Brügge sehen und träumen

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Viele Besucher erkunden Brügge mit einer Bootstour durch die Grachten.

Brügge - Die Stadt Brügge war einst die reichste Europas. Noch heute verzaubert sie Besucher.

Auf dem Grote Markt in Brügge drängen sich die Touristen - in der Mitte stehen die Fremdenführer mit hochragenden Regenschirmen, Fähnchen und einem knallroten Luftballon. Sie erklären, auf welch historischem Boden die Besucher stehen.

"Die Stadt war einst die reichste im gesamten nördlichen Europa", ruft die Reiseleiterin Luise ihrer süddeutschen Reisegruppe zu. "Das war vor mehr als einem halben Jahrtausend. Damals herrschten hier die burgundischen Herzöge", vertieft der Historiker Willy Debunderie die Vergangenheit. "Brügge war das wichtigste der großen Hansekontore und Umschlagplatz für in der Region produzierte Tuche, Getreide, Holz aus dem Norden und Pelze aus Russland, um nur einige Waren zu nennen."

Ein direkter Zugang zur Nordsee, den eine Sturmflut im Jahr 1134 geschaffen hatte, machte diese Entwicklung erst möglich. Als dieser Wasserarm gegen Ende des 15. Jahrhunderts endgültig versandete, zogen die Kaufleute nach Antwerpen um. Brügge sank in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit, Armut zog ein. Von dieser Epoche merkt der Besucher heute nichts mehr. Auch über einen bedeutenden Seehafen verfügt die sich bis zur Küste erstreckende Stadt wieder: Zeebrügge.

Brügge ist - wie viele Städte in Belgien - auch für seine Chocolaterien bekannt.

Die belgische Stadt gehört zum Weltkulturerbe und war im Jahr 2002 eine der Kulturhauptstädte Europas. Im mittelalterlichen, gut restaurierten Stadtkern liegen der Glockenturm Belfried, der Burgplatz mit dem Stadthaus, der Beginenhof und das Sint-Jans-Spital. Viele Besucher unternehmen Bootsfahrten durch die Grachten. Diese Wasserwege brachten der Stadt einst den Beinamen "Venedig des Nordens" ein.

Zu den bedeutendsten Gebäuden zählen die Brügger ihr Stadhuis genanntes Rathaus, das Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet wurde und als Vorbild für weitere solcher Bauten im Lande diente.

Auf Geschichtsträchtiges trifft der Besucher praktisch an jeder Ecke. Eine Attraktion ist der weitläufige sogenannte Beginenhof aus dem 13. Jahrhundert, der heute Benediktinerinnen als Kloster dient. Hier lebten einst ledige und verwitwete Frauen in klosterähnlicher Gemeinschaft in frommer Abgeschiedenheit und kümmerten sich um Kranke und Alte. Die UNESCO nahm die Anlage wegen ihrer Einzigartigkeit ins Welterbe auf. Sie steht Besuchern offen.

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