Kommunalwahl in Bernau

Philipp Bernhofer gewinnt die Stichwahl in Bernau

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Philipp Bernhofer (Bernauer Liste) hat die Bürgermeisterwahl gegen Christian Hügel (CSU) gewonnen.

Bernau - Philipp Bernhofer von der Bernauer Liste hat sich mit 58,52% der Stimmen gegen den Favoriten Christian Hügel bei der Stichwahl der Gemeinde durchsetzen können.

Wir haben mit beiden Kandidaten kurz vor der Stichwahl ein letztes Interview gestellt und gefragt, was sie voneinander unterscheidet. Das antworteten Christian Hügel (CSU) und Philipp Bernhofer (Bernauer Liste), die Bürgermeister Klaus Daiber (CSU) nachfolgen wollen. 

Drei Fragen an die Stichwahl-Kandidaten:

1. Die Stichwahl ist eine Persönlichkeitswahl: Wo sehen Sie hier Unterschiede zwischen Ihnen und Ihrem Gegenkandidaten?

Christian Hügel (CSU): Ich möchte meine Erfahrung aus zwölf Jahren Gemeinderat, mehreren Jahren als Kindergarten- und Kulturreferent und jede Menge Engagement einbringen. Mein beruflicher Hintergrund als Büroleiter, den ich seit zehn Jahren ausübe, kommt mir bei der organisatorischen und personellen Führung der Gemeindeverwaltung sicher entgegen. Davor habe ich eine journalistische Ausbildung gemacht, was meine Neugier auf kreative und neue Ideen unterstreicht. Ich setze auf einen kooperativen Führungsstil – schon heute habe ich einen engen Austausch mit fast allen Gemeinderatskollegen. Wenn es sein muss, dann kann ich aber auch auf den Tisch hauen und Projekte durchsetzen.

Philipp Bernhofer (BL): Ich bin überzeugter Team-Spieler und aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass für ein gutes Spiel jeder ernst genommen werden muss und jeder zum Gelingen beitragen kann. Ich bin ausgebildeter Moderator und geübt Versammlungen zu leiten. Ich gehe gerne mit Menschen um und Menschen gehen gerne auf mich zu. Als Vorsitzender eines Vereins bin ich es gewohnt, tragfähige Entscheidungen zu treffen.

2. Wo sehen Sie inhaltliche Differenzen bzgl. Ihrer politischen Ziele für die Gemeinde?

Hügel: Das wichtigste ist für mich, ein neues Miteinander für die Gemeinde zu schaffen. Dafür braucht es einen anderen Stil im Gemeinderat oder zwischen Verwaltung und Bevölkerung. Leider meinen manche Gruppen im Gemeinderat bisher, sich als „Opposition“ und „Nein-Sager“ profilieren zu müssen – so bringt man eine Gemeinde sicher nicht voran. Außerdem müssen wir endlich einige Zukunftsprojekte, wie die Verbesserung der Attraktivität unseres Ortszentrums, Lärmschutz an Autobahn und Bahn oder beim Tourismus anpacken. Ich möchte mit den Bürgern ein Gesamtbild für die Zukunft gestalten.

Bernhofer: Viele meiner Ziele, wie die Idee eines Kulturparks oder das Geh- und Radwegenetzkonzept, sind inzwischen von anderen übernommen worden. Entscheidend für die Verwirklichung der Ziele ist jedoch, ob die Ideen dazu aus dem Herzen kommen oder Lippenbekenntnisse sind. Denn zur Umsetzung braucht es viel Energie und Einsatzbereitschaft.

3. Wie bewerten Sie Ihre Chancen nach der Wahl am 16. März? Hoffen Sie auf Unterstützung von anderen Listen/Parteien?

Hügel: Ich habe in den vergangenen Tagen viel Unterstützung quer durch die Bevölkerung erfahren – davon auch eine ganze Menge aus allen anderen politischen Gruppen. Offizielle Unterstützungszusagen von Gruppierungen halte ich nicht für gut. Sowas schadet einem Klima des Miteinanders, schließlich geht es vor Ort nicht um Parteipolitik, sondern um die richtigen Ideen und Persönlichkeiten. Die Chancen stehen 50/50, ich bekomme derzeit in den Gesprächen viel Zuspruch. Meine Bitte an die Bernauer und Hittenkirchen: Gehen Sie am Sonntag zur Stichwahl!

Bernhofer: Sehr viele Bürgerinnen und Bürger begegnen mir mit viel Sympathie und Wohlwollen. Die ÜWG und Bündnis90/Die Grünen haben Wahlempfehlungen zu meinen Gunsten ausgesprochen. Es wird spannend und könnte wohl eine sehr knappe Entscheidung werden.

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