MdB Daniela Ludwig in der Klinik Sonnenbichl in Aschau

Bürokratische und finanzielle Hürden für Mutter-Kind-Kuren

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Von links: Die Stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende Ingeborg Ramming, MdB Daniela Ludwig, Geschäftsführerin Angela Finkenberger und Kurberaterin Monika Maier.

Aschau im Chiemgau - Die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig besuchte die Klinik Sonnenbichl und sprach mit der Leiterin über die bürokratischen Hürden, mit denen die Klinik zu kämpfen hat.

Rund zwei Millionen Mütter brauchen nach Schätzungen des Müttergenesungswerkes eine Kur. Die gute Nachricht: Gesetzlich haben sie bei einer ärztlichen Indikation einen Rechtsanspruch darauf. Die schlechte Nachricht: Es gibt Engpässe bei der Aufnahme und die Kliniken sind durch bürokratische und finanzielle Stolpersteinen gefordert

Das ist das Fazit eines Gesprächs der Rosenheimer Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig in der Klinik Sonnenbichl in Aschau. Seit 29 Jahren bietet die Klinik Mutter-Kind-Kuren mit einem frauenspezifischen und individuellen Therapieprogramm an. „Trotz einer 100prozentigen Auslastung sind wir auf Zuschüsse angewiesen. Gesetzliche Vorschriften, z.B. zur externen Qualitätssicherung sind für uns so nicht zielführend, sagte die Geschäftsführerin Angela Finkenberger. Sie gab Daniela Ludwig eine Liste von Wünschen an die Politik mit nach Berlin. 

Die heimische Wahlkreisabgeordnete sieht durchaus Handlungsbedarf. „Die hohe Nachfrage nach diesen Kuren zeigt, dass es einen großen Bedarf gibt. Hier müssen wir für unbürokratische Lösungen sorgen. Der Gesetzgeber hat nicht umsonst dafür gesorgt, dass die Mutter-Vater-Kind-Kuren zur Pflichtleistung der Kassen werden.“

"Der Druck der Krankenkassen ist enorm"

Träger der Klinik ist das FrauenWerk Stein e.V., es ist Mitglied im Deutschen Müttergenesungswerk. 37 Mütter mit insgesamt 55 Kindern machen in Aschau derzeit eine dreiwöchige Kur. Der Tagessatz von durchschnittlich 82 Euro pro Person/Tag deckt alles ab: Ärztliche Leistungen, Physiotherapie, psychosoziale Therapien, sowohl für Erwachsene als auch für behandlungsbedürftige Kinder, Kinderbetreuung und die Vollverpflegung. 

„Der Druck der Krankenkassen ist enorm“, sagt Angela Finkenberger. „Eigentlich hat eine Mutter, die eine Kur bekommt, das Recht, sich eine Klinik auszusuchen. Doch viele Krankenkassen verweisen in kostengünstigere Kliniken. Diese Auseinandersetzungen mit den Kassen beschäftigen uns sehr.“ Das kann Daniela Ludwig nachvollziehen. “Das Wahlrecht für die Frauen darf nicht den wirtschaftlichen Überlegungen der Kassen untergeordnet sein. Es muss an erster Stelle stehen.“

Eigene Qualitätskriterien gefordert

Eine große zusätzliche Belastung sind die Vorschriften zur externen Qualitätssicherung. In den gesetzlichen Regelungen werden Mutter-Kind-Kliniken mit großen Rehakliniken gleichgestellt. „Das ist nicht zielführend. Wir haben kein EKG, wir haben keine Diagnoseeinrichtungen, und beispielsweise auch ganz bewusst keinen Fernseher im Patientenzimmer“, so Angela Finkenberger. „Unser Leistungsangebot richtet sich an Mütter in familiären Belastungssituationen - und unterscheidet sich völlig von den Reha-Zentren. Deshalb brauchen wir auch eigene gesetzliche Qualitätskriterien.“ 

Diese Regelungen müssen auf den Prüfstand, meint Daniela Ludwig. „Hier vergleicht man Äpfel mit Birnen. Es ist klar, dass große orthopädische Rehakliniken andere Kriterien für die Qualitätssicherung haben müssen als kleinere Einrichtungen für Mutter-Kind-Kuren.“

Insgesamt treibt die Verantwortlichen der Klinik Sonnenbichl eine Sorge um: Dass Mutter-Kind-Kuren als relativ kleine Sparte im Gesundheitswesen im politischen Alltag untergehen. Daniela Ludwig will der Klinik diese Sorge nehmen. „Ich werde die Wünsche der Klinik Sonnenbichl in Berlin mit den Gesundheitspolitikern in meiner Fraktion besprechen.“

Pressemeldung Bundestagsbüro Daniela Ludwig, MdB

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