Aktionskünstler plant neuen Protest an Jodl-Grab auf Fraueninsel

Kastner: "Das ist kein Grab, sondern ein skandalöses Ehrenmal"

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Aktionskünstler Wolfram Kastner kündigt eine Demonstration am "Jodl-Grab" auf der Fraueninsel für Sonntag, den 21. Juli, an. 
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Chiemsee - Das leere Grab für Nazi-General Alfred Jodl löst Empörung aus. Der Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner kämpft seit Jahren gegen die Gedenkstätte - und hat für Sonntag, 21. Juli, eine Protestkundgebung auf der Fraueninsel angekündigt. 

Schon beim Berufungsprozess am Landgericht Traunstein im April diesen Jahres, bei dem das Verfahren schließlich auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wurde, kündigte Kastner weitere Prostesaktionen am "Jodl-Grab" an. Am Sonntag, 21. Juli, ist es soweit: Ab 11 Uhr lädt Kastner gemeinsam mit weiteren Anhängern zu einer Protestkundgebung vor dem Klosterfriedhof auf der Fraueninsel

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Mit Skizzen wie diesen protestiert der Münchner Aktionskünstler Kastner seit Jahren gegen das Ehrenmal Jodls auf der Fraueninsel. 

Der Münchner Aktionskünstler Kastner will es nicht hinnehmen, dass für den als "Hauptkriegsverbrecher verurteilten Hitlergeneral und Massenmörder Alfred Jodl" ein Ehrenkreuz auf der Fraueninsel existiert. 

"Das ist kein Grab, sondern ein skandalöses Ehrenmal. Jodl wurde nach seiner Verurteilung bei den Nürnberger Prozessen hingerichtet und seine Asche in einen Nebenarm der Isar geschüttet wurde, damit keine Pilgerstätte für Nazis entsteht", wettert Kastner. 

Das Graub auf dem Klosterfriedhof der Fraueninsel. 

In dem Grab auf der Fraueninsel sind tatsächlich lediglich die beiden Ehefrauen von Jodl, Irma und Luise, beerdigt. Den Namen von Alfred Jodl auf dem Grabstein überdeckte bis vor kurzem eine Grabbepflanzung - inzwischen ist der Name jedoch wieder vollständig zu lesen. 

Ehrenmal darf weitere 20 Jahre bleiben

Anfang April 2019 entschied das Verwaltungsgericht München die Verlängerung des Grabnutzungsrechts für weitere 20 Jahre - trotz mehrerer Petitionen und Kunstaktionen von Kastner und Anhängern. Die Gemeinde Chiemsee verzichtete darauf, Widerspruch gegen den Beschluss einzulegen.

"Eine Sauerei" in den Augen Kastners, der gegen das Urteil Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.hat: "Bayerische Gerichte und Staatsanwälte sind offenbar der Auffassung, dass die Ehrung eines NS-Massenmörders schützenswert ist und dem Wohle der Allgemeinheit dient. Das ist ein abgekartetes miserables Spiel". 

mb

Quelle: chiemgau24.de

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