schützen. „Das ist der größte ganz aus Teakholz gebaute Palast der Welt“, erklärt die Führerin.

BESSER ESSEN Kulinarisch haben Touristen rund um die Sukhumvit Road die Qual der Wahl. Na Aroon ist ein prämiertes vegetarisches Restaurant in einer alten Thai-Villa.

TEMPELSTADT Kleine Boote fahren von der Taksin-Brücke auf dem Chao Phraya alle paar Minuten Richtung Norden. Das Touristenboot ist teuer und unnötig. Das Boot der Einheimischen mit gelber oder orangefarbener Flagge reicht völlig und ist wesentlich billiger. Vom Anleger Nummer 8, Tha Tien, sind es ein paar Schritte zu einem der Wahrzeichen Bangkoks, Wat Pho mit dem 46 Meter langen liegenden Buddha. Von dort aus geht es zu Fuß über einen kleinen Kanal Richtung Suthat-Tempel mit der großen Buddha-Figur.

WEITBLICK Im 61. Stockwerk des Banyan Tree Hotel befindet sich unter freiem Himmel die Bar „Vertigo“ - was sich mit Höhenangst übersetzen lässt. Keine Angst: Es gibt sichere Geländer. Das Essen ist teuer und wenig spannend. Aber ein, zwei Drinks über der hellerleuchteten Stadt und unter Sternenhimmel - das hat Flair.

RADTOUR Stille Ecken der Metropole lassen sich am besten mit dem Fahrrad erkunden - aber am besten unter kundiger Führung, um im Gewirr der Gassen nicht verloren zu gehen. Der Holländer Michael Hoes führt seine Gäste durch die Wohnviertel hinter der viel befahrenen Sukhumvit und in ein Naturschutzgebiet – ein Paradies nach dem Großstadt­dschungel. Infos: www.realasia.net.

SENDETERMIN „Mein verrücktes Jahr in Bangkok“ mit Christine Neubauer in der Hauptrolle (Szenenfotos oben) zeigt die ARD am Freitag, 14. Dezember, um 20.15 Uhr.

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