Plötzlich ging alles ganz schnell

Inselbräu-Wirt erleichtert - Tische dürfen wieder auf Wiese stehen!

Chiemsee - Ein "verschwundener" Biergarten sorgte auf der Fraueninsel für Wirbel. Nun ging alles ganz schnell - die Tische dürfen wieder aufgestellt werden!

Update, 24. Juni, 11.15 Uhr - Die Tische stehen wieder!

Plötzlich ging alles ganz schnell: Wie ein hörbar erleichterter Wirt Daniel Hagen gegenüber rosenheim24.de zu berichten weiß, dürfen die Tische wieder auf der Wiese stehen! Noch am Dienstagabend kam der erlösende Anruf der Schlösserverwaltung. "Ab sofort", so Hagen, dürfe er die Wiese vor dem Inselbräu wieder gastronomisch nutzen. Mittwochfrüh wurden die Tische aufgestellt, und somit ist alles wieder für die Gäste angerichtet. 

Update, 23. Juni, 14.37 Uhr - Noch keine Änderung der Lage

Wie Wirt Daniel Hagen im Gespräch mit rosenheim24.de ausführt, hat sich bislang noch keiner der Verantwortlichen bei ihm gemeldet. Zuvor hatte die Bayerische Schlösserverwaltung ja via Pressemitteilung bekanntgegeben, dass man „eine unbürokratische Lösung auch im Sinne des Pächters“ finden wolle – und dass man versuche, eine „schnelle und für alle zufriedenstellende Einigung“ zu erzielen. Die Hoffnung will er aber nicht aufgeben, schließlich sei die Aussendung noch nicht allzu alt. Davon, dass man sich überhaupt um eine Lösung bemühe, habe er aus der Presse erfahren. 

Bislang habe das reduzierte Platzangebot – es geht um neun Tische - wetterbedingt noch keinen allzu großen Einfluss auf den Umsatz gehabt, wie Hagen zu berichten weiß. Wenn das Wetter allerdings umschwinge – und die Entscheidungsphase sich als langwierig herausstellen sollte – stelle sich die Situation naturgemäß anders dar. Neun Tische weniger in der Hauptsaison bedeuteten definitiv spürbare Einbußen. 

Dass die möglichen verminderten Einbußen sich auch auf die Personalsituation auswirken könnten, hält der Wirt durchaus für denkbar. Schließlich bedeutet weniger Umsatz auch weniger Möglichkeiten, Gehälter zahlen zu können. 

Die Entscheidung, dass er die Tische nicht mehr auf der Wiese aufstellen dürfe, sei ihm via Mail und dann telefonisch mitgeteilt worden. Zum Schritt an die Öffentlichkeit habe er sich vor allem deshalb entschieden, da er seine Gäste habe informieren wollen, weshalb die Plätze plötzlich weggewesen seien. Denn schließlich sei der Tischwechsel sehr hoch, und die Möglichkeit, die vorgeschriebenen Mindestabstände einzuhalten, schlicht nicht mehr gegeben gewesen.

Vorbericht:

"Beer or not do beer", könnte angelehnt an Shakespeare zur Zeit die Frage auf der Fraueninsel lauten. Aber von Anfang an - worum geht es in der derzeitigen "Causa Prima" auf der Chiemsee-Insel? Der Wirt des "Inselbräus", Daniel Hagen, verfasste unlängst einen emotionalen Facebook-Post. Der Inhalt - wie könnte es momentan auch anders sein - dreht sich um Corona-Maßnahmen. 

Wohin ist der Biergarten verschwunden?

"Falls sich jemand fragt", beginnt Hagen den Post, "warum unser schöner, 1,5 Meter Abstand Biergarten verschwunden ist?" Und er erläutert: Der Freistaat Bayern habe in der Corona-Krise Kommunen angewiesen, die Gastronomie zu unterstützen und Freiflächen zur Verfügung zu stellen. So dürften in den Städten Parkplätze und weiteres genutzt werden, damit die Gastronomie überleben könne. 

Nun aber das: Die Wiese vor dem "Inselbräu" gehöre nicht der Kommune, sondern dem Freistaat - das Inselbräu selbst sei nur Pächter, verpachtet wird die Fläche vom Freistaat Bayern via Bayerischer Schlösserverwaltung. Und genau dieser Freistaat habe nun die gastronomische Nutzung abgelehnt. "Selbst eine Auslagerung der Bestuhlung ohne Bewirtung wurde uns untersagt", wie Hagen ausführt. 

Der Wirt wird in Folge deutlich: "Unser Unverständnis gilt Politikern, die in der Presse sich mit Aussagen schmücken: 'Jedem wird geholfen - wir lassen keinen im Stich...'" Hagen abschließend: "Gerne würden wir hier Herrn Aiwanger oder Herrn Söder markieren... man fragt sich, ob sie solche Fälle mitbekommen und ob diese in ihrem Sinn sind?"

Lösung in Sicht? Schlösserverwaltung meldet sich zu Wort

Doch eine Lösung könnte mittlerweile in Sicht sein: Auf Anfrage teilt die Bayerische Schlösserverwaltung mit, dass man die derzeit schwierige Situation der Gastronomen aufgrund von Covid-19 kenne. Im angesprochenen Fall werde man "nochmals auf alle Beteiligten zugehen", um eine "unbürokratische Lösung auch im Sinne des Pächters" zu finden.

Die Pressemitteilung der Bayerischen Schlossverwaltung im Wortlaut:

Die Bayerische Schlösserverwaltung kennt die derzeit schwierige Situation der Gastronomen aufgrund von COVID-19 und kommt ihren gastronomischen Pächtern im Rahmen der haushaltsrechtlichen Möglichkeiten so weit als möglich entgegen. 

Zu dem von Ihnen angesprochen Fall auf der Fraueninsel können wir Ihnen mitteilen, dass die Schlösserverwaltung nochmals auf alle Beteiligten zugehen wird, um eine unbürokratische Lösung auch im Sinne des Pächters zu finden. Soweit es hierfür der Anpassung gegebenenfalls entgegenstehender Verträge bedarf, versuchen alle Beteiligten eine schnelle und für alle zufriedenstellende Einigung zu erzielen.

dp

Quelle: chiemgau24.de

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