Wer später kommt

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Wer später reist, hat mehr Platz: In der Nebensaison ist der Strand oft menschenleer...

In Bayern gehen die Uhren bekanntlich ein wenig anders. So haben wir beispielsweise Anfang September noch Schulferien, wenn andernorts schon längst wieder der Unterricht begonnen hat.

Eigentlich ideal für einen Urlaub, dachte sich Reiseredakteur Volker Pfau und fuhr Ende August nach Schweden, um die Vorteile der Nachsaison auszunutzen.

„Parken Sie auf dem großen Parkplatz am Ortseingang. So vermeiden Sie den ständigen Autostau im Ort.“ So stand’s im Reiseführer, also stellten wir unser Wohnmobil brav auf den großen Parkplatz am Ortseingang von Kåseberga. Verkehrschaos ist das Letzte, was wir auf unserer Tour durch die Provinz Schonen (Skåne) im Süden Schwedens brauchen können, noch dazu mit unserem Riesengefährt. Vier andere Caravaner, alle mit deutschem Kennzeichen, haben es uns gleichgetan, ebenso zwei Pkw und ein Motorrad aus Deutschland. Die lesen anscheinend den gleichen Reiseführer.

...und statt auf Menschenmengen trifft man nur auf einzelne Spaziergänger und ein paar Rindviecher

Doch auf der Dorfstraße hinunter zum Hafen kommt uns auf unserem viertelstündigen Fußmarsch nur ein einziges Auto (mit schwedischer Nummer) entgegen – es ist Nebensaison, der Stau hat sich aufgelöst. Wir hätten es eigentlich ahnen können, denn auf der kleinen Küstenstraße, die wir von Ystad hergefahren waren, gab es erstaunliche Verkehrsschilder mit einem zeitlich begrenzten Tempolimit: Vom 1. Juni bis 31. August darf dann nur mit 50 km/h gefahren werden, im Rest des Jahres sind dann wieder 70 km/h erlaubt.

Die Ruhe der Nachsaison genießen wir auch bei Ales Stenar, den außerhalb des Ortes Kåseberga vor rund 1500 Jahren in Schiffsform angeordneten 59 Steinen an der Steilküste. Sommers gehört das auch als Schwedens Stonehenge bezeichnete Relikt zu den meistbesuchten Attraktionen in Schonen, jetzt teilen wir uns das Gelände nicht mit zig weiteren Touristen, sondern nur einem Dutzend Jungrinder, die hier friedlich grasen.

Andererseits wird die Ruhe nach der Hochsaison hier gerne dazu genutzt, fällige Bauarbeiten an den Straßen durchzuführen. Es kann also durchaus sein, dass man mal ein paar Minuten warten muss, weil gerade gebaggert, gewalzt oder asphaltiert wird. Also ist Stillstand angesagt. Aber wer zu diesem Termin reist, tut es ja auch, weil er Zeit hat und keine Hektik haben will.

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Dass Kioske geschlossen haben und Läden ihre Öffnungszeiten aufs Minimum reduzieren, kann man als vorausschauender Wohnmobilfahrer mit Kühlschrank und Vorratsfächern locker verschmerzen. Dass die meisten Touristenattraktionen spät öffnen und früh schließen, lässt sich ebenfalls mit guter Planung kompensieren und dass sich Freizeitvergnügungen wie Minigolf oder Bootsverleih bereits in der Winterpause befinden, ist schnell vergessen, wenn man statt dessen über den endlos langen, menschenleeren Strand bummelt, wenn man das Fahrzeug problemlos an den schönsten Plätzen parken kann und wenn sich jeder Einheimische viel Zeit nimmt, um gemütlich mit einem zu plaudern und in aller Ruhe die Wünsche der späten Besucher zu erfüllen.

Günstiger ist’s obendrein: Der Röstånga Campingplatz am Nationalpark Söderåsen berechnet in der Nebensaison 200 statt 240 Schwedische Kronen pro Nacht (rund 30 bzw. 36 Euro). Außerdem haben wir das gesamte Gelände am Angelsee für uns alleine, alle Schweden sind am ersten Septemberwochenende abgereist. Beim Sandskogens-Campingplatz bei Ystad sinkt der Preis von 250 auf 200 Kronen pro Nacht (rund 37,50 bzw. 30 Euro).

Dass man Anfang September in der 15 Grad kalten Ostsee nicht mehr baden mag, ist verständlich – im Juli und August war das Wasser mit je 17 Grad aber auch nicht wesentlich wärmer. Und bei den kühleren Temperaturen des Spätsommers bleibt man vom Blutdurst der Stechmücken verschont.

NACHSAISON: SOVIEL IST GESPART

SCHWEDEN Herbst-Special der TT-Line: Im Hotel Svea in Simrishamn an der Südwestküste Schwedens kosten zwei Ü/F vom 4. September bis 21. Dezember inklusive der Fährpassage (5 Pers. mit Pkw) pro Doppelzimmer 230 Euro, im Juli und August hätte das Angebot 274 Euro gekostet. Buchung telefonisch bei TT-Line in Lübeck- Travemünde unter 04502/80181.

MALLORCA Bei Neckermann Reisen kosteten sieben Übernachtungen im Viersterne- Hotel Cristobal Colon in Playa de Palma mit Vollpension und Flug ab München bei Anreise am 19. August ab 824 Euro, bei Anreise am 8. September ab 809 Euro und bei Anreise am 27. September kostet es ab 641 Euro (jeweils pro Person).

TÜRKEI Bei ITS Reisen kostete eine Woche im 4-Sterne-Hotel Xanthe Resort in Sideevrenseki mit All-inclusive-Verpflegung und Flug ab München bei Anreise am 31. Juli ab 1011 Euro, bei Anreise am 11. September ab 861 Euro (jeweils pro Person im DZ).

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