Landratsamt äußert sich nach Fall im Chiemgau

15 Tote in Aschauer Pflegeheim: Darum wird es nicht evakuiert

Mehrere Tote in Pflegeheim Priental in Aschau im Chiemgau
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Mehrere Bewohner und Mitarbeiter des Pflegeheims Priental in Aschau im Chiemgau haben sich mit dem Coronavirus infiziert. 15 der Heimbewohner verstarben daran. Da der Betrieb allerdings aufrecht erhalten werden kann, sieht das Landratsamt das Wohl der Bewohner eher gewährleistet, wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.

Aschau im Chiemgau - Mehrere Todesfälle durch das Coronavirus im Aschauer Pflegeheim Priental sorgen für Erschütterung. Das Landratsamt sieht allerdings das Wohl der Bewohner eher gewahrt, wenn sie vor Ort bleiben.

"Nach aktuellem Stand sehen wir als Aufsichtsbehörde weiterhin das Wohl der Bewohner mehr gewahrt, wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können", teilt die Pressestelle des Landratsamts Rosenheim auf Nachfrage von rosenheim24.de mit. Eine Schließung und Evakuierung wie Anfang April im Fall des Pflegeheims St. Lukas in Bad Feilnbach sei, nach aktuellem Stand, nicht nötig.

Nach Medienberichten hatte die Heimleitung bereits am Montag bestätigt, dass seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben seien. Außerdem mussten fünf schwer erkrankte Bewohner in ein Krankenhaus verlegt werden. Auch zahlreiche Pflegekräfte haben sich darüber hinaus mit dem Coronavirus infiziert. 

Das Heim könne derzeit nur in einer Art "Not-Betrieb" am Laufen gehalten werden kann. Insgesamt bietet es Platz für bis zu 70 pflegebedürftige Personen. Derzeit werden noch etwa 40 Bewohner betreut.

Lage anders als in Bad Feilnbach

Nützliche Links zu Corona:

Die Evakuierung des Pflegeheims in Bad Feilnbach Anfang des Monats war notwendig geworden, weil in diesem Fall die Versorgung der Bewohner in der gewohnten Form nicht mehr gewährleistet gewesen war. Dort hatten sich die Leitung der Einrichtung, mehrere Mitarbeiter und ein Großteil der Bewohner infiziert. Bei einem Großeinsatz wurden 41 Personen verlegt, 31 davon waren nachweislich infiziert. Viele Bewohner wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. 

"In Aschau stellt sich die Lage aber anders da. Dort ist aktuell die Versorgung der Bewohner weiter gewährleistet, auch wenn das Personal am Limit arbeitet." Die Heimaufsicht des Landratsamts sowie die Führungsgruppe Katastrophenschutz hätten die Lage im Blick und stünden dem Heim zur Seite. "Mitarbeiter des Landratsamtes haben sich auch schon vor Ort ein Bild der Lage gemacht." Im Fall weiterer Personalausfälle gäbe es auch Möglichkeiten, zusätzliches Personal zu organisieren. Dies sei in drei Fällen bei Pflegeheimen im Landkreis bereits erfolgreich geschehen. 

15 Todesfälle in Aschauer Pflegeheim Priental

Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger
Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger
Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger
Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger
Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger
Schlimme Nachrichten gibt es nun aus Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim). In einem Pflegeheim sind seit Ende März 15 Bewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben. © FDL/Lamminger

Zahlreiche Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim 

In der Gemeinde Aschau im Chiemgau, die 5731 Einwohner hat, gibt es nach Stand vom Freitag, den 17. April 99 Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus. Das ist verhältnismäßig viel. Die etwa gleich großen Gemeinden Rohrdorf (5826 Einwohner) und Riedering (5599 Einwohner) haben "nur" 35 beziehungsweise 71 Fälle zu verzeichnen.

Insgesamt sind 2212 Fälle von Coronavirus in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten. Mittlerweile wurde bei mindestens 584 Personen eine Genesung dokumentiert. 104 Personen sind bis Montag an der Erkrankung gestorben.Von den Verstorbenen war mehr als die Hälfte über 82 Jahre alt. 317 COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 51 Patienten auf einer Intensivstation. Die Zahl an belegten Intensivbetten in Stadt und Landkreis Rosenheim wurde bereits aufgestockt.

Auch weitere Ausbrüche des Virus in Heimen der Region

Bad Feilnbach und Aschau im Chiemgau sind nicht die ersten dramatischen Fälle von Ausbrüchen des Coronavirus in Pflegeheimen der Region. Am Freitag mussten in Piding im Berchtesgadener Land rund 70 Bewohner eines Seniorenheims nach einem Erkrankungsfall dort auf das Virus getestet werden. Insgesamt vier Verdachtsfälle mussten mit Krankentransportwagen des Rettungsdienstes in die Kreisklinik nach Bad Reichenhall und in den Medical Park Loipl verlegt werden. Drei Bewohner verstarben. 

Bereits Anfang April meldete außerdem das Landratsamt Traunstein, dass in einem Pflegezentrum in Trostberg fünf Bewohner mit dem Coronavirus infiziert sind. Zwei davon mussten mit schweren Symptomen in eine Klinik. Ein 83-Jähriger verstarb dann dort.

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