Auf den Spuren der Vergangenheit

Versunkene Städte? Dieser deutsche See birgt ein Geheimnis

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Der Edersee wird bei großer Trockenheit zum Atlantis mitten in Deutschland.

Anhaltende Trockenheit macht diesen deutschen See zur Attraktion: Sobald der Wasserstand sinkt, kommen darin nämlich drei uralte Städte zum Vorschein.

Der Edersee in Hessen birgt ein Geheimnis: Jeden Sommer, wenn die Trockenheit groß ist und die Wasseroberfläche geringer wird, kommen versunkene Städte zum Vorschein. Zuletzt war das im Jahr 2016 der Fall - jetzt ist es wieder so weit.

Edersee-Atlantis

Das mythenumrankte Inselreich Atlantis wurde berühmt, weil es unterging. Das Atlantis im nordhessischen Edersee ist dagegen bekannt, weil es auftaucht. Aktuell können Besucher des Edersees aufgrund des niedrigen Wasserstands die Reste der alten Siedlungen Asel, Berich und Bringhausen besichtigen. "Der See ist so leer wie seit ewigen Zeiten nicht", sagt Uwe Neuschäfer vom Förderverein zum Erhalt der Dorfstelle Berich. Gut erhalten und ein wirkliches Highlight ist die Aseler Brücke.

Die Aseler Brücke im Edersee-Atlantis.

Infos rund um den Edersee findet Sie auf dem Newsportal HNA.de.

Auch Teile der mit Betondecken versehenen alten Friedhöfe und ein Modell der Talsperre werden nach Absinken des Wasserspiegels sichtbar. Das Edersee-Atlantis, wie es auch genannt wird, lockt haufenweise Touristen an, die sich die alten Städte auf den Spuren der Vergangenheit ansehen wollen.

Beeindruckende Bilder vom Edersee bei großer Trockenheit.

Normalerweise findet im Frühjahr ein spektakulärer Überlauf des Edersees statt, im Herbst herrscht Niedrigwasser. Doch nachdem es in diesem Jahr weniger geregnet hat als sonst, sind die Städte schon jetzt sichtbar.

700 000 Übernachtungen und drei bis vier Millionen Tagesgäste registriert man jährlich am Edersee. Die meisten kommen wegen des Wassers. Die Pegelstände sind ein Politikum: Der Edersee soll die Weser-Schifffahrt sichern. Doch das Ablassen des Wassers ist ein Nachtteil für den Wassersport. Touristiker und Gemeinden der Ferienregion hätten daher lieber einen vollen See.

Die Überreste sind unterschiedlich gut erhalten.

"Wenn sich die Klimasituation vor Ort mit wenig Niederschlägen so weiterentwickelt, müssen wir uns Gedanken machen, wie wir mit dem Thema umgehen", sagt Claus Günther, Geschäftsführer der örtlichen Touristic GmbH.

Die Ruinen, die bisher in den Sommermonaten eine Attraktion waren, könnten künftig auch im Winter eine größere Rolle spielen. Durch den Wassermangel gab es Anfang des Jahres einen selten Anblick: Schnee auf den Ederseeruinen.

Wenn im Sommer die Pegel sinken, tauchen die Ruinen der alten Dörfer Berich, Asel und Bringhausen auf.

Wie versanken die Städte?

Im Jahr 1914 verschwanden die Dörfer nach einer Überschwemmung unter der Wasseroberfläche. Dies war die Folge der Talsperre, die zwischen 1908 bis 1914 gebaut wurde. Durch die Flutung des Edertals verloren 700 Menschen in den drei kleinen Orten ihr Zuhause.

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sca / dpa

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