Irritationen im Stadtrat

OB Bauer: Reisach wird kein Konkurrent für Hospiz Bernau 

Hospiz Stiftung fordert schnell Gesetz für Patientenverfügungen
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Hospiz Stiftung fordert schnell Gesetz für Patientenverfügungen

Rosenheim/Bernau - Bevor der Rosenheimer Stadtrat endgültig die Beteiligung am Hospiz Bernau absegnete, ging es um die Pläne um das Kloster Reisach.

Wie durch einen Zeitungsbericht des Oberbayerischen Volksblatts bekannt wurde, hält die Initiativgruppe "Hospiz im Kloster Reisach" an den Plänen fest, auch dort bei Oberaudorf ein Hospiz zu errichten. 

Wer, so fragte der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Borrmann nach, solle dieses Hospiz dann finanzieren und werde das dann keine Konkurrenz für das Bernauer Gebäude - das damit dann ein noch größeres jährliches Defizit machen werde? "Ich befürchte einen Wettbewerb untereinander", so Borrmann. 

Kloster Reisach interessant für Raum Miesbach, Tegernsee und Tirol

Aus Sicht von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer ist der Standort Bernau am Chiemsee für Patienten aus dem Raum Rosenheim attraktiver. 

Bauer sieht den Standort Kloster Reisach eher als interessant an für Menschen aus dem Raum Tegernsee, Bad Tölz, Miesbach, Wolfratshausen - und auch aus Tirol. So wäre es dann auch Aufgabe dieser Landkreise, die nötige Finanzierung zu stemmen.

Derzeit geht man von Seiten des bayerischen Gesundheitsministeriums und der Krankenkassen von einem Bedarf von einem Hospizbett pro 60.000 Einwohner aus. Somit sei das Bettenverhältnis von zehn Hospizplätzen in Bernau für die Einwohnerzahl der Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land sowie der Stadt Rosenheim ideal. Das betreffe auch die geografische Lage.

Wenn doch mehr Bedarf bestehe, könne jedoch "ein weiteres Hospiz irgendwann in der Zukunft nicht ausgeschlossen werden", so OB Bauer. 

Krankenkassen müssten vor einem Vertragabschluss Bedarf sehen

Auch der Hauptgeschäftsführer der RoMed-Kliniken, Günther Pfaffeneder, hat keine Sorge vor einem Wettbewerb, der beiden Hospizen schaden könnte. "Es bedarf eines Versorgungsvertrags mit den Krankenkassen, um Kosten erstattet zu bekommen. Die Krankenkassen werden einem weiteren Hospiz in der Region aber nur zustimmen, wenn sie wirklich einen Bedarf sehen." 

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