Deutsche Gewässer: Die besten Tauchplätze

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Betauchbares Bergbaumuseum: Im Kessel 3, einem von drei Steinbruchseen bei Löbejün, können Taucher die Hebel der Weichen umlegen, Loren über die Schienen schieben oder durch das Pumpenhaus schweben.

Great Barrier Reef, Rotes Meer, Fiji, Curacao - Orte von denen Taucher träumen. Doch es muss nicht immer ein Korallenriff sein. Auch in Deutschland gibt es spektakuläre Tauchreviere.

Was Urlaubstaucher und Neulinge oft nicht glauben wollen: Traumhafte Tauchgänge sind auch in Deutschland möglich. Zu den besten Tauchplätzen gehören viele Gewässer, die von Menschen geschaffen wurden. Hier eine Auswahl der schönsten vollgelaufenen Steinbrüche, Talsperren und Baggerseen.

Idyll am Autobahnkreuz: der Echinger Weiher

In den acht Meter tiefen Baggersee fließt permanent frisches Grundwasser. Das garantiert Sichtweiten bis zu 20 Meter. Wenn dann die Sonnenstrahlen den Wald der Armleuchteralgen in Szene setzen und Hechte auf Schwärme silbrig glänzender Jungfische lauern, kann es in der Karibik kaum schöner sein (Informationen: Martin's Dive Center, Martin Zaglauer, Tel.: 089/31 74 555).

Drei Kessel Buntes: die Steinbruchseen von Löbejün

Es muss nicht immer ein Korallenriff sein - auch in deutschen Seen bieten sich Tauchern spektakuläre Anblicke.

Die drei klaren Steinbruchseen von Löbejün, als Kessel bezeichnet, zählen zum Besten, was Sachsen-Anhalt Tauchern bieten kann. Kessel 3 ist ein betauchbares Museum. In dem von Steilwänden umgebenem See ist der Bergbaukrempel einfach liegen geblieben, nachdem die Pumpen abgeschaltet wurden und das Grundwasser stieg. Taucher können heute die Hebel der Weichen umlegen, Loren über die Schienen schieben oder durch das Pumpenhaus schweben (Informationen: Tel.: 0175/75 28 784, www.taucherkessel.com).

Im Westen viel Neues: freie Auswahl in Nordrhein-Westfalen

In der Wiege der deutschen Stahlindustrie finden Taucher eine erstaunliche Vielfalt an künstlichen Gewässern. Das Spektrum reicht von den Baggerseen entlang des Rheins über die großen Talsperren in den Mittelgebirgen bis hin zu klaren Steinbruchseen und vollgelaufenen Bergwerksstollen. Hinzu kommen Indoor- und Freiluft-Tauchzentren in Rheinbach, Ibbenbüren, Siegburg und Duisburg, die extra für tauchende Kundschaft gebaut wurden. Entspannte Tauchgänge in einem Unterwassergarten bietet zum Beispiel der Heider Bergsee bei Brühl westlich von Köln (Informationen: Campingplatz Heider Bergsee, Tel.: 02232/270 40, www.heiderbergsee.de).

Luise, Kulki, Blaue Grotte & Co.: Tauchparadiese in Sachsen

Die drei klaren Steinbruchseen von Löbejün, als Kessel bezeichnet, zählen zum Besten, was Sachsen-Anhalt Tauchern bieten kann.

Im Freistaat Sachsen gibt es dank jahrhundertealter Bergbautradition unzählige klare Steinbruchseen. Hinzu kommen die von gigantischen Braunkohlebaggern in die Landschaft gefrästen Tagebau-Restseen. Das interessanteste Gewässer dieser Art ist der Kulkwitzer See bei Leipzig. In der Mitte der in den 1960er Jahren gefluteten Tagebaugrube schwimmen heute 17 Fischarten (Informationen: Tauchshop Florian, Tel.: 0341/391 65 84, www.tauchshop-florian.de)

Tief im Norden: der Kreidesee Hemmoor

Leicht zu finden: Im Kulkwitzer See bei Leipzig parkt ein Schwarm Silberkarpfen meist unter einer für Taucher errichteten Plattform.

Der 60 Meter tiefe See in der ehemaligen Kreidegrube Hemmoor in Niedersachsen ist alles andere als ein Geheimtipp. Der See gehört heute dank der professionellen Infrastruktur an seinem Ufer - Tauchbasis, Campingplatz, Ferienwohnungen - zu den am häufigsten betauchten Gewässern Deutschlands. Vor allem der sogenannte Rüttler lockt erfahrene Taucher an. Die Fundamente des zwölf Meter hohen Betongebäude liegen heute in rund 38 Meter Tiefe (Informationen: Tauchbasis Kreidesee, Tel.: 04771/79 21, www.kreideseetaucher.de).

Arnd Petry, dpa

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