Warum Losinj wettermäßig der Zeit immer voraus ist

Frühlingsinsel in der Adria

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Blaues Wasser und weißer Felsen: Kroatien

Losinj  - Die kroatischen Insel Losinj ist ein subtropischer Sonderfall hoch droben in der nördlichen Adria. Im Winter kann es zwar frostige Minusgrade haben, doch das kam in den letzten 100 Jahren lediglich drei Mal vor.

Reise-Infos zu Losinj

REISEZIELLosinj (gesprochen „Loschin“) liegt in der Kvarner Bucht östlich der Halbinsel Istrien. Obwohl im Norden des Mittelmeers gelegen, hat Losinj subtropisches Klima, vergleichbar etwa mit Nizza. Die Durchschnittstemperatur übersteigt sogar jene auf Taormina in Sizilien.
ANREISEMit dem PKW ab München über die Tauern-Autobahn. Südlich von Opatija führt die Autofähre bei Brestova auf die Insel Cres, die mit Losinj durch eine Drehbrücke verbunden ist. Ab München zirka 800 Kilometer. REISEZEITIdeal sind Frühling und Herbst. Im Sommer ist die Insel vom Badevolk überlaufen.
REISETYPEine Insel für Genießer. Voll auf ihre Rechnung kommen Wanderer, Biker, Tennisspieler, Hobbybotaniker und Kulturflaneure.
WOHNENZahlreiche Privatquartiere aller Kategorien, auch sehr komfortable, zum Teil in bestens renovierten Villen aus der Zeit um 1900. Als erstes der diversen Zwei- bis Vier-Sterne-Hotels öffnet das „Bellevue“ bereits im Februar. Es liegt in einem weitläufigen Parkgelände. Geheiztes Hallenschwimmbad mit Meerwasser, zwei Kilometer Spazierweg bis ins Stadtzentrum von Mali Losinj. In der Vorsaison ab 30 Euro pro Tag und Person im DZ mit Halbpension www.jadranka.hrEin hübsches Hotel in der Altstadt von Losinj ist das Apoksiomen www.apoksiomen.com VERANSTALTERÜber die TUI bucht man z.B. das moderne, sehr schön oberhalb einer Bucht gelegene Vier-Sterne-Hotel Aurora. 100 Meter zum Strand. Drei Übernachtungen mit Frühstück ab 86 Euro. KULINARISCHESTypisch für Losinj sind Muschelsuppen, Fenchelsuppen, Fischgerichte und herzhaftes Lammfleisch in traditioneller Zubereitung oder Hasenragout mit Polenta. SEHENSWERTKirchen und kleine Klöster aus der Renaissancezeit überall auf der Insel. In Osor an der Drehbrücke Cres-Losinj prächtige Kathedrale mit Glockenturm, historischer Kern mit Häusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Rathaus samt Loggia. In Mali Losinj interessante Sammlung kroatischer Maler. In Veli Losinj die berühmte Barockkirche zum heiligen Antonius mit venezianischem Glockenturm und Gemälden aus den Schulen von Tiepolo und Tizian.
DELFIN-PROJEKTVor der Küste von Losinj tummeln sich 160 geschützte Delfine. Ein Forschungsprojekt schützt deren Erhalt. Info im Internet: www.blue-world.org

WEITERE INFOSKroatische Zentrale für Tourismus in München , Tel. 089-223344, im Internet:www.kroatien.hr. Lokales Fremdenverkehrsamt für die Kvarner Region in Opatija , Tel. 00385-51/272088

Länder-Info Kroatien

Die reiselustigen Trendsetter des Wiener Kaiserhofs wussten genau, warum sie ihre Schweinslederkoffer meistens anfangs März, spätestens zu Ostern auf dieses Eiland im Kvarner Golf verfrachteten. Dank seines Idealklimas bringt es Losinj auf rekordreife 2561 Sonnenstunden im Jahr.

