Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

SPD fordert Änderung im Bestattungsgesetz

Naht dem "Jodl-Grab" das baldige Ende auf der Fraueninsel?

Das umstrittene "Jodl-Grab" auf dem Klosterfriedhof der Fraueninsel im Chiemsee.
+
Das umstrittene "Jodl-Grab" auf dem Klosterfriedhof der Fraueninsel im Chiemsee.

Chiemsee - Die Debatte um das umstrittene "Jodl-Grab" des Wehrmachtsgenerals Alfred Jodl auf dem Klosterfriedhof der Fraueninsel könnte bald ein Ende haben - zumindest wenn es nach der SPD im Bayerischen Landtag geht. Die Fraktion fordert eine Änderung im Bestattungsgesetz.

"In Bayern ist kein Platz für Nazi-Gedenkstätten" - so lautet die Botschaft der bayerischen SPD im Landtag. Hinter dem Entwurf der Gesetzesänderung stehen unter anderem der Münchner SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn, der den Stimmkreis Traunstein betreut, und SPD-Innenexperte Stefan Schuster

Der Gesetzentwurf der SPD-Fraktion beabsichtigt Gemeinden und Friedhofsbetreibern künftig erlauben zu wollen Gedenksteine für verurteilte Nazi-Kriegsverbrecher generell zu verbieten. Sie würden die Gefahr bieten zu Pilgerstätten rechtsextremer Gruppierungen und ihrer Anhänger zu werden. Mit der Gesetzesänderung hätte auch die Gemeinde Chiemsee Handlungsbedarf was das "Jodl-Grab" anbelangt. Man wolle "ein klares Bekenntnis des Landtags im Fall Jodl", heißt es von Seiten der SPD. Es gebe keinen Grund, irgendwelche Gedenkstätten für "solche Verbrecher" zu dulden. Deshalb wolle die Fraktion die gesetzliche Grundlage dafür schaffen. 

Clinch um "Jodl-Grab" zieht sich seit Jahren

Das Grab auf der Fraueninsel schlägt seit Jahren hohe Wellen. Nicht zum ersten Mal beschäftigt sich jetzt auch der Landtag mit der Debatte. Eine Gesetzesänderung, damit der Grabstein auf der Fraueninsel wegkommt, hatten zuletzt die Grünen gefordert. Seit Mitte Mai diesen Jahres ist der Name des Wehrmachtsgeneral Alfred Jodl nun mit einer Steinplatte verdeckt, die lediglich den Schriftzug "Familie Jodl" ziert.

Der Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner setzt sich regelmäßig lautstark mit verschiedensten Aktionen für die Beseitigung des, wie er sagt, "Ehrenmals für diesen Kriegsverbrecher" ein. Zuletzt rief er eine Petition ins Leben, die dem Grabstein ein Ende setzen soll. Sie wurde von zahlreichen Unterstützern unterschrieben.

"Jodl-Grab" nur für Ehefrauen 

Alfred Jodl selbst liegt nicht auf dem Klosterfriedhof begraben, lediglich die sterblichen Überreste seiner beiden Ehefrauen. Jodls Asche wurde nach seiner Hinrichtung als Kriegsverbrecher in die Isar gestreut. Auf dem Gedenkstein in Kreuzform stehen - jetzt verdeckt - seine Lebens- und Sterbedaten, die Darstellung des Eisernen Kreuzes sowie sein Militärrang eines Generalobersts.

mb

Kommentare