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Gewaltverbrechen in Aschau im Chiemgau

„Auffälliger Typ“ oder schreckliches Unglück? Polizei reagiert auf Spekulationen im Fall Hanna (†23)

Der Fall um die getötete Hanna wird deutschlandweit diskutiert und wirft viele Fragen auf.
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Der Fall um die getötete Hanna wird deutschlandweit diskutiert und wirft viele Fragen auf.

Unglücksfall statt Mord oder ein „auffälliger Typ“ als Verdächtiger: In den sozialen Medien und auch in Aschau selbst gibt es nach dem Tod von Hanna (23) viele Spekulationen. Doch was sagt die Polizei zu diesen Aussagen und Theorien?

Aschau im Chiemgau - Es ist Tag fünf nach dem tragischen Tod von Hanna. Noch immer ermittelt eine mittlerweile 60-köpfige Einsatzgruppe im mutmaßlichen Tötungsdelikt von Aschau. Insgesamt geht die Soko „Club“ rund 70 Hinweisen nach, die alle geprüft werden müssen. Etwa 30 Zeugen überließen der Kripo ihre Dateien. Außerdem wurden Experten der sogenannten Operativen Fallanalyse, besser bekannt als Profiler, von der Kripo eingebunden.

Vermutungen und Spekulationen

Während die Polizei weiter nach Spuren und Hinweisen - am Donnerstag auch mit Tauchern in der Prien - sucht, wird der Fall deutschlandweit diskutiert. Vor allem in den sozialen Medien verbreiten sich Vermutungen und Spekulationen in Windeseile. Dabei muss aber herausgestellt werden, dass die meisten nur helfen wollen und sich viele Gedanken machen.

Seit Mittwochabend (6. Oktober) ist zum Beispiel auch eine Privatinitiative in den sozialen Netzwerken aktiv und spricht Partygäste, die Sonntag (2. Oktober) im Club „Eiskeller“ gefeiert haben, über einen auffällig gestalteten Story-Post an, sich bei der Polizei zu melden. Was die Initiatoren hervorheben: Jede Kleinigkeit könnte von Bedeutung sein. Explizit heißt es: „Es kann ein Typ sein, der sehr auffällig rumstand und blöd geschaut hat... bitte der Polizei direkt melden und den Typen beschreiben.“ Und: „Auch wenn du blöd angemacht wurdest, direkt melden und die Person beschreiben!“

Hinweis auf einen möglichen Verdächtigen?

Diese Fotocollage wird seit Mittwochabend in den sozialen Medien geteilt.

Man könnte diese gezielte Formulierung als einen Hinweis auf einen möglichen Verdächtigen verstehen. Doch dies verneint Polizeisprecher Stefan-Sonntag auf OVB-Anfrage. Bei derart emotionalen Fällen sei es üblich, dass versucht werde, der Polizei zu helfen. „Was wir auch unterstützen, wir wollen Hinweise erhalten“, betont Sonntag. Der Verweis auf einen „Typen“ bezieht sich seiner Ansicht nach auf Auffälligkeiten, die gemeldet werden sollten.

„Kein Grund, es zu verheimlichen“

Die gezielte Frage, ob die Polizei in diesem Zusammenhang bereits einen Verdächtigen im Blick habe, wollte der Sprecher nicht kommentieren. Nur so viel: „Wenn wir einen Verdächtigen hätten oder bereits jemanden festgenommen hätten, wäre das kein Grund, es zu verheimlichen.“ Zum Stand der Ermittlungen erklärt der Polizeisprecher: „Wir stehen mit den Ermittlungen nicht mehr ganz am Anfang, aber es gibt auch noch keinen konkreten Hinweis auf einen Täter.“

Priorisierte Ermittlungsrichtung

Auch an einer möglichen, nicht zu erwartenden Wende im Fall um die getötete Medizin-Studentin sei laut Sonntag nichts dran. „Es gibt keine Wende in dem Fall“, stellt Sonntag klar. Zuvor machten Gerüchte die Runde, in denen ein vermeintlicher Unfall in den Vordergrund gestellt wurde.

„Natürlich haben wir auch ein Unglücksgeschehen ständig auf dem Schirm, aber aufgrund der aktuellen Erkenntnisse und Ergebnisse unserer Experten, der Rechtsmediziner, steht ganz klar eine Gewalteinwirkung durch Dritte im Mittelpunkt der Untersuchungen.“

Der Polizeisprecher ergänzt: „Spekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht. Nur so viel: Wir ermitteln in einem Gewaltverbrechen, das steht im Mittelpunkt der Ermittlungen.“

mz

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