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Erschütterung und Unverständnis

Betreiber sitzen auf dem Trockenen: Weiter keine Öffnungsperspektive für Bäder im Landkreis Rosenheim

Auf dem Trockenen: Stefan Barber vor dem leeren Außenbecken der Bad Aiblinger Therme.
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Auf dem Trockenen: Stefan Barber vor dem leeren Außenbecken der Bad Aiblinger Therme.

Schwimmbäder und Thermen dürfen nicht öffnen, das untersagen die Coronabeschränkungen. Zuletzt wurden sie bis zum 6. Juni verlängert. Wann wieder gebadet werden darf, ist ungewiss.

Landkreis Rosenheim – Markus Füller, Geschäftsführer der Chiemgau-Thermen in Bad Endorf, ärgert sich: „Ich bin fassungslos. Es ist ein Gefühl zwischen Erschütterung und totalem Unverständnis.“ Bäder seien keine Pandemietreiber, trotzdem seit November geschlossen und ohne Perspektive.

Pypetz fordert klare Konzepte

„Wir sind im Gespräch ganz nach hinten gerutscht“, sagt Stefan Barber, Leiter der Bad Aiblinger Therme. Die Betreiber bemängeln auch die unklaren Strukturen. „Ich wünsche mir ein klares Konzept, das nicht alle paar Wochen geändert wird“, erklärt Robert Pypetz, Leiter des Badrias Wasserburg.

Hoffnung auf einen Start im Juli

Denn öffnen wollen sie alle. Barber hofft auf einen Start im Juli: „Jeder Schritt in die Normalität ist wichtig, auch für die Bevölkerung, nicht nur für uns Betreiber. Die Menschen werden langsam mürbe.“ Dirk Schröder vom Erlebnisbad Prienavera glaubt erst an eine Öffnung der Thermen im September: „Das hört man in der Szene.“ Die derzeitige Situation ist laut dem Geschäftsführer eine „große finanzielle Belastung“. Weil Pumpen und Lüftungen betrieben werden müssen, gilt das auch für das Badria Wasserburg. „Die laufenden Kosten sind beinahe so hoch wie bei einer Öffnung“, sagt Pypetz.

Virenlast im Wasser laut Experten gering

Trotz Verständnis warnt der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Hierl: „Wir sind im Endspurt der Pandemie und sollten die Erfolge, die so hart erkämpft wurden, nicht gefährden.“ In ausreichend gechlortem Wasser dürfte die Virenlast laut dem Experten jedoch gering sein. Christian Mankel, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, sieht Bäder und Thermen wegen der großen Räume und leistungsfähigen Lüftungsanlagen als „sichere Orte“. Das habe auch das Hermann-Rietschel-Institut der Technischen Universität Berlin bereits im vergangenen Herbst festgestellt.

Hygienepläne liegen in der Schublade

Um Ansteckungen zu verhindern, werden im Falle einer Öffnung der Aiblinger Therme die Hygienepläne aus dem Vorjahr aktiviert: Die Besucherzahl werde auf die Hälfte beschränkt, die Therme jede Stunde desinfiziert und ein elektronisches System zähle die Personen im Bad, erläutert Barber.

„Es wird generell immer desinfiziert. Wegen Corona gibt es zusätzlich Einwegverkehr und Maskenpflicht bis zu den Umkleiden“, sagt Geschäftsführer Schröder über die Maßnahmen im Priener Erlebnisbad. Neben dem Hygienekonzept aus dem Vorjahr ist in Bad Endorf zusätzlich ein Testzentrum für Besucher der Therme im Gespräch.

Bäder brauchen Vorlaufzeit

Im Falle einer Öffnung brauchen die Bäder Vorlaufzeit. In Prien, Bad Endorf und auch in Rosenheim sind die Becken befüllt, aber nicht beheizt. „Es dauert drei bis vier Tage, um das Wasser auf Temperatur zu bringen“, erklärt Ulrike Willenbrink, Sprecherin der Stadtwerke Rosenheim. Weniger als zwei Wochen würde es dauern, die Abilinger Therme zum Laufen zu bringen. Auch in Wasserburg ist das Freibecken leer, vor der Öffnung müssen Wasserproben entnommen werden.

Öffnung nur für Geimpfte nicht rentabel

Einen Besuch nur Genesenen und Geimpften zu erlauben, sieht Barber problematisch: „Das ist eine schwierige ethische Frage. Darf man jemanden bevorzugen?“ Rentabel sei eine Öffnung nur für Geimpfte zudem kaum. Der Thermenleiter würde trotzdem öffnen. „Damit die Menschen sehen, dass es aufwärts geht.“ Im Prienavera hofft man auf eine steigende Impfquote. „Je mehr Leute geimpft sind, desto mehr Umsatz hätten wir“, sagt Schröder.

Zugang zu Badeseen nicht beschränkt

Der Zugang zu den Badeseen wird indes nicht beschränkt. Offiziell beginnt die Saison am 15. Mai. Das Gesundheitsamt hofft, dass Besucher den Mindestabstand einhalten. „Wir müssen auf die Vernunft der Bürger setzen“, sagt Hierl. (re)

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