Verärgerung auch in Aschau, Samerberg und Bad Feilnbach

Nach "chaotischen Zuständen" rund um Bayerns Berge - Polizei will "konsequent  handeln"

Landkreise - Am vergangenen Wochenende herrschte in Naherholungsgebieten, beliebten Ausflugshotspots und auf den Bergen reines Chaos. In diesem Zusammenhang veröffentlichte nun der DAV nützliche Tipps und wichitge Infos und auch die Polizei meldete sich zu Wort. 

Update, 14.44 Uhr - Verkehrschaos verhindern - Sicherheit aufrechterhalten 

Nach der teilweise Aufhebung der Ausgangsbeschränkung anlässlich der Corona-Pandemie und den ersten Sonnenstrahlen nach tagelangem Regenwetter zog es vergangenes Wochenende (16./17. Mai) viele Ausflügler und Freizeitsportler in die oberbayerischen Berge und an die Seen. 


Dies machte sich insbesondere auf den An- und Abfahrtswegen sowie den Parkplätzen bemerkbar. Vielerorts waren die öffentlichen Ausflugsparkplätze schon am frühen Vormittag belegt, so dass zahlreiche Fahrzeuge am Fahrbahnrand, in Wäldern oder auf Wiesen abgestellt wurden. Regional sorgte dies für teils chaotische Verkehrsverhältnisse.

Dies führte in der Folge nämlich auch zu langen Staus, da auf schmalen Zufahrtsstraßen durch geparkte Fahrzeuge und Gegenverkehr erhebliche Behinderungen entstanden. Im Bereich Walchen- bzw. Kochelsee wurde beispielsweise festgestellt, dass für breitere Einsatzfahrzeuge, insbesondere des Rettungsdienstes und der Feuerwehr, kein Durchkommen möglich gewesen wäre. 


Aus diesem Grund weist die Polizei darauf hin, dass am Feiertag, Donnerstag 21. Mai, sowie in den kommenden Tagen dieEinhaltung der Parkordnung und das Freihalten der Rettungswege in den Ausflugsregionen kontrolliert werden. 

Die örtlichen Polizeiinspektionen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd werden hierbei von der Kontrollgruppe Motorrad sowie Einheiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt. 

Festgestellte Verstöße werden konsequent geahndet. Dies kann von einem Bußgeld bis hin zur Abschleppung des Fahrzeugs oder einer Ordnungswidrigkeitenanzeige führen.

Wir bitten Sie im Interesse aller: 

  • Parken Sie nur auf ausgewiesenen Parkplätzen und -flächen!
  • Denken Sie an die Umwelt! Insbesondere Wiesen und Wälder, die nicht explizit als Parkplatz ausgewiesen wurden, sind nicht zum Abstellen eines Fahrzeugs geeignet! 
  • Halten Sie Rettungswege frei und achten Sie beim Parken am Fahrbahnrand auf eine ausreichende Fahrbahnbreite für größere Einsatz- und Rettungsfahrzeuge!  
  • Weichen Sie auf andere Parkplätze aus, auch wenn sich hierdurch Ihr

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Update, 13.16 Uhr: DAV gibt Tipps und Infos zum Wochenende

Verlängertes Wochenende, schönes Wetter und gelockerte Beschränkungen: In den kommenden Tagen werden aller Voraussicht nach erneut sehr viele Menschen in die Berge aufbrechen. Staus, volle Wanderwege und großer Andrang an den inzwischen geöffneten Hütten sind vorprogrammiert. Der Deutsche Alpenverein gibt aktuelle Infos und Tipps zum Bergsport in Coronazeiten:

Keine Frage: Bergsport ist gesund und macht Spaß. Es ist deshalb eine gute Nachricht, wenn sich viele Menschen angesichts des guten Wetters und der sich entspannenden Infektionslage in die Berge aufmachen.

Verschwunden ist das Corona-Virus allerdings nicht, gerade jetzt kommt es auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den zurückgewonnen Freiheiten an. Für Bergsport in den Bayerischen Alpen gilt das ganz besonders, denn die Grenzen zu Österreich sind bis zum 15. Juni nicht geöffnet, der Andrang dürfte deshalb noch größer sein als normalerweise zu dieser Jahreszeit. 

Verschärfend kommt hinzu, dass die beliebten Hüttenziele wegen umfangreicher Auflagen nur begrenzt Gäste bewirten können.

Beliebteste Wanderziele meiden

Insofern lohnen sich eine gut durchdachte Tourenauswahl und eine sorgfältige Tourenplanung. Die Bayerischen Alpen sind zudem nicht die einzigen lohnenden Bergsportziele in Deutschland. Zu diesen zählen auch die deutschen Mittelgebirge. 

Erfahrene Bergsportlerinnen und Bergsportler werden sicherlich gut beraten sein, die beliebtesten Wanderziele zu vermeiden. 

