Staatsanwalt ermittelt am Chiemsee

Wegen des Verdachts der Untreue? Ex-Fährmann verlässt Gemeinderat

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Chiemsee - Gegen den früheren Fährmann wird derzeit wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Der Mann ist auch im Gemeinderat und als Zweiter Bürgermeister aktiv gewesen. Bis jetzt.

Ein Mitglied des Gemeinderates Chiemsee ist zurückgetreten. Der Mann ist seit 1984 in dem Gremium tätig und zugleich seit 22 Jahren zweiter Bürgermeister gewesen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Brisant daran ist, dass der Mann zuvor als Kapitän einer Lastenfähre auf dem Chiemsee Geld unterschlagen haben soll.

Mit der Lastenfähre werden Lebensmittel und andere Güter geliefert, welche die 235 Bewohner der Gemeinde Chiemsee auf Fraueninsel und Herrenchiemsee benötigen. Heute fährt eine Fähre namens Frauenwörth II. Diese hat vor gut 15 Jahren die alte "Kampenwand" abgelöst. Und anders als die Vorgängerin ist sie komplett im Eigentum der Gemeinde Chiemsee.

Kein Zusammenhang zwischen beiden Entscheidungen

Jedoch würden sein Ausscheiden aus dem Gemeinderat und die Ermittlungen nicht miteinander zusammenhängen, wird der Mann von der Süddeutschen Zeitung zitiert. Er mache als Rentner Platz für andere und jüngere Gemeinderäte.

An den Sitzungen habe er bereits länger nicht teilgenommen. Wenn er keine Entscheidung getroffen hätte, hätte dies ein Bußgeld bedeuten können. Denn als vereidigter Gemeinderat ist er verpflichtet, an den Sitzungen teilzunehmen.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein gegenüber der Süddeutschen Zeitung bestätigt, werde gegen den Mann ermittelt. Der Ausgang sei offen. Es gehe um Fährgebühren, die nicht in der Gemeindekasse angekommen sein sollen.

Durch Aushilfsfahrer aufgeflogen?

Vonseiten der Gemeinde mag sich niemand gegenüber der Süddeutschen Zeitung äußern. Im Rathaus jedoch kommen alle Informationen zu übergesetzten Lieferwagen und Privatautos zusammen und werden dementsprechend auch die Kosten in Rechnung gestellt.

Aufgeflogen sein soll das Fehlen des Geldes, als ein Aushilfsfahrer mit Bargeld im Rathaus aufgetaucht ist und meinte, dass die Fahrgäste das von früheren Überfahrten so gewohnt sein sollen. Bargeld für die Überfahrten soll bei der Verwaltung in Breitbrunn bis dahin jedoch noch nie eingegangen sein. 

ksl

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/obs

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