Stellungnahmen zum erfolgreichen Ratsbegehrens in Bad Endorf

Künftige Grundschüler die "wahren Verlierer" des Bürgerentscheids?

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Die Endorfer Bürger haben sich für einen künftigen Standort für Grundschule und Hort an der Mittelschule ausgesprochen. Bürgermeisterin Doris Laban und Bürgerinitiative-Sprecher Robert Staber nehmen Stellung zu dem Ergebnis der Bürgerentscheide am 21. Juli 2019. 
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Bad Endorf - Die Bürger haben entschieden: Die Grundschule samt Hort wird am Ortsrand von Bad Endorf entstehen. Während die einen feiern, bedauern vor allem die Mitglieder der Bürgerinitiative das Ergebnis der Bürgerentscheide vom 21. Juli 2019.  

2976 Bad Endorfer stimmten bei den Bürgerentscheiden ab. Die Mehrheit sprach sich für den Bau der Grundschule samt Hort am Ortsrand an der bereits bestehenden Mittelschule in der Hans-Kögel-Straße aus. 

Damit hat das Ratsbegehren der Gemeinde mit 68,4 Prozent an Ja-Stimmen das notwendige Quorum erreicht. 

Am Montag, 22. Juli, kommt um 14 Uhr im Bad Endorfer Rathaus der Abstimmungsausschuss zusammen. Abstimmungsleiter, je ein Vertreter der stärksten Fraktionen im Gemeinderat sowie ein Vertreter der Bürgerinitiative prüfen die Niederschriften zum Ergebnis und nehmen das endgültige Ergebnis formal zur Kenntnis

Bürgermeisterin Doris Laban im Gespräch mit Bürgerinitiative-Sprecher Robert Staber.

Freude im Rathaus - Enttäuschung bei Initiative 

Noch am Sonntagabend knallten im Endorfer Rathaus die Sektkorken. Bürgermeisterin Doris Laban strahlte über das ganze Gesicht, als das Ergebnis ab 20 Uhr feststand. "Ich bin wirklich sehr erleichtert und froh, dass sich das Ratsbegehren durchgesetzt hat", betonte Laban, die die Stunden zuvor mit Nervosität bezüglich des Ausgangs der Entscheide zu kämpfen hatte. 

Nachdem feststeht, dass sich die Bürger für den Standort am Ortsrand ausgesprochen haben, gelte es, die Planungen, für die es Laban zufolge bereits Fördermittel in Höhe von über 11 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden seien, zu verfeinern und zu optimieren: "Ich freue mich darauf, dass die Bürger uns ihr Vertrauen geschenkt haben und wir die Pläne für die neue vollständige Schullandschaft am Ortsrand nun so umsetzen zu können. Wir können damit für die Kinder eine gute Schule nach den Grundsätzen, die eine moderne Schule wirklich braucht, entwickeln. Kurzum: Aus meiner Sicht ist dieses Ergebnis das Beste für unsere Kinder." 

Der Eingang der bestehenden Grundschule in Bad Endorfs Ortsmitte: Das Gebäude hinter dem Rathaus gehört künftig der Vergangenheit an.

Resignation machte sich derweil bei den Unterstützern des Schulstandorts in der Ortsmitte breit. Schon während der Auszählung sprach Robert Staber von der Bürgerinitiative "Grundschule und Hort in der Bad Endorfer Ortsmitte" bereits von einem "schlechten Gefühl" in Bezug auf das Ergebnis. Sein Gefühl sollte ihn nicht trügen - das Bürgerbegehren scheiterte. 

"Wir bedauern dieses Ergebnis, sind aber dennoch zufrieden. Schließlich haben wir es durch unser Bürgerbegehren geschafft, dass diese weitreichende Entscheidung von den Endorfern basisdemokratisch getroffen werden konnte", erklärte Staber am Abend der Bürgerentscheide. 

Er ließ sich auch zu einer Erklärung hinreißen, warum möglicherweise das Ratsbegehren erfolgreicher ausfiel: "Unserem Eindruck nach war es leider großteils es eine Abstimmung der Generationen: Während die jungen Bürger, Eltern und Familien meist für die Ortsmitte stimmten, waren die älteren und kinderlosen Bürger überwiegend für den Standort am Ortsrand bei der Mittelschule. Wir bedauern dieses nicht kinderfreundliche Ergebnis für Bad Endorf sehr. Doch wir selber sehen uns nicht als Verlierer - die wahren Verlierer des Entscheids sind nämlich leider die künftigen Endorfer Grundschüler."

mb

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