Gemeinde Bad Endorf für Standort an der Mittelschule

Bürgerinitiative rebelliert: "Eine Schule am Ortsrand tötet das Dorf"

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Die Gemeinde verfolgt die Planungen des Grundschulstandorts weiter in der Hans-Kögl-Straße am Ortsrand, wo sich bereits die Mittelschule befindet. 
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Bad Endorf - Nach einer langen und hitzigen Debatte stand fest: Die Gemeinde hält weiter an dem Schulstandort in der Hans-Kögl-Straße am Ortsrand fest. Der nächste Schritt wird sein, ein Ratsbegehren auf den Weg zu bringen - doch da gibt es immer noch die Bürgerinititative, die dagegen hält. 

Eine von der Gemeinde in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie brachte Licht ins Dunkle. Gemeindegeschäftsleiter Martin Mühlnickel dazu: "Nach der Vorstellung der Varianten der Studie stand fest, dass ein gemeinsamer Schulstandort innerorts nicht realisierbar ist. Das ist die Quintessenz. Es gibt schlicht keine richtige Option, das Projekt im Ort problemlos zu verwirklichen - sei es in Bezug auf den Busbringverkehr der Kinder oder auf die Berücksichtigung der erforderlichen Abstandsflächen zu Anwohner in punkto Fahrt- und Wegerecht." 

Der Gemeinderat sei sich soweit einig gewesen, dass die Realisierung des Schulstandorts im Ort nicht umzusetzen sei und habe einstimmig den Beschluss gefasst, an der Planung am Ortsrand festzuhalten. "Auch die Räte, die anfangs dachten, womöglich geht es doch innerorts, änderten am Ende ihre Meinung. Die Gemeinde glaubt, dieser Raum ist der einzige, an dem wir erschließen und mit dem wir in einem vernünftigen Rahmen weiterplanen können." 

Die Gemeinde habe nun ein Ratsbegehren auf den Weg gebracht, das in der März-Sitzung weiter verfolgt und detailreicher vorgestellt werden solle. Wichtig dabei sei laut Mühlnickel, die Bürger in die Planungen einzubeziehen. 

Bis zu 800 Unterschriften für Standort innerorts? 

Die Bürger einbeziehen, das ist auch die Intuition der Bad Endorfer Bürgerinitative. Robert Staber hat in der Sitzung am 19. Februar eine Stellungnahme abgegeben und erklärt, die BI werde ihre Ansichten mithilfe von neuen Unterschriftensammlungen weiter verfolgen. 

"Eine Schule am Ortsrand tötet das Dorf", ist sich Staber sicher. "Kirche, Wirtshaus, Rathaus und Schule bilden zusammen einen Ortskern, da kann man nicht eins davon auslagern." Bis Ende Februar wolle man weiter Unterschriften sammeln, nach dem Stand vom 17. Februar seien es schon 613 Unterschriften. "Uns fehlen also nur mehr sechs Prozent, bis wir die 100 Prozent erfüllt haben", betont Staber und zeigt sich zuversichtlich, zum 1. März die Unterschriften - er schätzt insgesamt 750 bis 800 an der Zahl könnten es noch werden - an die Gemeinde übergeben zu können. 

In den Augen Stabers und den Mitgliedern der BI sei die vorgestellte Machbarkeitsstudie zu den Standorten in der Ortsmitte nicht gerade problemlösend gewesen: "Für ein fast 40-Millionen-Projekt erwarte ich, dass die Gemeinde verschiedene Varianten ausreichend und umfassend prüft. Sowohl der jetzige Standort am Rathaus als auch der hinter der Raiffeisenbank vis à vis zum Rathaus sind geeignet. Planerisch könnte ich mir beides gut vorstellen. Man könnte Hort und Grundschule auch teilen, ein Gebäude hier, ein Gebäude dort." 

Staber hofft nun auf die Unterstützung vom Landratsamt und darauf, dass das Bürgerbegehren am Ende von Seiten der Gemeinde auch zugelassen werde, damit die Bürger wirklich Mitspracherecht bei der Entscheidung über den endgültigen Schulstandort in Bad Endorf haben werden. "Das Bürgerbegehren ein zweites Mal juristisch abzulehnen, das wäre in meinen Augen ein Anschlag auf die Demokratie", akzentuiert Staber abschließend. 

mb

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