Unabhängig von der Erfahrung: Es ist sehr wichtig, einige Grundregeln für das Wandern unter Corona-Bedingungen zu beachten: 

  • Risikobereitschaft zurücknehmen 
  • Bergsport nur in erlaubten Kleingruppen 
  • Abstand halten 
  • Gewohnte Rituale wie Umarmungen am Gipfel unterlassen 
  • Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel mitnehmen 

Außerdem wichtig: Einige Wanderwegabschnitte sind möglicherweise noch nicht im gewohnten Zustand, weil die Winterschäden noch nicht behoben sind.

Welche Regeln gelten bei der Hütteneinkehr in Bayern?

Seit Montag, 18. Mai, dürfen die Hütten in den bayerischen Alpen ihre Außenbereiche bewirtschaften.  

Darum bietet jede Hütte für die Gäste Lösungen an, um den Corona-bedingten Abstands- und Hygienevorschriften gerecht zu werden. 

Diese Punkte sind jetzt besonders wichtig:

  • Maskenpflicht: Im gesamten gastronomischen Bereich einer Hütte drinnen und draußen müssen die Gäste Mund- und Nasenschutz tragen. Nur am Tisch entfällt diese Pflicht. 
  • Abstandspflicht: Bitte 1,5 Meter Abstand halten zu allen Personen, die nicht dem eigenen oder einem weiteren Haushalt angehören. 
  • Tischbesetzung: An einem Tisch dürfen Personen aus maximal zwei Hausständen sitzen.

Erstmeldung:

Das traumhafte Wetter am Wochenende lockte zahlreiche Einheimische aber auch viele Bürger aus München und dem Münchner Umland in unserere Region. 

Gegen 10 Uhr waren bereits die ersten Wanderparkplätze überfüllt und mussten teilweise geschlossen werden. So auch in Bad Feilnbach und auf dem Samerberg. Allein in diesem Gebiet musste die Polizei Branneburg über 60 Fahrzeuge wegen Falschparkens beanstanden und gebührenpflichtig verwarnen. 

Die Beamten sprachen von "teilweise chaotischen Zuständen". Bürger stellten ihr Fahrzeug einfach irgendwo am Straßenrand ab oder missbrauchten Wiesen als Parkplatz.

"Das war Chaos", klagt auch Samerbergs Bürgermeister Georg Huber gegenüber abenzeitung-muenchen.de. 

Beliebtes Ausflugsziel Kampenwand

In Aschau bot sich der Polizei ein ähnliches Bild. Die Gemeinde hatte sich zu Beginn der Corona-Epidemie noch dazu entschlossen, die öffentlichen Parkplätze für Wanderer zu sperren. Mittlerweile sind diese jedoch wieder geöffnet und werden überrannt

Viele Besucher parkten völlig rücksichtslos an bzw. auf der engen Zufahrtsstraße zum Parkplatz Aschau/Hintergschwendt. Aufgrund des nicht abreißenden Zustroms von Fahrzeugen, musste der Verkehr durch die Polizei geregelt und die Zufahrt zum Parkplatz sogar komplett gesperrt werden.

90 Motorräder in 12 Minuten

Auch außerhalb unserer Region sorgten Erholungssuchende und vor allem auch Motorradfahrer für Aufsehen. Eine Streife der Tölzer Polizei habe auf der B13 von Lenggries nach Tölz in zwölf Minuten knapp 90 Motorräder in einer Richtung gezählt.

Die Beschreibungen der Verkehrssituation reichen hier von „irre“ über „Katastrophe“ bis „Hölle“,  berichtet unser Partnerportal merkur.de.

Wirt sagt Ärger um Sitzplätze voraus

Thomas Gigl, Wirt des Berggasthofes Neureuth über dem Tegernsee, hat Angst vor dem Ansturm am Vatertag, wie er der AZ verrät. Obwohl auch er, wie alle Gastronomen, am Sonntag noch geschlossen hatte, "saßen in den Wiesen rund ums Haus rund 500 Leute".

Hans Schandl, Bürger der kleinen Gemeinde Jachenau, hat sich ebenso über das Ausfluschaos geärgert. Er hält sogar "Eintrittskarten" in die Naherholungsgebiete für sinnvoll.

Kocheler Bürgermeister fordert mehr Verstärkung

Und auch der Kocheler Bürgermeister Thomas Holz ist über den Ansturm von Ausflüglern vornehmlich aus dem Münchner Großraum alarmiert. „Den Berg rauf und Berg runter“ herrschte Dauerstau.

Holz hat zu Wochenbeginn das bayerische Innenministerium in einem Schreiben zu mehr Personal für die Polizeistation Kochel oder zu Verstärkung durch die Bereitschaftspolizei aufgefordert. „Mit einer Streife allein ist das nicht abzudecken“, sagt er. 

Unzählige Menschen seien am Wochenende an den Walchensee gepilgert und haben dort auf verbotenen Flächen geparkt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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