Strand, Käse und Kultur

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Ein kurzer Ausflug in die Antike: Die Tempelanlage bei Paestum liegt nur einen Katzensprung von den Badestränden entfernt.

Kein Massentourismus, dafür lange Strände, weitläufige Weinberge, verträumte Dörfer und um die 1700 Meter hohe Berge: All das bietet die Reiseregion Cilento südlich von Neapel.

1991 wurden Teile des Gebietes zum Nationalpark erklärt, 1998 folgte die Anerkennung als Unesco-Welterbe. Baden, Wandern oder Kultur – im Cilento-Nationalpark haben Urlauber jeden Tag diese Qual der Wahl. Wer nicht am Strand in einem der Hotels oder auf einem Campingplatz wohnen möchte, kann auch beschaulich in den Bergen logieren: Viele Oliven-, Wein- und Gemüsebauern bieten Zimmer und Ferienwohnungen an.  

Im Bergverlag Rother ist der neue Wanderführer Cilento erschienen, in dem 50 Touren beschrieben werden; 160 Seiten, Preis: 12,90 Euro, ISBN 978-3-7633-4389-8.

Das Dorf Roccadaspide ist so eine kleine Ferienoase, nur eine halbe Autostunde von Paestum und dem Meer entfernt. Im Zentrum thront eine alte Burg, davor liegt eine kleine Piazza mit einem Brunnen und Cafés. Unterhalb des Dorfes bewirtschaften Bauern ihre Weinberge und pflegen die Olivenbäume. Doch im Cilento wächst weit mehr: Feigen, Wein, Tomaten, Auberginen, Kastanien und Zitronen werden angebaut. Insgesamt gibt es etwa 1800 verschiedene Pflanzen, etwa zehn Prozent der Flora sind nirgendwo sonst in Italien zu finden. Im Sommer stehen vor den Höfen Wannen voller Tomaten – die Bauern kochen sie für den Winter ein. Andere produzieren eigenes Olivenöl, Salami oder Käse.

Berühmt ist der „Mozzarella di Bufala“ aus der Region. Alleine um die Stadt Paestum herum gibt es Dutzende Mozzarella-Fabriken, in denen Urlauber nicht nur den frisch hergestellten weißen Filata-Käse kaufen, sondern auch bei der Herstellung zusehen können. Büffel werden in der Region seit Jahrhunderten gehalten – manche Bauern besitzen noch heute Hunderte der schwarzen Rinder. Oft haben sie für die Tiere einen großen Tümpel angelegt, in dem sie sich während der heißen Sommermonate suhlen.

Das Küstenstädtchen Paestum liegt am südlichen Bogen des Golfs von Salerno. Wegen der dorischen Tempelanlagen aus der Antike ist es eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Cilento-Region. Am bekanntesten ist der Ceres-Tempel, der trotz seines Namens der Göttin Athene geweiht ist. Nur wenige hundert Meter von den antiken Stätten entfernt finden Touristen Hotels, Campingplätze und das Meer – Paestum bietet ein klassisches Strandleben mit Bars und Restaurants.

Wem es am Meer zu voll ist, kann zum Baden aber auch in die Berge fahren, zum Beispiel zum Fluss Calore. Entlang des erfrischend kühlen Flusses stehen Tische und Bänke, Fischer versuchen hier ihr Glück. Kinder bauen im Sommer mit Flusssteinen kleine Pools, und ganze Familien kommen zum Picknick in die unberührte Natur.

Claudia Steiner

REISE-INFOS ZU CILENTO

REISEZIEL Das Gebiet Cilento liegt in der Region Kampanien (Provinz Salerno) im Süden Italiens. Der Cilento-Nationalpark, der 1991 eingerichtet und 1998 zum Unesco-Welterbe erklärt wurde, beginnt etwa 90 Kilometer südlich von Neapel.

ANREISE Neapel wird von München aus von Lufthansa und Air Berlin mit Nonstopverbindungen angeflogen. Preis (Hin- und Rückflug) ab rund 135 Euro.

REISEZEIT Im Cilento herrscht mediterranes Klima. Gute Reisezeiten sind Frühjahr und Herbst. Die Sommermonate sind mitunter sehr heiß. In den Bergen ist es dann allerdings deutlich angenehmer als an der Küste.

WOHNEN Wer im Herbst oder Winter ins Cilento reist, sollte darauf achten, dass Ferienhäuser bzw. -wohnungen beheizbar sind. Preisbeispiel: Ferienhaus Casa dello Zio Alferio in San Marco di Castellabate für 4 Personen, 300 Meter vom Strand, ab 685 Euro pro Woche. Info und Buchung im Internet unter www.cilento-ferien.de. Es gibt in der Region viele kleine Hotels, in denen Ü/F ab rund 40 Euro pro Person angeboten werden.

WEITERE INFOS Italienische Zentrale für Tourismus ENIT, Prinzregentenstr. 22, 80538 München, Tel. 089/53 13 17; Internet: www.enit-italia.de, www.cilentano.de.

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