Planungen um neue Schullandschaft in Bad Endorf 

Ratsbegehren vertagt - Studie soll Standorte im Ort ausloten 

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Welcher Standort eignet sich für die Bad Endorfer Grundschule: Der jetzige in der Ortsmitte wie auf dem linken Bild hinter dem Rathaus oder angegliedert an die Mittelschule (rechts) am Ortsrand?
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Bad Endorf - Die Debatte um den neuen Grundschulstandort samt Hort geht in die nächste Runde. Entgegen der Tagesordnung entschieden sich die Räte in ihrer jüngsten Sitzung am Dienstagabend, einen neuen Weg für die Planungen einzuschlagen - mit einer Machbarkeitsstudie. 

Nachdem das Bürgerbegehren über den neuen Schulstandort in der November-Sitzung für unzulässig erklärt wurde, die Gemeinde die Endorfer aber dennoch in die Planungen einbeziehen wolle, entschied man sich, ein Ratsbegehren auf den Weg zu bringen

Ursprünglich wollten die Räte um Bürgermeisterin Doris Laban in ihrer Sitzung am 11. Dezember über das weitere Vorgehen des Ratsbegehrens, Wortlaut und Formulierung, entscheiden. Das allerdings wurde am Ende einer rund eineinhalbstündigen Diskussion zurückgestellt

Der Grund: Im Gemeindeart war man sich nicht einig, welchen Standort man nun für die Grundschule samt Hort favorisieren möchte - obwohl sich der Rat bereits in der Vergangenheit mit nur einer Gegenstimme für die Realisierung der Schullandschaft an der Hans-Kögl-Straße am Ortsrand ausgesprochen hatte. 

Ersten groben Kostenschätzungen von 32,6 Millionen Euro zufolge soll bis 2024 eine neue Schullandschaft um Mittel- und Grundschule sowie Hort entstehen. Offen allerdings se laut Melanie van Lengen, die für die Finanzen der Gemeinde zuständig ist, die Höhe der Fördermittel. Für die geplante Schullandschaft sei ein Bescheid eingegangen bei der Regierung, das Ergebnis stehe aber noch aus. 

Kontroverse Diskussion im Endorfer Rat

Nun flammte die Debatte erneut auf: Ist ein Standort an der jetzigen Grundschule mit einem Radius von 150 Metern in der Ortsmitte geeignet oder ist es besser, die Schüler an den Ortsrand - nicht mal einen Kilometer entfernt - zu schicken? Soll die Grundschule künftig an einen Hort anschließen oder eher alleine gebaut werden? Wie viel würde ein Neubau der Grundschule im Ortsinneren kosten? 

Grundschule nur mit Hort? 

Viele offene Fragen und viele unterschiedliche Meinungen im Rat. Die einen - wie der zweite Bürgermeister Wolfgang Kirner (CSU) legten eine gewisse Skepsis an den Tag: Er befürchtet, die Gemeinde könne das Projekt finanziell möglicherweise nicht stemmen. Ob ein Neubau wirklich sein müsse oder eine "Pinselsanierung" nicht genüge, warf er als Frage in den Raum. 

Das wiederum dementierte Mittelschul-Lehrer Alois Kurfer (Endorfer Freie Liste) vehement: "Von den Decken bröselt es herab, die Wände bröckeln und ich möchte gar nicht wissen, wie viel asbesthaltiges Material verbaut ist." In seinen Augen sei nur ein Neubau der Grundschule, der dann auch mit dem Hort verbunden werde, zukunftsfähig

Mitfinanzieren würde das Projekt außerdem auch der Schulverband, wie Bürgermeisterin Laban in Bezug auf Kirners Bedenken betonte und das Wort in der Sitzung Söchtenaus Bürgermeister Sebastian Forstner, der als Zuhörer anwesend war, überließ. Den Nachbargemeinden sei laut Forstner "sehr wohl bewusst", dass sie sich an der Finanzierung beteiligen müssten. "Für mich aber kommt für Bad Endorf nur ein Neubau in Frage. Es ist wichtig dass die Kinder saubere Startmöglichkeiten in ihr künftiges Leben haben." 

Grundschule und Ort waren die letzten 20 Jahre getrennt

Walter Kindermann (SPD) ist hingegen der Ansicht, die Gemeinde solle den Neubau der Grund- und Mittelschule zurückstellen: "Treiben wir das Projekt auf Biegen und Brechen weiter, verzetteln wir uns - auch was das Budget anbelangt."

Eine andere Meinung vertrat indes Dr. Maren Weigand: "Wichtig ist, das Ratsbegehren auf die Grundschule zu stützen - mit Hort wäre das ein Nice-To-Have. Andernfalls haben wir die Option, die Grundschule da zu lassen, wo sie ist. Hort und Schule waren die letzten 20 Jahre schließlich auch getrennt."

Klaus Unverdorben (Überparteiliche Wählergemeinschaft) prangerte an, die Räte würden in der Schule eine "Themaverfehlung" bekommen. "Wir diskutieren hier um des Kaisers Bart, dabei ging es ursprünglich um die Beratung, wie wir im anstehenden Ratsbegehren weiter vorgehen wollen." 

Eduard Huber (Grüne) pflichtete Unverdorben bei und traf damit auch den Tenor von Ratskollege Christoph Wunder (Aktionsbündnis für Bad Endorf): "Ich habe hier im Rahmen dieser Diskussion nichts großartig Neues gehört. Ich finde, wir sollten uns nun die Zeit für so ein großes Projekt nehmen, Alternativen zu betrachten. Ich plädiere für eine Machbarkeitsstudie." 

Machbarkeitsstudie vor Beschluss

Diese Machbarkeitsstudie, ob ein Neubau der Grundschule samt Hort auch innerorts möglich sei, die im Laufe der Diskussion immer wieder zur Sprache kam, soll nun vom der Planungsgruppe Straßer erstellt werden. Das Büro aus Traunstein beschäftigt sich auch schon mit den aktuellen Planungen der Schullandschaft am Ortsrand von Bad Endorf. 

Trotz der verschiedenen Ansichten bedankte sich Bürgermeisterin Laban für die Diskussion der Räte und betonte, man werde die zurückgestellte Formulierung für das Ratsbegehren nach der Studie in einer der kommenden Sitzungen des Rats angehen. Architekt Michael Mayer vom Planungsbüro Straßer schätzte den Zeitraum für die Erstellung der Machbarkeitsstudie auf etwa vier Wochen

mb 

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