Niederlande, Belgien, Frankreich...

Reisewarnungen vor den Herbstferien: Diese Länder und Regionen in der EU sind Risikogebiete

Neue Reisewarnungen kurz vor dem Beginn der Herbstferien in NRW: Die Bundesregierung hat Regionen in vielen Ländern der EU und ihren Nachbarn zu Corona-Risikogebieten erklärt.

  • Wegen steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus* steigt die Zahl der Risikogebiete in Europa.
  • Vor Reisen in viele Regionen und Länder der EU wird kurz vor den Herbstferien gewarnt.
  • Betroffen sind viele beliebte Urlaubsregionen.

[Update] Hamm - Die Herbstferien in NRW stehen kurz bevor, Urlaubszeit für die Deutschen. Nachdem viele aufgrund der Corona-Pandemie ihren Sommerurlaub stornieren mussten, hätten die kommenden Ferien eine zweite Chance sein können. Doch die Infektionszahlen in Europa schnellen in die Höhe. Das Reisen wird wieder schwieriger.

Am 23. September hat die Bundesregierung Regionen in elf EU-Ländern auf die Liste der Risikogebiete setzen lassen. Weitere folgten nur zwei Tage später. Seit Mittwoch, 30. September, gilt ganz Belgien als Risikogebiet, außerdem Island. Betroffen sind außerdem Provinzen in Kroatien, Portugal, Dänemark, den Niederlanden, Österreich und Luxemburg.

Europäische Union
Einwohnerzahl447,1 Millionen
Bevölkerungsdichte102 Einwohner pro km²
Mitgliedstaaten27 Mitgliedstaaten

Reisewarnung für EU-Länder: Viele Regionen sind Risikogebiete

Seit Freitag, 2. Oktober. stehen ganz Schottland, Nordengland und fast die ganzen Niederlande auf der Liste der Corona-Risikogebiete. Die Bundesregierung warnt nun vor touristischen Reisen dorthin. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts (RKI) und die Reisehinweise des Auswärtigen Amts werden fortlaufend entsprechend aktualisiert. Das Auswärtige Amt sprach für all diese Gebiete eine Reisewarnung aus.

Reisewarnung für EU-Länder: Weiteres EU-Land und weitere Regionen auf der Liste

Seit Mittwoch, 7. Oktober, stehen nochmals mehr EU-Länder beziehungsweise Regionen auf der Liste der Risikogebiete. Die Bundesregierung hat Rumänien zum Risikogebiet erklärt. Auf der Liste stehen nun auch noch weitere Regionen in sieben anderen EU-Ländern. Auf der vom Robert-Koch-Institut aktualisierten Risikoliste finden sich seit Mittwochabend alle fünf Provinzen der Niederlande, die an Deutschland grenzen. Als letzte kam Limburg hinzu. Zeeland an der Nordseeküste ist die einzige der zwölf niederländischen Provinzen, die noch kein Risikogebiet ist.

Erstmals wurden Teile der Slowakei zu Risikogebieten erklärt. In Slowenien kam unter anderem die Hauptstadt Ljubljana hinzu, außerdem Regionen in Kroatien, Ungarn, Litauen und Bulgarien. Das Auswärtige Amt sprach für alle diese Gebiete auch eine Reisewarnung aus.

Es wurden aber am Mittwochabend aber auch zwei Regionen wieder von der Risikoliste gestrichen: Die auch bei deutschen Urlaubern beliebte Insel Korsika und eine Region in Kroatien.

Unter dem Strich bleiben nur noch wenige Länder übrig, für die weder vor Reisen gewarnt noch von ihnen abgeraten wird. Dazu zählen die beliebten Urlaubsländer Italien, Griechenland, Zypern und Malta.

Risikogebiete vor den Herbstferien: RKI setzt beliebte Urlaubsregionen auf die Liste

Auf der aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) stehen jetzt 19 von 27 EU-Mitgliedstaaten, berichtet wa.de*. Damit ist mehr als jedes zweite EU-Land zumindest teilweise Risikogebiet - darunter einige Nachbarländer von Deutschland. Auch die Schweiz taucht mit den Kantonen Freiburg, Genf und Waadt weiterhin auf der Liste auf. In Großbritannien gelten Schottland, England North West, North East, Yorkshire und The Humbers als Risikogebiete.

Diese Risikogebiete innerhalb der EU listet das Robert-Koch-Institut:

  • Frankreich - ganz Frankreich mit Ausnahme der Region Grand-Est und der Insel Korsika
  • Niederlande - ausgenommen ist nur noch die Provinzen Zeeland und Limburg
  • Belgien - das ganze Land
  • Luxemburg - das ganze Land
  • Österreich - die Bundesländer Vorarlberg mit Ausnahme des Kleinwalsertals und Tirol mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz, die Region Wien
  • Portugal: die Region Lissabon
  • Kroatien - die Gespanschaft Lika-Senj, außerdem Brod-Posavina, Dubrovnik-Neretva, Lika-Senj, Požega-Slawonien, Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Virovitica-Podravina, Zadar, Vukovarsko-srijemska, Sisačko-moslavačka, Krapinsko-zagorska županija
  • Dänemark - die Region Hovedstaden mit Kopenhagen
  • Irland - die Region Dublin
  • Rumänien - das gesamte Land
  • Slowakei - die Regionen Zilina, Prešov, Bratislava, Nitra und Trnava
  • Slowenien - die Regionen Primorsko-notranjska, Zasavska, Gorenjska, Osrednjeslovenska und Savinjska sowie die Hauptstadt Ljubljana
  • Tschechien - das ganze Land
  • Ungarn - die Region Györ-Moson-Sopron, die Region Budapest, die Regionen/Komitate Nógrád, Baranya, Hajdú-Bihar, Jász-Nagykun-Szolnok, Borsod-Abaúj-Zemplén, Komárom-Esztergom und Szabolcs-Szatmár-Bereg
  • Spanien - ganz Spanien
  • Bulgarien - Blagoevgrad und der Verwaltungsbezirk Targowischte
  • Island - ganz Island
  • Estland - Ida-Viru
  • Litauen - der Verwaltungsbezirk Kaunas

