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Nicht die erste Tragödie in Aschau im Chiemgau

Hanna (23) verliert nach Partynacht ihr Leben: Erinnerungen an 2019 kommen hoch

Polizeibeamte kehren nach der Suche zu ihrem Bus unterhalb des Schlosses Aschau zurück. Eine junge Frau ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Die 23-Jährige aus Aschau im Chiemgau hatte am Sonntagabend einen örtlichen Musikclub besucht und ist danach gewaltsam ums Leben gekommen.
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Polizeibeamte kehren nach der Suche zu ihrem Bus unterhalb des Schlosses Aschau zurück. Eine junge Frau ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Die 23-Jährige aus Aschau im Chiemgau hatte am Sonntagabend einen örtlichen Musikclub besucht und ist danach gewaltsam ums Leben gekommen.

Der Schock in der Bevölkerung nach dem tragischen Tod einer 23-Jährigen in der Nacht von Sonntag auf Montag in Aschau im Chiemgau sitzt tief, die Anteilnahme ist bereits riesig. Noch sind aber auch viele Fragen offen. Warum musste Hanna W. sterben? Dabei ist dieser schreckliche Fall nicht der erste.

Aschau im Chiemgau - „Da zieht es einem regelrecht den Boden unter den Füßen weg. Was bleibt, ist eine Mischung zwischen Trauer, Wut und Fassungslosigkeit“, sagte Aschaus Bürgermeister Simon Frank am Dienstagnachmittag gegenüber den OVB-Heimatzeitungen.

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Hanna W. (23) aus Aschau im Chiemgau nach einem Club-Besuch gewaltsam ums Leben kam. Seitdem werden viele Spekulationen angeheizt. Wurde die junge Frau eiskalt ermordet und anschließend in die Prien geworfen?

Fundort etwa 10 Kilometer vom mutmaßlichen Tatort entfernt

Bereits am Montag (3. Oktober) wurde die Leiche von Hanna aus dem kleinen Fluss geborgen. Gefunden wurde der leblose Körper zufällig von einem Passanten in Kaltenbach bei Prien am Chiemsee. Also etwa 10 Kilometer vom mutmaßlichen Tatort entfernt. Beim Fundort handelt es sich um eine abgelegene Stelle, die nächsten Häuser sind einige Hundert Meter entfernt. In diesem Bereich führt die Prien eigentlich relativ wenig Wasser.

Der mutmaßliche Tatort liegt etwa 10 Kilometer vom Fundort der Leiche entfernt.

Am Wochenende hatte die Region in Bayern heftige und langanhaltende Regenfälle heimgesucht. Viele Bäche und kleine Flüsse hatten sich kurzzeitig in reißende Gewässer verwandelt.

Polizei bestätigt Gewaltverbrechen

Die Rechtsmediziner stellten bei ihren Untersuchungen eindeutige Spuren fest, die auf eine äußere Gewalteinwirkung schließen lassen und somit ein Tötungsdelikt nahelegen. Ob auch ein Sexualdelikt vorliege, müsse noch ermittelt werden. „Wir schließen das nicht aus“, wird ein Polizeisprecher von der dpa zitiert. Weitere Details wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen ebenfalls noch nicht nennen.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Derweil gehen die Ermittlungen auf Hochtouren weiter. Den ganzen Dienstag lang suchten zahlreiche Beamte die umliegenden Bäche nach Hinweisen und Spuren ab. Bei der Kripo Rosenheim wurde die Sonderkommission „Club“ eingerichtet. Rund 40 Ermittlerinnen und Ermittler führen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft die Untersuchungen zur Klärung des Gewaltverbrechens, sind aber weiterhin auf Hinweise und Zeugenaussagen angewiesen.

Fest steht bislang, dass Hanna am Sonntagabend (2. Oktober) den bekannten und beliebten Musikclub „Eiskeller“ in ihrem Wohnort in Aschau im Chiemgau besucht und den Club in den frühen Morgenstunden des Montag (3. Oktober) gegen 2.30 Uhr verlassen hatte. Was danach geschah - unklar.

Erinnerung an 2019 kommen hoch

Dieser schreckliche Fall wird die Menschen noch lange beschäftigen. Ähnlich wie der tragische Tod einer anderen 23-Jährigen aus dem Jahr 2019, ebenfalls in Aschau im Chiemgau. Viel zu früh wurde damals die 23-jährige Vroni aus dem Leben gerissen. Nach einer Partynacht in derselben Disco war sie in der Nacht von 5. Januar auf 6. Januar 2019 auf dem Heimweg von einem Auto erfasst worden. Sie verstarb am Tag darauf im Krankenhaus. Der Tod der jungen Frau aus Albaching wirft bis heute Fragen auf.

Zwei Orte (in Aschau im Chiemgau und in Prien am Chiemsee), die bei vielen tiefe Trauer hervorrufen. Links: Kreuze, Steine und Kerzen erinnern an Veronika und ihren tragischen Unfalltod. Rechts: Die Stelle, an der Hanna aus der Prien geborgen wurde.

Gut ein Jahr nach dem Unfalltod war das Verfahren gegen die drei Beschuldigten – ein VW-Golf-Fahrer (27) und seine zwei Mitfahrer (22 und 23) – eingestellt worden. Staatsanwaltschaft, Kripo, Rechtsmediziner, Gutachter und Sachverständige hatten sich monatelang intensiv mit der Tragödie von Aschau befasst. Doch: „Ein strafrechtliches relevantes Verhalten lässt sich den Beschuldigten nicht nachweisen“, hatte Oberstaatsanwalt Gunther Scharbert damals erklärt. Damit kam der Fall zu den Akten.

Einstellung des Strafverfahrens

Die Einstellung des Strafverfahrens stützte sich auf vier wesentliche Erkenntnisse, zu denen Rosenheimer Kripo-Fahnder, Münchner Rechtsmediziner und mehrere Sachverständige in ihren unfallanalytisch-biomechanischen Gutachten gekommen waren:

  • Der Tod der jungen Frau ist nicht zweifelsfrei auf die Kollision mit dem Auto zurückzuführen – auch wenn die Gutachten belegen, dass die 23-Jährige von dem VW-Golf erfasst wurde.
  • Als der Wagen das Unfallopfer erfasste, lag es – vermutlich nach einem selbstverschuldeten Sturz – bereits auf der Straße. Jedenfalls schließen die Gutachter einen Zusammenstoß mit einer aufrecht gehenden oder stehenden Person aus.
  • Damit kann man auch nicht mehr zweifelsfrei davon ausgehen, dass der Unfall „vorhersehbar oder vermeidbar“ war, so Scharbert. Zumal es in der Unfallnacht stark schneite. Möglicherweise hat der Fahrer die am Boden liegende Frau also wirklich nicht gesehen.
  • Und wenn dies so sein sollte, kann man dem 23-Jährigen und seinen Mitfahrern auch keine Fahrerflucht oder unterlassene Hilfeleistung anlasten. Die Kollision muss zwar zu einem hörbaren Geräusch und zu einer spürbaren Erschütterung geführt haben. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass die drei Insassen dachten, es könne sich um einen Eisklumpen oder Schneebrocken gehandelt haben.

Beide Fälle sind von Fassungslosigkeit und Leid geprägt. Zwei lebensfrohe, junge Frauen wurden plötzlich und viel zu früh aus dem Leben gerissen und hinterließen bzw. hinterlassen bei ihren Familien, Freunden und Mitmenschen Schmerz und Trauer.

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mz

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