Der Frühling tritt gute sechs Wochen vor seinem Pflichttermin an. Zitronen und Oleander gedeihen ohne Schutz im Freien. Die Kaffeehaustische auf den Kais brauchen nie weggeräumt zu werden. Denn die Bergketten auf dem Festland halten Wolken und raue Winde von dieser Insel verlässlich ab. So viel Wetterbonus will touristisch optimal genützt werden.

Das Hotel Bellevue (mit beheiztem Meerwasser- Hallenbad) sperrt schon im Februar auf, viele komfortable Privatquartiere im März. Tennisplätze sowie 150 Kilometer ausgeschilderte Promenaden und Wanderwege wärmen die Muskeln. Beim vierstündigen Gipfelsturm auf die 557 Meter hohe Televrina friert sowieso keiner. Kurz: Wer Mallorca auswendig kennt und die Bahamas eintönig findet, dürfte sich für diese Sonneninsel, die fast vor der Haustür liegt, erwärmen. Zugegeben, das mediterrane Frühlingswunder hat seinen Preis. Besonders die letzte Etappe der Anfahrt kostet mehr Zeit als erwartet. Die Autofähre ab Brestova (Ostseite Istriens) landet auf der weitgehend karstigen Insel Cres, die ganz durchfahren werden muss. Felsen, Schafe und Wacholdergestrüpp säumen die 75 Kilometer lange kurvenreiche Bergstraße. Aber sofort nach Passieren der Drehbrücke über den nur wenige Meter breiten Kanal zwischen den Inseln Cres und Losinj stimmt eine grüne Sinfonie aus Palmen , Kiefern, Zedern, Steineichen, Tamarisken, Zypressen, Agaven und Rosmarinbüschen den Urlauber auf den Süden ein. Olivenhaine und dunkel glänzende Föhrenwälder sprenkeln die Hänge, dazwischen blitzt smaragdgrün das Meer hindurch.

Dann endlich der Bilderbuchhafen Mali Losinj. Sein Name trügt. Keine Rede von „mali“ (= klein). Die 9000-Einwohner- Stadt hat das nachbarliche Veli Losinj (= Groß-Losinj) längst überflügelt. Wo es hübscher ist? Da scheiden sich die Geister.

Im Frühling punktet wahrscheinlich das buntere Mali Losinj mit netten Boutiquen und Bars. Das Kastell beglückt durch herrliche Fernblicke. Nach wie vor dominieren die wunderschönen alten Kapitänshäuser. Sie erzählen von jenen Zeiten, als Losinj die Heimat berühmter Schiffsbauer und Seefahrer war. Ein Spazierpfad führt nach Veli Losinj , das einst vom österreichischen Adel bevorzugt wurde. Noch heute bestaunt man die Villa, die sich der habsburgische Erzherzog Karl Stephan 1886 bauen ließ. In den Tavernen, die sich am Hafen aneinander reihen, werken ehrgeizige Köche und nützen die stille Zeit vor dem Sommertrubel für Exzesse mit frisch geernteten Kräutern. Auch sonst arbeitet ihnen die Natur in die Hände. Die Nachbarinsel Cres mit ihren salzigen Grasweiden liefert würziges Lammfleisch. Aus der Kvarner Bucht kommen die besten Garnelen der gesamten Adria. Sogar auf zarte Hummer darf sich der Gast freuen. Gespräche mit dem Nachbartisch ergeben sich zwanglos.
 „Wir auf Losinj sind Kosmopoliten“, lacht ein Mann und deutet auf seine rüstige Großmutter, die im Kreis ihrer Enkel und Urenkel ihren 95. Geburtstag feiert. „Oma wurde unter Franz Joseph in Österreich- Ungarn geboren, war ab 1918 Italienerin, lebte von 1943 bis 1945 unter deutscher Besatzung, wurde danach jugoslawische Staatsbürgerin und ist jetzt Kroatin.“ Die alte Dame kam viel herum, obwohl sie stets daheim blieb.

Inge Santner

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