Nachhaltiger Urlaub: Jeder Dritte würde mehr zahlen

Berlin - Mehr als jeder dritte Bundesbürger würde einer Umfrage zufolge für nachhaltiges Reisen einen deutlichen Aufpreis zahlen.

Demnach könnten deutsche Tourismusbetriebe jährlich bis zu 4,5 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen, indem sie ihren Gästen umwelt- und sozialverträgliche Urlaubsstandards garantieren. Zu diesem Ergebnis kommt das am Montag in Berlin vorgestellte Sparkassen-Tourismusbarometer 2010. Darin wird das Marktpotenzial auf rund 33 Millionen Reisende jährlich geschätzt, die für ein nachhaltiges Ferienerlebnis pro Tag 10 bis 20 Euro Aufschlag investieren würden.

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“Umweltverträglicher Tourismus ist längst kein Nischenmarkt mehr“, sagte Werner Netzel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Die Ergebnisse der nach eigenen Angaben repräsentativen Studie seines Verbandes lieferten “konkrete Anhaltspunkte für das Marketing und die Preisgestaltung“ in der Tourismusbranche, sagte Netzel. Allerdings erwarte der Kunde für den Aufpreis auch einen konkreten Mehrwert, wie die Verwendung regionaler Produkte und höhere Standards bei Klimaschutz und Energieeffizienz.

Diese dürften zudem keine Einbußen beim Komfort mit sich bringen, betonte Netzel. Nachhaltige Tourismuskonzepte müssten attraktiv für den Urlauber sein und dem Anbieter langfristigen wirtschaftlichen Erfolg sichern. Um nachhaltige Reiseangebote effektiver zu bewerben, empfehlen die Autoren der Studie unter anderem eine Reduzierung der umweltorientierten touristischen Gütesiegel. Derzeit gebe es europaweit mehr als 50 derartige Zertifikate, die in der Bevölkerung größtenteils unbekannt seien und zu Verwirrung führten.

dapd

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