In vielen der betroffenen Länder - zuletzt in Frankreich und Irland - wurden die Regeln zum Infektionsschutz wieder massiv verschärft. Irische Pubs dürfen in Innenräumen keine Gäste mehr bedienen, Regierungschef Micheal Martin warnte seine Landsleute vor Inlandsreisen.

Das Auswärtige Amt hat für alle diese Gebiete auch eine Reisewarnung ausgesprochen - und das kurz vor den Herbstferien in NRW. Probleme, ihren Urlaub anzutreten, könnten auch Reisende aus deutschen Corona-Hotspots haben. So empfiehlt etwa die Stadt Hamm ihren Bürgern, sich genau zu informieren*, welche Bedingungen für ihre Reise gelten - auch wenn die im eigenen Land geplant ist. Hamm hat nach einem Ausbruch im Zusammenhang mit einer großen Hochzeitsfeier derzeit bundesweit die höchste Zahl an nachgewiesenen Neuinfektionen.

Reisewarnungen gelten für viele Länder der EU

Einige deutsche Bundesländer haben ihre Regeln verschärft. Wer aus Hamm, Remscheid, Berlin-Friedrichshain, -Mitte oder -Neukölln kommt, hat Schwierigkeiten, etwa eine Hotelübernachtung zu buchen. Die strengsten Bestimmungen hat Schleswig-Holstein: Reiserückkehrer müssen 14 Tage in Quarantäne oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen. Eine Reise aus einem Hotspot-Gebiet nach Schleswig-Holstein ist für Personen, deren Wohnanschrift in einem dieser Hotspot-Gebiete liegt, damit faktisch unmöglich.

In Tschechien und Österreich sind Gebiete direkt an der Grenze zu Deutschland als Risikogebiete ausgewiesen worden. In Österreich sind das die beliebten Urlaubsregionen Vorarlberg und Tirol*, in Tschechien die Verwaltungsregionen Karlsbad (Karlovy Vary), Pilsen (Plzen), Liberec (Reichenberg) und Südböhmen an den Grenzen zu Bayern und Sachsen.

Risikogebiete in Europa: Österreich, Dänemark, Portugal und Frankreich betroffen

Der tschechische Außenminister Tomas Petricek sagte, die Entscheidung Deutschlands sei angesichts der Corona-Zahlen in seinem Land „verständlich“. Man habe in Verhandlungen mit Berlin Ausnahmen für Berufspendler, Lkw-Fahrer und Transitreisende erreichen können. „Wir verhandeln weiter über den sogenannten kleinen Grenzverkehr, also mögliche Ausnahmen für Menschen, die unmittelbar an der Grenze leben“, sagte der Sozialdemokrat.

In Dänemark ist die Region Hovedstaden um die Hauptstadt Kopenhagen betroffen. Dazu zählt außerdem die beliebte Ferieninsel Bornholm in der Ostsee*. In Irland ist nun die Region Dublin Risikogebiet, in Portugal der Großraum Lissabon. In Frankreich sind die Regionen Normandie, Bretagne und Centre-Val-de-Loire* hinzugekommen. Keine davon liegt an der Grenze zu Deutschland.

Neue Reisewarnung kurz vor den Herbstferien: Neues Risikogebiet in den Niederlanden

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen, berichtet auch Ruhr24*. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Unter den neuen Risikogebieten sind viele Urlaubsregionen. Das wird einige deutsche Urlauber hart treffen, denn am 12. Oktober beginnen die Herbstferien. Besonders für Bürger in NRW, denn das beliebte Reiseziel Niederlande hat neben Nord- und Südholland jetzt eine weitere Provinz als Risikogebiet erklärt bekommen: Utrecht*.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie hatte das Auswärtige Amt am 17. März erstmals eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Geplanter Urlaub war erst einmal Geschichte.

Für mehr als 30 europäische Länder wurde die Reisewarnung Mitte Juni zunächst wieder aufgehoben, die ersten Urlauber machten sich auf den Weg. Schon nach wenigen Wochen mussten die Reisewarnungen für die ersten Länder aber wegen steigender Infektionszahlen wieder reaktiviert werden. Inzwischen ist mehr als die Hälfte der EU-Länder betroffen. Spanien war lange der einzige Mitgliedstaat, der ganz zum Risikogebiet erklärt wurde - dort wird die Lage immer dramatischer*. Zum Teil werden ganze Wohngebiete abgeriegelt. Die pauschale Reisewarnung läuft zum 30. September zunächst aus* - so geht es ab Oktober weiter. - *wa.de und Ruhr24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa/dpa-tmn

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