Reise: Versicherungen im Test

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Heimweg auf der Bahre: Auslandsreiseversicherung übernehmen die Kosten für den Rücktransport.  

Wer ins Ausland reist sollte an die Auslandsreise-Krankenversicherung denken. Die Auswahl ist groß - jetzt hat Stiftung Warentest 41 verschiedene Anbieter und ihre Verträge verglichen.

Auch wenn der Urlaub schon gebucht ist, kann er vor Ort noch so richtig teuer werden: Auf einem Kostenberg von 17 000 Euro kann schnell mal sitzen, wer sich etwa auf einer griechischen Insel eine Kniescheibe zertrümmert und deshalb mit medizinischer Begleitung schnell zur Behandlung in die Heimat zurückgeflogen werden muss. Dieses Risiko nehmen Auslandsreise-Krankenversicherungen – für günstiges Geld. Doch auch hier lauern Fallstricke. Das berichtet die Stiftung Warentest in der Mai-Ausgabe von Finanztest.

Die aktuelle Ausgabe von Finanztest

Bereits für sechs Euro können sich Einzelpersonen dagegen versichern, die Behandlung von plötzlichen Krankheiten selbst zahlen zu müssen. Jahresverträge für Familien sind ab 14 Euro zu haben. Das Problem bei Auslandsreisen: Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt einzig eine Grundversorgung – und das vor allem nur europaweit. Teure Rücktransporte etwa sind hier nicht enthalten. Doch mit dem Angebot der vielen Versicherer sind die Tester weitgehend zufrieden: Von 41 Produkten erteilte die Stiftung Warentest 21 die Note „Gut“. Testsieger war die HanseMerkur mit der Bestnote „Sehr gut“ für zwei Tarife. Mit„Ausreichend“ benoteten die Tester die Versicherungen von Inter, ADAC sowie die Gothaer. Die Europ Assistance erhielt gar ein „Mangelhaft“.

Der Test zeigt: Bei den Preisen sind die Unterschiede zwischen den Angeboten gar nicht so groß – bei den Versicherungs­bedingungen schon. Die Bedingungen sind entscheidend für die Auswahl eines Vertrags: Standard sei, dass die Anbieter von Auslandsreisekrankenversicherungen die Kosten übernehmen, wenn der Transport medizinisch notwendig ist. Die Stiftung Warentest empfiehlt allerdings Verträge, die dem Versicherten die Kostenübernahme ermöglichen, sobald der Rücktransport “medizinisch sinnvoll und vertretbar“ ist. Unterschiede gibt es außerdem dabei, ob der Anbieter sämtliche Behandlungsmethoden und Arzneimittel anerkennt.

In einer neuen Marktuntersuchung der Stiftung Warentest erhielten zwei Tarife die Bestnote “Sehr gut“, 21 erhielten ein “Gut“. 

Eine sehr gute Police muss nicht teuer sein: Testsieger HanseMerkur gehört zu den günstigsten Angeboten.

Seit der Untersuchung im vergangenen Jahr hätten viele Versicherer ihre Bedingungen im Sinne des Verbrauchers verbessert. Eine Umstellung erfolgt aber nicht unbedingt automatisch, so die Tester - sie raten, beim Versicherer um eine Umstellung zu bitten. Jahresverträge über Auslandsreisekrankenschutz verlängern sich in der Regel um ein weiteres Jahr, wenn sie nicht gekündigt werden.

Die Verbraucherschützer raten laut Finanztest, genau den persönlichen Bedarf und die Bedingungen der Policen zu studieren:

Die Verbraucherschützer raten laut Finanztest, genau den persönlichen Bedarf und die Bedingungen der Policen zu studieren:

Generelle Leistungs- Ausschlüsse

Auch die Extra-Versicherungen zahlen nicht bei jeder Krankheit. So ist die Erstattung von Kosten standardmäßig ausgeschlossen, wenn etwa ein Urlaub zur Behandlung einer Krankheit gebucht wird oder vor Reiseantritt absehbar war, dass ein Patient während des Urlaubs zum Arzt muss. In der Regel nutzen die Policen auch nichts bei normalen Schwangerschaftsuntersuchungen oderGeburten,Hypnose undPsychotherapie,neuem Zahnersatz, benötigten Hilfsmitteln wie BrillenoderHörgerätenoder der Unterbringung bei Pflegebedürftigkeit.

Rücktransporte

Sie bergen mit die größten finanziellen Gefahren. Doch Vorsicht: Manche Versicherer wie AXA oder der Deutsche Ring wollen einen eigenen Arzt die Notwendigkeit einer Weiterbehandlung in Deutschland bewerten lassen – und der könnte mehr für das Wohl der Versicherung als das des Versicherten stehen. Dafür gab’s Punktabzug.

Pandemien

Wer Angst vor länderübergreifenden Krankheiten hat, sollte auch die Vertragstexte genauer studieren: So verweigern etwa die Europäische Reise, Mondial und Würzburger bei Fällen wie der Schweinegrippe die Leistungen.

Senioren

Wegen ihres höheren Krankheitsrisikos verlangen einige Versicherer von Älteren extra Zuschläge: So steigt eine Police beim Testsieger HanseMerkur ab 65 Jahren von 9,50 auf 28 Euro, ab 75 Jahren auf 39 Euro. Bei der Debeka (Note: 2,5) dagegen zahlen auch Senioren nur 6 Euro Jahresbeitrag.

Familien

Sie können für die Versicherung bis zu 39 Euro berappen. Jedoch heißt bei ihnen mehr Geld nicht auch bessere Leistungen. Testsieger HanseMerkur versichert Vater, Mutter, Kind bereits ab 19,90 Euro, die Huk- Coburg mit der Note 1,6 für 18 Euro im Jahr. Die tz-Tabelle zeigt die 23 besten Policen. Die vollständige Untersuchung können Sie in der aktuellen Ausgabe von Finanztest nachlesen.

WAS/ Stiftung Warentest, dpa

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