Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Mammutaufgabe

In nur vier Monaten: Endorfer Trachtler planen Gaufest im Juli

Tag und Nacht dreht sich alles für Festleiter Wast Möderl (links) und ersten Vorsitzenden Sepp Dickl um die Planungen des Gaufestes im Juli. Erb
+
Tag und Nacht dreht sich alles für Festleiter Wast Möderl (links) und ersten Vorsitzenden Sepp Dickl um die Planungen des Gaufestes im Juli.

„Mia machans, mia baggan o“, lautet gerade das Motto des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins Edelweiß Endorf. Er darf heuer das 132. Gaufest des Gauverbandes I ausrichten. Schon in Nicht-Coronajahren keine leichte Aufgabe, da es das größte Trachtenfest Bayerns ist. Mit Corona und einer so kurzen Planungszeit wird es zu einer Mammutaufgabe. Erster Vorsitzender Sepp Dickl und der Festleiter Wast Möderl erzählen in einem Interview mit den OVB-Heimatzeitungen, wie sie diese Herausforderung meistern und worauf sie sich ganz besonders freuen.

2020 wart Ihr gerade in der Anfangsphase der Planungen für das Gaufest 2021, doch dann kam Corona. Könnt Ihr ein bisschen was über die zwei Jahre „Zwangspause“ berichten?

Sepp Dickl: Zuerst war es ein Schock, dass das Gaufest 2020 ausfallen musste. Dann eine große Erleichterung, dass im Einvernehmen mit dem Gauverband und den anderen betroffenen Ausrichter-Vereinen unser Gaufest von 2021 auf 2022 verschoben wurde. Somit haben wir unsere Planungen um ein Jahr aufgeschoben. Der Bergener Trachtenverein musste letztlich zwei Mal absagen: den ursprünglichen Termin 2020 und den verschobenen Termin 2021. Die Bergener Trachtler haben uns sehr leidgetan. Dann wurde angesichts des Auf und Abs der Corona-Lage immer häufiger die Frage an mich herangetragen: geht das bei euch 2022 überhaupt, ein so großes Fest auszurichten? Ich wusste schon gar nicht mehr, was ich den Leuten noch sagen sollte. Aber wenn viele Leute nachfragen, weiß man andererseits, es ist das Interesse an so einem Fest da. Das hat mich ermutigt, den Glauben an das Fest aufrechtzuhalten.

Wann fiel bei Euch heuer die Entscheidung: Ja wir machen das?

Wast Möderl: Die endgültige Entscheidung fiel Anfang März. Zuvor haben wir uns natürlich vielfach mit der Gauvorstandschaft und auch vereinsintern abgestimmt, um die Stimmung auszuloten. Schließlich kann ein Fest dieser Größenordnung nur mit Unterstützung aller Vereinsmitglieder gelingen.

Dickl: Ende Februar haben wir zunächst im Festausschuss beschlossen, im Falle von 2G oder 3G kein Festzelt aufzustellen, sondern nur eine Messe im Freien zu feiern. Mit dieser klaren Entscheidung und im Bewusstsein, dass wir niemanden ausschließen werden, war es für uns leichter, die ruhenden Planungen wieder aufzunehmen, Überzeugungsarbeit zu leisten und die Skeptiker mitzunehmen. Denn wer hätte sich Anfang des Jahres schon ein Bierzelt mit 8000 Trachtlern vorstellen können? So ging es natürlich auch vielen bei uns im Verein.

Normalerweise hat ein Verein bedeutend länger Zeit ein solch großes Fest zu planen. Wie stemmt Ihr das Ganze?

Möderl: Stimmt, die Zeit ist sehr knapp, aber wenn alle mit anpacken, dann ist es auch in vier Monaten zu machen. Bei der Organisation wird möglichst einfach geplant. Die Aufgaben sind auf viele Schultern verteilt und es ist einfach schön zu sehen, dass jeder, den man fragt, nicht lang überlegt, sondern gleich fragt „wos soi i macha“.

