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„Von 100 Euro Umsatz kann keiner leben“

Bad Endorfer Geschäftsinhaber kämpfen gemeinsam um ihre Existenz

Idealfall: Ein Kunde eilt ins Geschäft, eine Passantin guckt ins Schaufenster und entdeckt möglicherweise etwas für sich, das sie dann direkt vor Ort kauft.
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Idealfall: Ein Kunde eilt ins Geschäft, eine Passantin guckt ins Schaufenster und entdeckt möglicherweise etwas für sich, das sie dann direkt vor Ort kauft.

Nicht nur schauen, und dann online kaufen, sondern den Handel im eigenen Ort stärken: Das wünschen sich Bad Endorfer Geschäftsinhaber von den lokalen Kunden. Für die legen sie sich auch ins Zeug. Es tut übrigens auch dem Klima gut, nicht im Internet zu bestellen.

Bad Endorf – „Tagesumsätze von 100 oder 200 Euro reichen keinem Einzelhändler zum Überleben“. Ruth Krumme weiß, von was sie redet. Sie ist Einzelhändlerin, hat einen Laden mit Dekorativem und Nützlichem für Heim, Hobby, Leib und Seele. Mitten in Bad Endorf. Ihr geht es wie vielen Kollegen: Schon im Lockdown waren die Zahlen schlecht, nach Ausbruch des Ukraine-Krieges gingen sie noch weiter zurück. „Geschäfte sind keine Museen. Wir können nicht abwarten, bis die Leute die Angst vor steigenden Heizkosten verloren haben.“ Die Gefahr sei groß, dass einige Geschäftsinhaber so lange nicht überleben werden.

Die Bad Endorfer Geschäftsleute hätten in dieser Situation intensiv wie vielleicht nie zuvor erlebt, wie wichtig der Zusammenhalt untereinander ist. Sie haben sich das Motto zu eigen gemacht: „Es gibt keine Konkurrenz, nur Kollegen!“ Und eine Gruppe ist aktiv geworden, gründete eine Interessengemeinschaft „Der Handel handelt“.

Bürgermeister wirbt für Unterstützung

„Ich finde es toll, dass die Interessengemeinschaft die Initiative ergriffen hat“, freut sich Bürgermeister Alois Loferer. Denn in Bad Endorf gebe es eigentlich alles, was man braucht. „Aber wir müssen das auch mit Umsatz unterstützen, sonst ist das Angebot irgendwann weg. Wir müssen uns bemühen, unsere vielen Geschäfte auch zu halten“. Die Marktgemeinde tue das ihre, kaufe so viel wie möglich im Ort.

„Unsere Stärke ist das Miteinander von insgesamt 36 Einkaufsläden, wo es von A wie Apfelteiler über H wie Heliumballons und L wie Lampen bis zu Z wie Zackenschere alles gibt“, sagt Ruth Krumme. Wer möchte, kann sogar alles mit dem Fahrrad in der Nähe einkaufen, was in Zeiten des Klimawandels und der gerade explodierenden Energiekosten ein immer wichtigeres Kriterium werden wird. „Es hilft enorm, wenn weniger anonym im Internet und mehr umweltbewusst vor Ort beim Nachbarn gekauft wird“, so Ruth Krumme.

Die sich mit dem Bürgermeister einig ist, dass liebevoll gestaltete Schaufenster und hübsche Geschäfte viel zur Attraktivität eines Ortes beitragen. Und damit gerade für einen vom Tourismus geprägten Ort wie Bad Endorf wichtig sind. Denn nur Cafés und Wirtschaften sind Urlaubern und Kurgästen nicht genug.

Die Ware mal in die Hand nehmen

Idealfall II: Ein Bad Endorfer kauft von der Blume bis zur Waschmaschine im Ort ein und radelt nach Hause.

„Bei vielen Geschäften mit einem breit gefächerten Angebot hat man ja noch ganz wesentliche Vorteile: Einerseits vernünftige Beratung und andererseits kann man die Ware in die Hand nehmen und fühlen“, so Loferer.

Damit fallen Retouren wie beim Online-Handel und die Zerstörung der zurückgeschickten Waren aus. Denn wenn das Dirndl zu lang ist, hat der Trachtenladen eine Schneiderin zu Hand, die es kürzen kann. Und im Sanitätshaus fühlt man, ob die Kompressionsstrümpfe für den Langstreckenflug oder die kaputten Venen sich gut auf der Haut anfühlen oder ob eine andere Marke angenehmer ist. Und in dem Laden, aus dem die neue Armbanduhr stammt, wird bei Bedarf auch die Batterie gewechselt.

Marktsonntag am Muttertag

Was es in Bad Endorf alles gibt, das können Einheimische wie Gäste auch am Marktsonntag am 8. Mai entdecken. Denn da ist nicht nur ab 10 Uhr Frühlingsmarkt und ab 11 Uhr Muttertagskonzert der Musikkapelle Bad Endorf am Kirchplatz. Da haben ab Mittag auch die Einzelhandelsgeschäfte auf, laden zum Bummeln, Beraten und Kaufen ein.