Nord- und Süddeutschland

Reif für die Insel: Autofrei in den Urlaub

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Sind Sie auch reif für die Insel? Hier können Sie im Urlaub in Ruhe entspannen - ohne Auto, Lärm und schlechter Luft.

Reine Luft und viel Natur: Urlaub ohne Auto kann sehr entspannend sein. Auf diesen deutschen Inseln haben Sie garantiert Ihre Ruhe vor Fahrzeugen aller Art.

Es gibt sie noch – autofreie Zonen in Deutschland. Was für die einen unvorstellbar scheint, bedeutet für andere Entspannung pur. Schließlich haben Sie und Ihre Liebsten so die Möglichkeit, Ihren Urlaubsort zu Fuß oder mit dem Rad intensiver zu erleben – und werden gleichzeitig nicht von Lärm oder Autoabgasen belästigt.

Viele Inseln in Norddeutschland sind bereits seit Jahren mit Erfolg autofrei – und bei Urlaubern sehr beliebt. Autofrei bedeutet hier, dass Sie zusätzlich neben Rad nur Kutschen und/oder Elektroautos nutzen dürfen.

Reif für die Insel: Urlaub ohne Auto an der Nordsee

Helgoland

Die Insel ist komplett autofrei. Sie gilt nämlich als Hochseeinsel und ist daher am weitesten vom Festland entfernt. Hier sind neben Autos sogar Fahrräder verboten. Damit ist das vier Quadratkilometer große Eiland dasjenige, das am wenigsten Verkehr aufweist.

Der Grund dafür: Das Wattenmeer und das dort herrschende Ökosystem auf der Insel stehen wie bei allen Nordseeinseln unter Naturschutz. Die Flora und Fauna gilt als einzigartig auf der Welt und wurde sogar 2009 zum Weltnaturerbe erklärt. Daher gibt es dort viele Nationalparks und Biosphärenreservate – und die sollen nicht durch geteerte Straßen und Verkehrszeichen entstellt werden.

Norderney 

Die ostfriesische Insel liegt zwischen Juist und Baltrum und ist nur etwa fünf Kilometer vom Festland entfernt. Sie ist nur zu Teilen autofrei. Das heißt: Sie dürfen mit Ihrem Auto auf die Insel übersetzen, aber müssen es anschließend, nachdem Sie Ihr Gepäck bei der Unterkunft abgeladen haben, auf einem der Parkplätze außerhalb des Zentrums parken. Und das innerhalb einer Stunde nach Ankunft. In den Sommermonaten darf sogar zwischen 20 und sechs Uhr früh gar nicht Auto gefahren werden.

Dafür werden Sie zu dieser Jahreszeit mit kilometerlangen mietbaren Sandstränden belohnt. Um diese zu erkunden, leihen Sie sich Fahrräder oder nutzen Sie eine der sechs Insel-Buslinien.

Denn Norderney ist wie viele Nordseeinseln nach einem ganz bestimmten Schema geschnitten: Auf der Nordseite - der Seeseite - sind die eben beschriebenen Traumstrände, auf der Südseite in Richtung Festland befinden sich dagegen Salzwiesen, die langsam zum Watt übergehen. Im Zentrum der Insel erhebt sich meist eine einzigartige Dünenlandschaft.

Juist 

Norderneys Nachbar gilt als die längste, aber auch schmalste ostfriesische Insel in der Nordsee. Sie fasst nämlich bei 17 Kilometer Länge nur 500 Meter Breite. Ein Autoverkehr wäre hier also rein logistisch schon sehr schwierig. Daher ist es ratsam, sein Auto vorher am Festland zu parken und mit der Fähre überzusetzen.

Das gleiche gilt auch für die ostfriesischen Inseln Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog und Baltrum. Auf Juist selbst sind allerdings Pferdekutschen erlaubt.

Baltrum 

Die Insel ist die Kleinste der ostfriesischen Inseln und trotzdem schon gut dabei, was die Autoabstinenz angeht. Hier dürfen nur Feuerwehrfahrzeuge, der Krankentransportwagen und vielleicht noch Arbeitsmaschinen für den Küstenschutz fahren.

Touristen haben es allerdings auf Baltrum besonders schwer: Denn auf der Insel gibt es keinen Fahrradverleih und Urlauber dürfen auch nicht ihren eigenen Drahtesel mit auf die Insel bringen. Stattdessen müssen Sie wie auf Juist auf Pferdekutschen zurückgreifen, wenn Sie von A nach B gelangen wollen.

Ebenfalls autofrei ist Neuwerk. Die nur drei Quadratkilometer große Insel liegt im südwestlichen Teil der Elbmündung und gehört (noch) zu Hamburg.

Borkum 

Die Insel ist die westlichste und größte der sieben ostfriesischen Inseln und liegt direkt im niedersächsischen Wattenmeer. Im Gegensatz zu vielen anderen Inseln ist Borkum hingegen nicht komplett autofrei, sondern besitzt einzelne autofreie Zonen.

Das liegt daran, dass der Sandstrand der Insel sich fast die gesamte Küste entlang bis auf den Ostteil erstreckt. In den Sommermonaten ist zudem das Zentrum von Borkum für Kraftfahrzeuge gesperrt. Außerdem ist es Urlaubern dann verboten, von 21 bis 7 Uhr früh mit dem Auto zu fahren.

Autofrei entspannen an der Ostsee

Hiddensee 

Die Insel liegt westlich von Rügen und auch hier sind Kraftfahrzeuge verboten. Deshalb dienen Pferdekutschen als Taxis. Doch die Wege sind hier kurz. Hiddensee ist viel kleiner als Rügen. Das Eiland ist etwa 17 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle sogar nur 250 Meter breit.

Dafür ist es auf Hiddensee sehr ruhig und beschaulich. Schließlich können Sie per Rad die beeindruckende Dünen- und Waldlandschaft erkunden.

Autofreie Inseln in Süddeutschland

Chiemsee

Auch Bayern hat autofreie Inseln. So liegt im Chiemsee, dem größten See im Freistaat, das etwa 16 Hektar große Eiland Frauenchiemsee. Sie ist die zweitgrößte von drei Inseln im sogenannten "bayerischen Meer". Hier können Urlauber im Kloster Frauenwörth, in Pensionen oder Ferienhäusern übernachten und zu Fuß die Insel und die vielen Kunst- und Schmuckgalerien erkunden.

Auch die Roseninsel im Starnberger See sowie Buchau im Staffelsee sind autofrei. Erstere ist unter Denkmal- und Landschaftsschutz gestellt und letztere ist nur für die Zeltstellplätze des Campinglagers zugelassen.

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Von Jasmin Pospiech

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