Dickl: Die Frage ist berechtigt und wurde von vielen Vereinsmitgliedern auch gestellt. Ich habe immer gesagt „des geht scho“, das war und ist meine feste Überzeugung. Es funktioniert nur, wenn jedes Sachgebiet wie Werbung, Kasse, Festzelt und so weiter selbstständig und eigenverantwortlich arbeitet und jeder einzelne bereit ist, seine eigenen Vorstellungen im Interesse des Gesamtprojekts zurückzustellen, damit man ohne ewiges Hin und Her zu einem Ergebnis kommt. Oder anders gesagt: zum lang Diskutieren haben wir gar keine Zeit.

Seid ihr auf irgendwelche Probleme gestoßen? Gab es irgendeine große Herausforderung zu meistern?

Dickl: Ein großes Thema ist der Personalmangel bei vielen Dienstleistern nach der Corona-Zeit. Zum Beispiel war lang nicht sicher, ob unser Zeltverleiher ein Festzelt dieser Größe überhaupt stemmen kann, weil er nach den zwei Jahren Zwangspause kein Personal mehr zur Verfügung hat. Die Transportlogistik ist eine große Herausforderung. Man muss sich vorstellen, dass allein die Anlieferung des Zeltes mindestens zehn Lkw-Fahrten in Anspruch nimmt, die wir aufgrund der besonderen Situation teilweise in Eigenleistung bewerkstelligen werden.

Möderl: Außerdem hat es der Gaufestsonntag in sich, welcher logistisch die größte Herausforderung darstellt. Nur mit Vereinsmitgliedern ist solch ein Tag nicht zu stemmen, es werden mehrere Hundert ehrenamtliche Helfer von Orts- und Nachbarvereinen benötigt, die helfen, die 8000 Trachtler und rund 5000 Zuschauer zu leiten und zu versorgen. Nicht zu vergessen natürlich Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz...

Es war bereits die Wallfahrt nach Maria Eck. War das nochmal eine Veranstaltung, bei der ihr Kraft für den Endspurt der Planung schöpfen konntet?

Möderl: Für mich war es etwas ganz Besonderes, unsere Kerze und unsere damit verbundene Bitte um einen guten Festverlauf nach Maria Eck hinauftragen zu dürfen. Es war berührend, nach langer Pause wieder gemeinsam mit anderen Trachtlern einen Gottesdienst zu feiern.

Dickl: Am 1. Mai war unser Maibaumaufstellen und jetzt kürzlich Maria Eck. Das waren die ersten Termine seit Corona, die „normal“ stattfinden konnten, und dass bei beiden Veranstaltungen die Resonanz sehr gut war, hat mir tatsächlich viel Kraft gegeben, unser Fest weiter zu planen.

Ihr seid die ersten Ansprechpartner bei einem so großen Fest. Wie bringt Ihr gerade Alltag- und Festplanung unter einen Hut?

Möderl: Momentan dreht sich Tag und Nacht alles um das Fest. Der Rückhalt und die Unterstützung der Familie sind daher unverzichtbar. Anders wäre es gar nicht möglich, die umfangreichen Aufgaben in der Kürze der Zeit zu erledigen.

Dickl: Alle anderen Freizeitaktivitäten fallen momentan aus. Es ist nur möglich, wenn die Familie dahintersteht. Wenn man aber sieht, wie positiv die Stimmung im Verein ist, ist es den ganzen Aufwand wert und wenn das Fest hoffentlich gut verläuft, entschädigt das komplett für die geopferte Freizeit.

Worauf freut Ihr euch während der Festwoche besonders?

Möderl: Wenn das Zelt aufgestellt ist und es endlich losgeht. Wenn alle an einem Strang ziehen und Freude daran haben, dass wir so ein Fest auf die Füße stellen.

Dickl: Auf die erste Maß beim Bieranstich.

Das Festprogramm vom 14.-25. Juli

  • Donnerstag, 14. Juli: Bieranstich
  • Freitag, 15. Juli: Kabarettabend mit Martina Schwarzmann
  • Samstag, 16. Juli: Gauheimatabend
  • Sonntag, 17. Juli: Gaufestsonntag mit Festgottesdienst und Festzug
  • Montag, 20. Juli: Oberkrainerabend
  • Freitag, 22. Juli: Bier- und Weinfest
  • Samstag, 23. Juli: Sänger- und Musikantenabend
  • Sonntag, 24. Juli: Gaupreisplattln des Gauverbands I mit Trachten- und Handwerkermarkt
  • Montag, 25. Juli: Kessel- und Ochsenfleischessen