Wahrheit im Morgengrauen

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Zum 50. Todestag des Autors: Auf Hemingways Spuren in Afrika

Vor 50 Jahren starb Ernest Hemingway. Schied freiwillig aus einem Leben, das er viel zu schnell, viel zu laut und viel zu rücksichtslos, auch zu sich selbst, verbraucht hatte. Afrika blieb der Kontinent seiner Sehnsucht...

...wo er sich mit Großwild und schönen Frauen inszenierte. Thomas Burmeister begab sich auf Spurensuche in der wilden Welt des Ernest Hemingway.

Krächzendes Heulen und teuflisches Kichern – so klingen Hyänen, sie müssen direkt vor dem Zelt stehen. Aber dann geht das Geräusch in ein Lachen über. „Good Morning“, sagt eine tiefe, freundliche Stimme. „Ihr Weckruf, der Tee steht bereit.“ Humor gehört im edlen Tortilis Camp am Fuße des Kilimandscharo ebenso zum Service wie der Sundowner.

Der Schriftsteller ging in Afrika gerne auf Großwildjagd.

Es ist 6.30 Uhr, Zeit für die erste Pirschfahrt. Afrikas höchster Berg zeigt sich in ganzer Pracht, kaum 30 Stunden nach dem Abflug in Europa. Ernest Hemingway musste darauf länger warten. Mehr als zwei Wochen brauchte der Schriftsteller damals allein für die Überfahrt von Marseille nach Mombasa, dann noch zwei Tage mit dem Auto, bis er endlich am Kilimandscharo war.

Beinahe 80 Jahre ist es her, dass Hemingway zum ersten Mal nach Afrika aufbrach. Im Osten des Kontinents verbrachte er 1933 und dann noch einmal 1953/54 insgesamt zehn Monate. Aus dieser Zeit stammen die Bücher „Die grünen Hügel Afrikas“ und „Die Wahrheit im Morgenlicht“. Mit „Schnee auf dem Kilimandscharo“ und „Das kurze glückliche Leben des Francis Macomber“ spielen auch zwei Kurzgeschichten hier. „Wir hatten Afrika noch nicht verlassen“, berichtete er später, „aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach.“ Selbst das Erlebnis zweier Bruchlandungen innerhalb von 48 Stunden auf dem Weg zu den Murchinson Falls in Uganda (mit Verletzungen, deren Folgen zu Depressionen und so vielleicht auch zu seinem Selbstmord am 2. Juli 1961 beitrugen) hatte Hemingways Begeisterung für Afrika kaum gedämpft.

Hemingways Roman „Schnee am Kilimandscharo“ wurde mit Ava Gardner und Gregory Peck in den Hauptrollen verfilmt.

Hemingways Spuren in Afrika: in Oloitokitok an der Grenze von Kenia nach Tansania muss man nicht lange danach suchen. Jeder kennt hier Darshan Singh, der den „Bwana Ernest“ als Kind selbst erlebt hat. Sein Vater betrieb den „einzigen Laden diesseits des Kilimandscharo, wo es Bier und Whisky gab“, sagt er. „Ernest kam öfter vorbei“ und habe den Männern ordentlich einen ausgegeben.

Auch eine afrikanische Geliebte soll Bwana Ernest gehabt haben. Debba heißt das Mädchen aus dem Volk der Kamba in seinem nachgelassenen Afrika-Roman. Viele halten das für die Macho-Fantasie eines altgewordenen Frauenhelden. Er selbst schrieb: „In Afrika ist etwas im Morgenlicht wahr und mittags eine Lüge, und man gibt nicht mehr darauf als auf den reizenden, von hohem Gras gesäumten See am anderen Ende der sonnenversengten Salzebene. Man hatte diese Ebene am Vormittag durchquert, und man weiß, es gibt dort keinen solchen See.“

DIE REISE-INFOS ZU OSTAFRIKA

REISEZIEL Der 5895 Meter hohe Kilimandscharo ist das höchste Bergmassiv Afrikas. Er liegt an der Grenze zwischen Tansania und Kenia in Ostafrika. Der nächste angrenzende Nationalpark in Kenia ist der Tsavo, in Tansania der Kilimandscharo-Nationalpark.

ANREISE Nächstliegender Flughafen ist Kilimanjaro International Airport bei Arusha, der von Condor einmal wöchentlich ab Frankfurt angeflogen wird. Ab ca. 720 Euro. Unter www.condor.com.

REISEZEIT/KLIMA Ostafrikas Safarigebiete kann man das ganze Jahr über besuchen. Es gibt aber Regenzeiten von März bis Juni sowie von Mitte Oktober bis Mitte Dezember. Im Hochland ist es nachts kalt.

REISETYP Hemingway erlebte Afrika nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Ohren, weil er im Zelt schlief. Zahlreiche Veranstalter haben Tented Camps wie beispielsweise das Finch Hattons im Tsavo West im Programm. Drei-Tage-Safari als Bausteinprogramm bei Meiers Weltreisen ab/bis Mombasa ab 1080 Euro.

WEITERE INFOS Kenya Tourist Board in Mettmann, Tel. 02104/832919, Internet: www-magical-­kenya.de.

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