Laut Statistik 

Kleine Gemeinde Chiemsee besitzt größte Gaststätten-Dichte Bayerns

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Die Gemeinde Chiemsee - hier die Fraueninsel - besitzt als zweitkleinste Gemeinde statistisch gesehen die größte Gaststätten-Dichte Bayerns. 
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Chiemsee - Dass die Region touristisch viel zu bieten hat, steht außer Frage. Nun ist aber offiziell: Die größten Chancen, auf die Schnelle einen Ort zum Durstlöschen zu finden, haben Besucher und Einheimische im Freistaat in der Gemeinde Chiemsee.

Wirtshäuser stellen eine Lebensgrundlage der Bewohner vor Ort dar und gelten als Grundvoraussetzung für den Tourismus. Hier steht die kleine Gemeinde Chiemsee an vorderster Front - zumindest wenn man Zahlen Glauben schenken darf: Sie liegt mitten im touristisch stark genutzten Voralpenland und in Tagesausflugs-Nähe zu München - und das macht sich in Statistiken durchaus bemerkbar.

Das Bayerische Landesamt für Statistik hat nun herausgefunden, dass ausgerechnet die zweitkleinste Gemeinde Bayerns mit lediglich etwa 230 Hauptwohnsitzen auf allen Chiemseeinseln zusammen, die größte Gaststätten-Dichte besitzt. Rechnungen des Landesamts zufolge gibt es demzufolge fast 200 Betriebe gemünzt auf 1000 Einwohner

Bezogen nur auf die kreisfreien Städte in Bayern stehen Schweinfurt, Passau und Aschaffenburg ganz oben auf der Liste der meisten Kneipen, Cafés und Gaststätten. Dort kommen auf 1000 Einwohner etwa vier entsprechende Betriebe. In ganz Bayern existieren mehr als 28.000 verschiedene Lokalitäten, in denen Wein und Bier, Spirituosen, Kaffee sowie Erfrischungsgetränke ausgeschenkt werden.

Standl der Fischer außen vor

Das alles sind aber nur Zahlen und Statistiken auf Paper. In der Realität zeichnet sich ein anderes Bild ab, wie Geschäftsleiter und Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn am Chiemsee, Thomas Wagner, gegenüber chiemgau24.de erklärt: "In der Gemeinde, die aus den drei Chiemseeinseln Herrenchiemsee, Frauenchiemsee und der unbewohnten Krautinsel besteht, existieren lediglich fünf Betriebe, die das klassische Wirtshaus verkörpern. Die Chiemseefischer, die im Straßenverkauf in ihren Standln frische geräucherte Fische aus dem bayerischen Meer sowie Getränke auf der Insel anbieten, sind in die Statistik gar nicht mit einberechnet."  

Neben der größten der drei Inseln im Chiemsee, der Herreninsel mit Schloss Herrenchiemsee, ist auch die Fraueninsel stark frequentiert: Jedes Jahr nehmen mehrere Zehntausende Besucher die Fähre, um die 15,5 Hektar große Insel mit dem Kloster Frauenwörth zu umrunden

Allein der Christkindlmarkt auf der Fraueninsel zählte laut Wagner im Jahr 2018 rund 40.000 Besucher.

2000 Gaststättenbetriebe weniger als noch vor zehn Jahren 

Bayernweit lag die Gaststättendichte nach jüngsten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2017 bei 2,2 Betrieben je 1000 Bewohner. Die Zahl ist im Vergleich zu 2007 leicht gesunken. Zehn Jahre zuvor gab es im Freistaat noch durchschnittlich rund 2,4 Schankwirtschaften je 1000 Einwohner. Dass diese Zahl leicht zurückgegangen ist, liegt dem Landesamt zufolge daran, dass es zum einen etwa 2000 Betriebe weniger gibt und zum anderen seitdem eine halbe Million Menschen mehr in Bayern wohnt.

In der Statistik kommen alle Betriebe vor, die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten oder übers Jahr mindestens 30 geringfügig Beschäftigte gemeldet hatten oder Minimum 17.500 Euro Umsatz im Jahr gemacht haben.

In Bayern werden durch den Tourismus dem Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zufolge mehr als 600.000 Menschen beschäftigt, mehr als 400.000 davon arbeiten in Hotels und Gaststätten.

mb/dpa-Material

Quelle: chiemgau24.de

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