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Planung muss überarbeitet werden

Wie kann Bad Endorf in der Katharinenheimstraße nachverdichten?

Die Pläne für die Katharinenheimstraße.
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Die Pläne für die Katharinenheimstraße.

Die Euphorie nach der Bürgerwerkstatt in der vergangenen Woche, dass sich in der Ortsmitte einiges bautechnisch bewegt, hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Dämpfer bekommen. Der Gemeinderat konnte sich nicht auf eine Fortschreibung des Bebauungsplans in der Katharinenheimstraße einigen.

Bad Endorf – In der Katharinenheimstraße sollen zwei Wohnhäuser mit barrierefreien Wohnungen entstehen. Nach einer ersten Auslegung des Bebauungsplans zu beginn des Jahres, sollten die Einwände der Träger öffentlicher Belange sowie die Belange von Privatpersonen eingearbeitet und die Bauplanung entsprechend angepasst werden. Ziel war eine erneute Auslegung des Bebauungsplans. Durch eine gescheiterte Beschlussfassung muss nun die Planung erneut überarbeitet werden.

Einwände gegen Baupläne

Dass der Tagesordnungspunkt kein Leichter sein wird, wurde mit den einleitenden Worten des Bürgermeister Alois Loferer deutlich. „Wir haben ein paar Einwände bekommen, dass wir hier etwas über die Köpfe hinweg entschieden haben. Aber wir halten uns an die staatlichen Vorgaben.“ Die Gemeinde habe auf dem Grundstück Baurecht und eine „Nachverdichtung“ sei erwünscht.

Nachbarn fürchten Wertminderung

Vier verschiedene Varianten, wie die beiden Gebäude gebaut werden könnten, lagen den Gemeinderäten vor. Die ersten beiden Varianten waren zusammen mit dem Bauherrn entstanden. Durch die weiteren Einwände vonseiten der Nachbarn, die Ängste wie den Verlust der Privatsphäre, Wertminderung und Gebäudehöhe hatten, und der Gemeinderäte entstand die Variante drei, erklärte Martina Schuster vom zuständigen Ingenieurbüro.

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Bei der dritten Variante wurde 2,4 Meter zwischen den geplanten Gebäuden und den Nachbarn geschaffen. Durch eine Verschmälerung des Gebäudes könnte mehr Grünfläche geschaffen werden. Insgesamt könnten bei der Variante 16 Wohneinheiten geschaffen werden. Großer Kritikpunkt sei aber, dass durch die Verschmälerung des Gebäudes nicht alle Wohneinheiten barrierefrei gestaltet werden könnten, da der Fahrstuhl nicht von der Tiefgarage zum Dach durchlaufen kann.

Vierte Variante als Kompromissvorschlag

Die vierte Variante hatte die Verwaltung ausgearbeitet und sollte als Kompromiss zwischen den wirtschaftlichen Ansprüchen des Bauherrn und der vorgebrachten Kritik gegenüber des Bauvorhabens dienen. Dabei hätten alle 18 Wohneinheiten barrierefrei entstehen können.

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Nachdem die Einwände der Träger öffentlicher Belange vorgebracht wurden, stiegen die Marktgemeinderäte in eine knapp zweistündige Diskussion ein. Wie sehr sich die Diskussion in Teilen wieder in eine Grundsatzdiskussion betreffend des Projekts verwandelte, brachte Franz Hierl (CSU) auf den Punkt. Beim Ortstermin seien sich die Marktgemeinderäte einig, dass die Variante drei in Ordnung gewesen sei. „Jetzt kommt die Variante vier und wir diskutieren wieder alles neu. Das ist ein Witz.“

Mehrer Kritikpunkte gegen den Bau

Hauptkritikpunkte der Marktgemeinderäte waren die Dachhöhe und -überstände, der Schattenwinkel und die Frage, warum die Tiefgarage bei der dritten Variante nicht so verschoben werden kann, dass alle Wohneinheiten barrierefrei sein können.

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Oder wie es Sepp Hofer (CSU) ausdrückte „Es soll nicht mein Problem sein, wie die Verantwortlichen den Aufzug planen.“

Die Tiefgarage sei ein fester Baukörper, bei dem einige Parameter feststehen und nicht verschoben werden können, erklärt Loferer. Eine Erschließung aller Wohnungen mit einem Fahrstuhl sei möglich, wenn das Dachgeschoss nicht eingerückt werde. Dementsprechend könnte die Planungen überarbeitet werden.

„Scherbensalat“

Die Variante vier wurde mit 6:12 Stimmen vom Marktgemeinderat abgelehnt. Die Variante drei mit dem Zusatz, dass das Dach neu gestaltet wird, unter Berücksichtigung, dass sich der Schattenwinkel nicht unwesentlich verschlechtert, fand mit 9:9 Stimmen ebenfalls keinen Rückhalt im Gremium.

Sichtlich frustriert schloss Loferer den Tagesordnungspunkt mit den Worten ab „Diesen Scherbensalat müssen wir jetzt mitnehmen und in der kommenden Sitzung wieder aufarbeiten.“

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